Stephen Bunting: Sohn Tobi steckt hinter seinem „Titanium“-Walk-on

Stephen Buntings Einlaufmusik gehört inzwischen zu den bekanntesten Walk-ons im Dartsport. Wenn die ersten Töne von „Titanium“ erklingen und die Fans lautstark mitsingen, verwandelt sich die Halle regelmäßig in einen Chor. Hinter der Songauswahl steckt allerdings mehr als der Wunsch nach einer mitreißenden Atmosphäre: Sohn Tobi gab den entscheidenden Anstoß für den Wechsel.

Lange Zeit betrat „The Bullet“ die Bühne zu „Surfin’ Bird“ von The Trashmen. Passend dazu zeigte der Engländer häufig den aus der Serie „Family Guy“ bekannten „Bird Dance“. Die ungewöhnliche Kombination sorgte zwar für Aufmerksamkeit, doch Bunting entschied sich schließlich für einen persönlicheren Titel. Seitdem begleitet ihn der Hit von David Guetta und Sia auf die Bühne.

„Es ist das Lieblingslied meines Sohnes. Als ich mich von ‚Bird Is The Word‘ als Walk-on verabschiedet habe, kam für mich kein anderes Lied infrage“, erklärte Stephen Bunting gegenüber BBC Gibraltar.

Vom Lieblingslied seines Sohnes zur persönlichen Hymne

Der 41-Jährige verbindet „Titanium“ nicht nur mit seiner Familie. Auch inhaltlich passe der Song zu seinem Spitznamen und zu der Einstellung, mit der er seine Spiele bestreitet. Die zentrale Botschaft „I’m bulletproof“ greift schließlich genau das Bild auf, das mit „The Bullet“ verbunden ist.

„Die Textzeile ist im Song enthalten. ‚I’m bulletproof, nothing to lose, fire away‘ – das alles passt zum Darts“, sagte er. „Es ist einfach ein absolut großartiger Song. Die Fans gehen mit und singen ihn mir entgegen.“ Gerade diese Reaktion des Publikums macht den Walk-on für den ehemaligen Masters-Champion zu einem besonderen Moment. Er versucht beim Einmarsch immer wieder, die Zuschauer mit seinen Gesten anzutreiben. Dabei kann die Atmosphäre für ihn durchaus emotional werden.

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die Fans dort oben dirigiere. Es wird gelegentlich auch sehr emotional“, berichtete der Engländer. „Dadurch spiele ich mit noch mehr Leidenschaft. Ich liebe dieses Lied.“

„Titanium“ begleitet den 41-Jährigen allerdings nicht nur bei seinen Auftritten vor großer Kulisse. Der Song ist gleichzeitig sein Klingelton und damit ein fester Bestandteil seines Alltags. Nach eigener Aussage hört er ihn deshalb mitunter bis zu 50-mal am Tag. Überdrüssig geworden ist er der Nummer trotzdem nicht.

Für einen kleinen Seitenhieb auf seinen englischen Kollegen Nathan Aspinall nutzte Bunting die Gelegenheit ebenfalls. „Ich bin nicht wie Nathan Aspinall, der den Text nicht kennt“, scherzte er. „Wenigstens kenne ich die Worte meines Walk-ons. Er hat keine Ahnung.“ Auch abseits der Turnierbühne ist Bunting derzeit intensiv beschäftigt. Neben Exhibitions sowie regelmäßigen Inhalten für YouTube und TikTok arbeitet er an weiteren Projekten. Im September soll seine Autobiografie „Bulletproof: From Pub to Palace“ erscheinen. Bereits der Titel greift erneut jene Botschaft auf, die seinen Walk-on und inzwischen einen bedeutenden Teil seiner öffentlichen Identität prägt.

„Wenn wir nicht gerade bei Turnieren Darts spielen, bestreiten wir gemeinsam Exhibitions oder kümmern uns um andere Dinge wie YouTube und TikTok“, erklärte Bunting. „Die Spieler machen ständig etwas anderes, aber wir arbeiten eigentlich immer.“

Was ursprünglich als Lieblingslied seines Sohnes begann, ist damit längst zu Buntings persönlicher Hymne geworden. „Titanium“ verbindet seine Familie, seinen Spitznamen und das besondere Verhältnis zu seinen Fans – und verleiht seinem Weg auf die Bühne eine emotionale Bedeutung, die weit über einen gewöhnlichen Walk-on hinausgeht.

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