Luke Littler: Seine große Titelsammlung bleibt unvollständig

Luke Littler hat den professionellen Dartsport innerhalb kürzester Zeit geprägt. Mit gerade einmal 19 Jahren kann der Engländer bereits auf eine außergewöhnliche Titelsammlung zurückblicken. Zwei PDC-Weltmeisterschaften, Triumphe bei der Premier League, dem World Matchplay und zahlreichen weiteren großen Turnieren stehen in seiner Erfolgsbilanz.

Doch eine bedeutende Trophäe fehlt „The Nuke“ weiterhin. Damit ist auch sein Traum geplatzt, sämtliche großen PDC-Majors noch vor seinem 20. Geburtstag gewonnen zu haben. Ausgerechnet die European Championship bleibt bislang die letzte große Lücke in seiner Karrierebilanz. Am Sonntag hatte der Weltranglistenerste erneut die Gelegenheit, diesem Ziel näherzukommen. Doch im Viertelfinale von Dortmund scheiterte er überraschend mit 6:10 an Krzysztof Ratajski.

Dabei hatte er zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum er die Dartswelt in so jungen Jahren dominiert. Mit einem Drei-Dart-Average von 114,47 Punkten gegen Nathan Aspinall erzielte er im Achtelfinale den zweithöchsten Wert in der Geschichte der Europameisterschaft. Lediglich Phil Taylor hatte 2009 mit 118,14 Punkten einen noch höheren Average gespielt.

„The Nuke“ jagt eine außergewöhnliche Titelsammlung

Die historische Bedeutung von Luke Littlers Vorhaben zeigt sich vor allem beim Blick auf die großen PDC-Wettbewerbe. Der Engländer hat bereits die Weltmeisterschaft, die Premier League, das World Matchplay, den World Grand Prix, den Grand Slam of Darts, die UK Open, die Players Championship Finals und das World Masters gewonnen.

Auch beim World Cup of Darts triumphierte er 2026 gemeinsam mit Luke Humphries für England. Damit hat Littler nicht nur die bedeutendsten Einzelturniere mit Ausnahme der European Championship gewonnen, sondern auch den wichtigsten Nationenwettbewerb der PDC.

Die vollständige Sammlung der großen TV-Majors ist eine außergewöhnliche Leistung. Je nach Abgrenzung zwischen Rankingturnieren, Einladungsturnieren und Teamwettbewerben unterscheidet sich allerdings, welche Titel zu einer solchen Sammlung gezählt werden. Entscheidend für Littlers persönlichen Meilenstein bleibt: Die European Championship ist der einzige große PDC-Titel, der in seiner bisherigen Erfolgsbilanz noch fehlt.

Besonders bemerkenswert ist dabei sein Alter. Während viele Profis über Jahre oder sogar Jahrzehnte versuchen, einzelne Major-Titel zu gewinnen, hat der 19-Jährige bereits vor seinem 20. Geburtstag nahezu die gesamte bedeutende Turnierlandschaft erfolgreich durchlaufen. Umso überraschender kam sein Ausscheiden gegen Ratajski. Der Pole hatte zuvor sämtliche sieben direkten Begegnungen gegen „The Nuke“ verloren. In Dortmund gelang ihm nun ausgerechnet im Viertelfinale der erste Erfolg gegen den Engländer.

Ratajski überzeugte mit einem Average von 100,79 Punkten und einer Doppelquote von 55,56 Prozent. Littler kam auf 99,08 Punkte und traf nur sechs seiner 16 Doppelversuche. Trotz einer Aufholjagd musste sich der Weltmeister schließlich mit 6:10 geschlagen geben. Für die aktuelle Nummer eins der Welt bedeutet die Niederlage, dass er seinen 20. Geburtstag im Januar 2027 ohne den noch fehlenden Europameistertitel feiern wird. Seine nächste Gelegenheit erhält er frühestens bei der European Championship 2027.

Die Chance, sämtliche großen PDC-Titel bereits als Teenager gewonnen zu haben, ist damit endgültig dahin. Die außergewöhnliche Titelsammlung kann Littler jedoch weiterhin vervollständigen – und angesichts seiner bisherigen Karriere dürfte auch dieser Meilenstein ein wichtiges Ziel bleiben.

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