Luke Littler reagiert auf Kritik mit 114er-Average – „Ich war nie weg!“

Mit einem Average von 114,47 Punkten hat Luke Littler bei der European Championship 2026 eine eindrucksvolle Antwort auf die Zweifel an seiner Form geliefert. Nach seinem 10:5-Erfolg gegen Nathan Aspinall sprach der 19-Jährige im PDC-Bühneninterview in Dortmund offen über Spott in den sozialen Medien, seine jüngsten Niederlagen und die zusätzliche Arbeit am Trainingsboard. Seine Botschaft an die Kritiker verband „The Nuke“ allerdings mit einem klaren Ziel.

Bei der World Series und beim World Grand Prix hatte der aktuelle Weltmeister zuvor zwei Partien verloren. „Ich hatte natürlich eine längere Pause, und meine letzten Ergebnisse waren nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, räumte der Engländer ein. Die Reaktionen im Internet waren ihm nicht entgangen: „In den sozialen Medien habe ich jede Menge Memes gesehen. Da hieß es dann: ‚Luke ist am Ende‘“, erzählte er.

Statt auf die Kommentare zu reagieren, konzentrierte er sich auf sein Spiel. „Aber ich habe mich dann selbst ans Trainingsboard gestellt und versucht, das alles auszublenden“, erklärte Littler. Sollte er in Dortmund tatsächlich den Titel gewinnen, hätte er eine klare Antwort parat: „Und wenn ich am Ende tatsächlich die Trophäe hochhalten sollte, kann ich sagen: Ich war nie weg!“ Damit erklärte er sich nicht vorzeitig zum Sieger. Er betonte vielmehr, dass er auch am Sonntag wieder genauso stark spielen müsse.

„The Nuke“ mit Gala gegen Aspinall: Taylors Rekord im Blick

Wie gut die Vorbereitung bislang funktionierte, zeigte sich schon in den ersten Legs gegen Aspinall. Littler legte mit elf und zwölf Darts pro Leg los und zog rasch auf 4:0 davon. Ganz zufrieden war er trotzdem nicht: „Ich wollte unbedingt mit 5:0 in die Pause gehen“, sagte er. Stattdessen verkürzte Aspinall auf 1:4 und meldete sich zurück.

Bis zur zweiten Unterbrechung kämpfte sich sein Gegner auf 4:6 heran. Littler wusste um dessen Qualitäten: „Nathan ist eben Nathan. Er ist immer da und kämpft sich zurück.“ Ein Leistungsabfall kam deshalb nicht infrage. Nach der Pause zog Littler wieder davon und gewann schließlich mit 10:5. Neben dem Sieg stand ein außergewöhnlicher Wert im Mittelpunkt. Mit 114,47 Punkten im Average erzielte Luke Littler den zweithöchsten Schnitt in der Geschichte der European Championship. Der Rekord von Phil Taylor aus dem Jahr 2009 liegt bei 118,14 Punkten.

„The Nuke“ hatte die Anzeige während des Spiels selbst im Blick: Zwischenzeitlich habe sein Average bei rund 121, später bei 117 Punkten gelegen. „Ich habe mir dann einfach gesagt: Mach weiter so!“, berichtete er. Auch das Dortmunder Publikum lobte die aktuelle Nummer 1 der Welt: Bis auf eine Kleinigkeit sei es „wirklich, wirklich großartig“ gewesen. Weniger Begeisterung löste der Spielplan aus. „Ich muss nachmittags spielen, und das mag ich überhaupt nicht“, erklärte er.

Im vierten Viertelfinale wartet am Sonntag Krzysztof Ratajski, der gegen Kevin Doets einen 0:4-Rückstand noch in einen 10:8-Sieg verwandelte. Die Nachmittagssession beginnt um 13 Uhr. Trotz seiner Abneigung gegen Nachmittagspartien ist Littler von seiner Form überzeugt: „Ich würde sogar sagen, dass ich momentan einige meiner besten Darts spiele.“ Die zusätzliche Trainingszeit zahle sich bislang aus.

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