Für Stephen Bunting (40) ist der Premier-League-Abend in Liverpool mehr als nur ein Heimspiel. Gegen Tabellenführer Jonny Clayton geht es vor allem darum, den Rückstand im Playoff-Kampf nicht noch größer werden zu lassen. Sky Sports schreibt, dass der 40-Jährige als Siebter in den Abend geht und aktuell fünf Punkte hinter Michael van Gerwen auf Rang vier liegt. Bei nur noch fünf verbleibenden Ligaabenden ist der Spielraum klein – und genau deshalb könnte Liverpool für ihn zu einer Schlüsselnacht werden.
Die Ausgangslage wird auch durch den Gegner nicht leichter. Clayton reist als Spitzenreiter nach Liverpool und verteidigt laut offizieller PDC-Vorschau die Tabellenführung gegen den home favourite Stephen Bunting. Für „The Bullet“ ist das die große Chance vor den eigenen Fans – aber eben auch direkt die schwerstmögliche Prüfung, weil der Waliser in dieser Premier-League-Saison zu den konstantesten Spielern gehört.
Liverpool ist für Bunting Chance und Druck zugleich
Die englische Sportseite zitiert Bunting vor seinem Heimabend mit den Worten, Liverpool werde „great for me“. Er freue sich enorm auf den Walk-on und hoffe sogar, dass die Atmosphäre seine Gegner ein Stück weit beeinflussen könne. Gleichzeitig erwartet er ein respektvolles Publikum. Genau diese Mischung macht den Abend für ihn so besonders: Heimvorteil ja, aber eben ohne Garantie.
Dass Liverpool für ihn emotional wird, macht Bunting in den Aussagen an Sky ebenfalls deutlich. Er sagte, er müsse beim Walk-on vermutlich erst einmal tief durchatmen und sprach sogar davon, dass er „probably have a little cry“ werde, wenn er den Abend gewinnen sollte. Solche Sätze zeigen ziemlich offen, wie viel dieser Termin für ihn bedeutet. Liverpool ist für Bunting deshalb nicht bloß eine schöne Kulisse, sondern ein Abend, an dem Sport, Erwartung und Emotionen direkt aufeinandertreffen.
Heimvorteil kann tragen – oder zusätzlichen Druck erzeugen
Heimvorteil ist in der Premier League keine Garantie auf eine große Nacht. Nathan Aspinall zeigte 2025 in Manchester, wie stark die eigene Halle tragen kann, als er dort die Night gewann. Der 40-Jährige kennt aber auch die andere Seite: Bei seiner Liverpool-Heimkehr 2025 wurde er von Rob Cross mit 6:1 gestoppt. Gerade deshalb ist der heutige Abend so spannend – weil die Atmosphäre ihn tragen kann, der Druck dadurch aber gleichzeitig größer wird.
Für Bunting kommt dazu, dass er in dieser Saison bereits gezeigt hat, dass er einen kompletten Abend an sich reißen kann. Die PDC erinnert daran, dass er Night Four in Belfast gewann und dabei unter anderem Luke Humphries und Jonny Clayton bezwang. Liverpool wäre nun die Gelegenheit, genau an diese Leistung wieder anzuknüpfen – nur diesmal unter deutlich größerem Druck in der Tabelle.
Der Playoff-Kampf könnte in Liverpool noch einmal kippen
Der Kern der Geschichte ist deshalb nicht einfach, dass der Liverpooler vor den eigenen Fans spielt. Entscheidend ist, dass er sich im Rennen um die Top vier kaum noch einen harmlosen Abend leisten kann. Mit nur noch fünf Nights bis zu den Playoffs kann ein einziger starker Abend die Lage wieder öffnen – eine weitere frühe Niederlage würde den Weg Richtung O2 dagegen deutlich komplizierter machen. Diese Einordnung ergibt sich aus der Tabellenlage vor Night 12 und dem verbleibenden Format der Premier League Darts.
Hinzu kommt, dass der 40-Jährige laut Sky Sports hofft, die Atmosphäre in Liverpool könne nicht nur ihn tragen, sondern auch seine Gegner beeinflussen. Gleichzeitig sagte er, dass die Menschen in der Stadt nach dem Abend noch lange darüber sprechen sollten. Das zeigt, wie groß er selbst diesen Termin denkt. Für „The Bullet“ kann Liverpool deshalb der Abend werden, der den Playoff-Kampf noch einmal öffnet – oder ihn fast endgültig unter Zugzwang setzt.







