Michael van Gerwen: Nach 14 Jahren raus aus den Top 10 – jetzt wird die WM entscheidend

14 Jahre lang gehörte Michael van Gerwen ununterbrochen zu den zehn besten Dartspielern der Welt. Nun ist diese Serie vorläufig gerissen. Nach seiner 3:6-Niederlage gegen Kevin Doets bei der Darts-EM wird der dreimalige Weltmeister in der Live-Order of Merit nur noch auf Rang 13 geführt. Für „Mighty Mike“ ist es ein Rückschlag, der weit über das frühe Turnieraus hinausgeht.

Noch am 18. Oktober belegte der Niederländer mit 587.500 Pfund Rang zehn der Order of Merit. Sein Vorsprung auf Nathan Aspinall betrug gerade einmal 3.000 Pfund. Während die Konkurrenz in Dortmund weiteres Preisgeld sammeln kann, ist die Europameisterschaft für ihn bereits beendet. Die Live-Rangliste berücksichtigt diese Entwicklung schon während des laufenden Turniers.

Der sportliche Rückgang zeichnet sich seit Längerem ab. In sieben seiner letzten acht Turniere gelang dem 37-Jährigen kein Sieg im Auftaktmatch. Ausgerechnet jener Spieler, der die Weltspitze über Jahre dominierte, muss inzwischen um seinen Platz unter den besten Zehn kämpfen.

200.000 Pfund auf dem Spiel – van Gerwen hält am WM-Traum fest

Besonders brisant wird die Situation mit Blick auf die kommende World Darts Championship 2026/27. Dort muss der dreimalige Weltmeister 200.000 Pfund Ranking-Preisgeld verteidigen, die er für seine Finalteilnahme bei der WM 2025 erhalten hatte. Die Order of Merit berücksichtigt das erspielte Preisgeld aus einem Zeitraum von zwei Jahren. Nach der kommenden Weltmeisterschaft fallen die damaligen 200.000 Pfund aus der Wertung.

Ein Viertelfinaleinzug würde diesmal lediglich 100.000 Pfund einbringen. Allein beim WM-Preisgeld ergäbe sich damit ein Minus von 100.000 Pfund gegenüber seiner Finalteilnahme vor zwei Jahren. Erst mit einem erneuten Halbfinaleinzug könnte van Gerwen die 200.000 Pfund vollständig ausgleichen. Seine tatsächliche Weltranglistenposition hängt allerdings auch von den Ergebnissen seiner Konkurrenten ab.

Dass die derzeitigen Leistungen nicht seinen eigenen Ansprüchen entsprechen, weiß „Mighty Mike“ selbst. In einem ausführlichen Interview mit Sportnieuws.nl vom 15. Oktober sprach er offen über seine sportliche Situation und die Ziele für seine weitere Karriere. „Wenn man nur die Form betrachtet, gehöre ich im Moment nicht zu den besten Spielern der Welt.“

Diese Einschätzung ist bemerkenswert für jemanden, der über Jahre nahezu unantastbar schien. Ein Spitzenspieler müsse konstant gute Leistungen bringen, erklärte der Niederländer. Genau das gelinge ihm derzeit nicht. Dass er in der Weltrangliste zurückfalle, könne deshalb jeder nachvollziehen. Seinen Ehrgeiz hat er dennoch nicht verloren. Mindestens einen weiteren Weltmeistertitel möchte er seinen bisherigen drei Erfolgen hinzufügen. Was er bislang erreicht habe, hätte er sich früher kaum vorstellen können. Damit zufriedengeben will er sich allerdings nicht.

Entscheidend sei, wieder mehr Freude am Leben und am Dartsport zu finden. Wenn er sich persönlich wohlfühle und die beste Version seiner selbst werde, könne er weiterhin große Erfolge feiern. An seinem Selbstvertrauen lässt der ehemalige Weltranglistenerste keinen Zweifel: „Sie werden mich noch lange nicht los, das weiß ich. Ich bin zu gut, um nichts mehr zu gewinnen.“ Die kommenden Monate werden zeigen, ob Michael van Gerwen seinen Worten sportlich Taten folgen lassen kann. Die Weltmeisterschaft bietet die Gelegenheit, verlorenen Boden gutzumachen. Ein frühes Ausscheiden könnte dagegen seine Position in der Weltrangliste weiter schwächen.

Für „Mighty Mike“ geht es damit um mehr als den Traum vom vierten WM-Titel. Es geht auch darum, seinen Platz an der Weltspitze zurückzuerobern.

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