Stephen Bunting erlebt bislang ein schwieriges Jahr. Der Engländer sucht nach der Konstanz und dem Selbstvertrauen, die ihn zuvor zu einem der gefährlichsten Spieler auf der Tour gemacht hatten. Nach seinem Viertelfinaleinzug bei der European Championship in Dortmund sprach „The Bullet“ ungewöhnlich offen über seine sportliche Situation – und darüber, wie einsam die Suche nach der eigenen Form werden kann.
„Ich glaube immer daran, dass ich hierhergehöre. Aber wenn du nach Siegen und Selbstvertrauen suchst, wird das zu einem langen und einsamen Weg“, erklärte Bunting gegenüber dartsnieuws. Besonders schwer falle es ihm, zuzusehen, wie andere Spieler erfolgreich seien, während er selbst um Ergebnisse kämpfen müsse.
Die zurückliegenden Monate hätten Spuren hinterlassen. Immer wieder verlor Bunting Partien, in denen er sich durchaus Chancen ausgerechnet hatte. Mit jeder Niederlage wurde es schwieriger, die nötige Sicherheit zurückzugewinnen. Auf die Frage nach den Gründen für seinen Leistungsabfall hatte der Engländer eine klare Antwort: mangelndes Selbstvertrauen. Im heutigen Profidarts könnten Kleinigkeiten darüber entscheiden, ob ein Spieler ein Turnier gewinne oder frühzeitig ausscheide. Auch deshalb sei es nicht einfach, eine negative Phase zu durchbrechen.
Aufgeben kommt für den 41-Jährigen allerdings nicht infrage. Er arbeite weiter an seinem Spiel, vertraue seinem Umfeld und wolle die Saison mit deutlich besseren Leistungen abschließen.
Neue Darts sollen „The Bullet“ zurück in die Erfolgsspur bringen
Hoffnung schöpft der 41-Jährige vor allem aus einem Wechsel seines Spielmaterials. Mit seinen neuen Darts fühle er sich am Trainingsboard ausgesprochen wohl. Dort gelinge ihm bereits vieles, was er bislang noch nicht regelmäßig auf der großen Bühne zeigen könne. „Sie fühlen sich jedes Mal fantastisch an, wenn ich sie in die Hand nehme“, schwärmte der Engländer. Er sei überzeugt, dass ihm das neue Material helfen könne, sein Spiel auf ein höheres Niveau zu bringen. Noch brauche es allerdings Zeit, um sich vollständig daran zu gewöhnen.
Dabei geht es Bunting nicht um grundlegende Veränderungen. Schon ein oder zwei Prozent Verbesserung könnten im Profidarts den Unterschied ausmachen. Schließlich entscheide manchmal die Breite eines Drahtes darüber, ob ein entscheidender Doppelversuch treffe oder knapp vorbeigehe. Das Viertelfinale bei der European Championship wertet Bunting als weiteres Anzeichen dafür, dass seine Arbeit Früchte tragen könnte. Von einer endgültigen Rückkehr zu alter Stärke will er aber noch nicht sprechen.
Bei den Players Championships 31 und 32 in Den Bosch setzt Bunting aus. Als nächste Turniere stehen die Players Championships 33 und 34 am 4. und 5. November in Leicester im Kalender – die beiden letzten Floor-Turniere der Saison. Sein großes Ziel bleibt die kommende Weltmeisterschaft. „Ich möchte die Saison in Topform beenden und bei der Weltmeisterschaft dieses Jahr wirklich um den Titel kämpfen, statt einfach nur anzutreten“, stellte der 41-Jährige klar.
Ob die neuen Darts und das wachsende Selbstvertrauen für eine erfolgreiche Schlussphase ausreichen, muss sich erst zeigen. Bunting jedenfalls ist überzeugt, dass seine besten Leistungen noch vor ihm liegen.










