Krzysztof Ratajski nach Sieg gegen Littler: „Ein großer Tag für mich“

Krzysztof Ratajski hatte schon mehrfach versucht, Luke Littler zu bezwingen. Sieben Begegnungen, sieben Niederlagen – bis zum Viertelfinale der European Championship 2026 in Dortmund. Dort setzte sich der 49-jährige Pole überraschend mit 10:6 durch und beendete die Hoffnungen des Weltmeisters auf seinen ersten EM-Titel. Im PDC-Bühneninterview mit Polly James machte „The Polish Eagle“ deutlich, welche persönliche Bedeutung dieser Erfolg für ihn hatte.

„Ich habe schon oft gegen ihn gespielt und immer verloren. Er hat mich so oft geschlagen. Selbst wenn ich anfangs mit 3:1 geführt habe und die Chance auf das 4:1 hatte, habe ich sie verpasst. Und am Ende hat er mich immer besiegt. Deshalb ist heute ein großer Tag für mich. Er ist momentan der größte Name im Dartsport, deshalb ist das ein großer Erfolg“, sagte Krzysztof Ratajski.

Der Sieg war keineswegs das Ergebnis eines einzigen glücklichen Moments. Ratajski spielte einen Drei-Dart-Average von 100,79 Punkten und setzte den 19-jährigen Engländer früh unter Druck. Nach dem ersten verlorenen Leg gewann er sieben Durchgänge hintereinander und führte plötzlich mit 7:1. Zur zweiten Pause hatte er seinen Vorsprung sogar auf 8:2 ausgebaut.

Dabei profitierte der erfahrene Profi zwar von ausgelassenen Chancen seines Gegners, überzeugte aber selbst mit konstantem Scoring und wichtigen Treffern auf die Doppel. Littler, der im Achtelfinale gegen Nathan Aspinall noch einen überragenden Average von 114,47 Punkten gespielt hatte, fand lange keinen Weg zurück in die Begegnung.

Wie Ratajski die Aufholjagd des Weltmeisters stoppte

Nach der zweiten Unterbrechung änderte sich das Bild. Der Weltranglistenerste steigerte sein Scoring erheblich, gewann vier Legs hintereinander und verkürzte auf 6:8. Aus einer vermeintlich klaren Angelegenheit wurde noch einmal ein gefährliches Duell für den Außenseiter. „Nach der zweiten Pause begann er sehr gut zu spielen. Bei meinem 8:2-Vorsprung warf er fast ständig 180 oder 140 Punkte. Ich musste warten, mein Spiel spielen und mich auf meine Würfe konzentrieren“, schilderte Krzysztof Ratajski die schwierige Phase. Als Littler anschließend eine Möglichkeit auf Doppel ausließ, nutzte sein Gegner die Chance zum vorentscheidenden 9:6 und brachte die Partie im nächsten Leg nach Hause.

Gerade dieser Moment machte den Unterschied. In früheren Duellen hatte der Engländer auch Rückstände gegen seinen polnischen Kontrahenten noch gedreht. Diesmal ließ sich der erfahrene Tour-Spieler nicht vollständig aus dem Konzept bringen und behauptete seine Führung, obwohl der Favorit zwischenzeitlich deutlich stärker spielte.

Der Halbfinaleinzug war zugleich sein bislang bestes Ergebnis bei einer European Championship. In den vergangenen Jahren war der „The Polish Eagle“ regelmäßig früh ausgeschieden oder hatte sich gar nicht erst qualifiziert. Nun gehörte er erstmals zu den letzten vier Spielern des Turniers.

Er erklärte: „Das ist mein größter Erfolg bei der European Championship. Normalerweise verliere ich früh oder qualifiziere mich gar nicht. Jetzt stehe ich im Halbfinale, das ist großartig.“ Zugleich wusste Ratajski , dass mit Martin Schindler ein weiterer schwieriger Gegner warten würde, der in Dortmund die Zuschauer auf seiner Seite hatte.

Für das Finale reichte es schließlich nicht. Am Sonntagabend unterlag der Pole dem Brandenburger mit 6:11. Die Niederlage änderte jedoch nichts an der besonderen Bedeutung seines Viertelfinalerfolgs: Zum ersten Mal hatte er Littler geschlagen und dabei bewiesen, dass er auch gegen den derzeit dominierenden Spieler der Welt einen deutlichen Vorsprung über die Ziellinie bringen kann.

Die nächste sportliche Aufgabe wartet bereits in dieser Woche. Am Mittwoch, 28. Oktober, und Donnerstag, 29. Oktober, stehen die Players Championships 31 und 32 in Den Bosch auf dem Programm. Nach den aktuellen Teilnehmerinformationen ist auch Ratajski für beide Turniere vorgesehen und erhält damit die nächste Gelegenheit, an seine starken Leistungen von Dortmund anzuknüpfen.

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