Stephen Bunting hat die Debatte um störende Zuschauer mit einer klaren Warnung verschärft. Im Gespräch mit talksport sagte der Engländer, Pfeifkonzerte könnten Spieler im Darts „thousands of pounds“ kosten. Damit meint The Bullet nicht nur Ärger auf der Bühne, sondern ganz konkret verlorene Matches und verlorenes Preisgeld.
Der Auslöser für die deutlichen Worte liegt nur wenige Wochen zurück. Beim European Darts Trophy in Göttingen spielte The Bullet gegen Niko Springer in einer Atmosphäre, die immer wieder von Pfeifen und Störgeräuschen geprägt war. Schiedsrichter Huw Ware sah sich damals sogar gezwungen, das Publikum während des Deciders lautstark zur Ruhe zu bringen. Das Match ging mit 5:6 verloren – und genau darin liegt der Kern seiner Kritik: Im Darts kann ein kurzer Moment der Unruhe direkt den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen.
Bunting macht aus der Debatte eine Geldfrage
Gerade das hebt seine Aussage über den üblichen Ärger über unsportliches Verhalten hinaus. Stephen Bunting spricht nicht nur darüber, dass Pfiffe nerven oder die Atmosphäre ruinieren. Er zieht die Konsequenz viel härter: Wenn ein Spieler in einem engen Match beim Wurf auf Doppel gestört wird, kann ihn das ein Spiel – und damit Preisgeld – kosten. talkSPORT verweist dabei direkt auf die Niederlage gegen Springer: Das 5:6 kostete 1.500 Pfund an zusätzlichem European-Tour-Preisgeld.
Besonders deutlich wird der Punkt in seiner eigenen Unterscheidung. The Bullet sagt sinngemäß, dass Fans gerne rufen oder laut sein dürften – Pfeifen treffe Spieler aber anders, weil es genau in den Wurf hineingehe. Genau hier liegt der Kern des Problems: Pfeifkonzerte greifen direkt in den sportlichen Wettbewerb ein.
Göttingen und Sindelfingen zeigen, dass das Problem nicht mehr klein ist
Die Geschichte aus Göttingen steht dabei längst nicht mehr allein. Auch in Sindelfingen musste Huw Ware beim European Darts Grand Prix gegen anhaltendes Pfeifen vorgehen und stellte bei weiterem Fehlverhalten sogar einen Eingriff des Sicherheitspersonals in Aussicht. Damit wurde aus einzelnen unangenehmen Momenten ein wiederkehrendes Thema auf der Tour.
Dass der Engländer jetzt so deutlich wird, passt deshalb zur Entwicklung der vergangenen Wochen. Schon nach Göttingen sagte er, ihn habe die Atmosphäre „really hurt“, und Sky Sports beschrieb das Match ausdrücklich als von Whistling überschattet. Gleichzeitig zeigte sich der Premier-League-Spieler dort auch verständnisvoll gegenüber Luke Littlers Abneigung gegen bestimmte Deutschland-Termine. Die Debatte hat also längst eine größere Dimension erreicht und betrifft nicht nur einen einzelnen Abend oder einen einzelnen Spieler.
Vor Liverpool bekommt die Warnung zusätzlich Gewicht
Dass Stephen Bunting die Thematik ausgerechnet am Tag (23.04.) seines Premier-League-Heimabends in Liverpool wieder aufgreift, macht die Aussagen noch stärker. Laut Sky Sports geht The Bullet als Siebter in Night 12 , liegt fünf Punkte hinter Platz vier und braucht dringend einen starken Abend im Rennen um die Playoffs. Gerade in so einer Lage wirkt der Hinweis auf störende Zuschauer noch schärfer: Es geht nicht um Nebengeräusche, sondern um Faktoren, die im engsten Moment über Sieg, Niederlage und Ranglistenpunkte mitentscheiden können.
Für den Engländer ist das Thema damit klar größer als eine bloße Fan-Debatte. Wer im Darts in entscheidenden Momenten absichtlich gestört wird, verliert nach seiner Sicht nicht nur Fokus, sondern möglicherweise auch Matches und Geld. Genau deshalb ist seine Warnung so deutlich. Pfeifkonzerte sind in seiner Lesart kein lästiger Randaspekt des Sports – sondern etwas, das im entscheidenden Moment direkt über Sieg, Niederlage und Preisgeld mitentscheiden kann.







