Jonny Clayton hat nach seinem starken Premier-League-Abend in Rotterdam mit einer ungewöhnlich offenen Aussage für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach seinem zweiten Night-Sieg in Folge gab der 51-Jährige zu, ausgerechnet seinen 20. Hochzeitstag vergessen zu haben. Laut PDC sagte er nach dem Abend: „Eigentlich hätte ich etwas Besonderes machen müssen, denn heute ist unser 20. Hochzeitstag – und ich habe ihn vergessen.“ Aus einem normalen Sieger-Interview wurde damit plötzlich eine sehr persönliche Nebenstory.
Dass die Aussage hängen bleibt, liegt auch am sportlichen Kontext. Der Premier-League-Spitzenreiter gewann nicht irgendein Spiel, sondern holte sich nach seinem Triumph eine Woche zuvor direkt den nächsten Tagessieg. Die PDC ordnet den Abend als zweiten Night-Sieg in Serie ein, Sky Sports hebt zusätzlich hervor, dass der Engländer damit seine starke Position im Playoff-Rennen weiter festigte. Gerade deshalb wirkt die Geschichte so menschlich: Während auf der Bühne gerade vieles für ihn läuft, leistet Clayton sich privat einen Patzer, den wohl viele sofort nachvollziehen können.
The Ferret spricht so offen wie selten über seinen Fehler
Die Pointe der Geschichte ist nicht nur der vergessene Termin, sondern die Art, wie „The Ferret“ darüber sprach. Er versuchte gar nicht erst, den Moment kleinzureden. Stattdessen sagte er offen, dass er eigentlich etwas Besonderes hätte machen müssen – und es eben vergessen habe. Im selben Atemzug hoffte er sinngemäß, dass das Preisgeld des Abends den Patzer vielleicht ein wenig ausgleichen könne. The Sun greift genau diesen lockeren Unterton ebenfalls auf und verbindet ihn mit dem 20-jährigen Ehejubiläum und dem gewonnenen Abend.
Der Waliser wirkt selten wie ein Spieler, der Geschichten künstlich auflädt oder sich groß inszeniert. Wenn er so etwas sagt, klingt es nicht nach kalkulierter Pointe, sondern nach einem ehrlichen Satz direkt nach einem emotionalen Abend.
Der sportliche Lauf macht den Patzer noch auffälliger
Sportlich war der Abend in den Niederlanden nämlich ein weiterer großer Schritt. Laut PDC setzte sich Jonny Clayton in Night 11 durch, Sky Sports beschreibt den Sieg zusätzlich als weiteren Beleg dafür, dass der Tabellenführer seine frühe Außenseiterrolle in dieser Premier-League-Saison längst abgeschüttelt hat. Besonders aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang ein weiterer Satz. Laut Sky sagte der Waliser über frühere Prognosen, er könne Letzter werden: „Das hat mich wirklich getroffen. Ehrlich gesagt hat mich das ziemlich geärgert.“
Genau dieser Trotz gibt dem Stück zusätzlich Tiefe. Hinter dem lockeren Hochzeitstagsatz steckt eben nicht nur Humor, sondern auch ein Spieler, der gerade mit viel Selbstvertrauen, Trotz und Rhythmus unterwegs ist. Sky zitiert ihn außerdem mit einem augenzwinkernden Satz über das Finale gegen Luke Littler: sei es „der Opa gegen den jungen Kerl“ gewesen. Solche Aussagen passen zu einem Spieler, der sich locker gab, sportlich aber zugleich sehr genau wusste, wie wichtig dieser Abend für ihn war.
Mehr als nur eine kleine Nebenstory
Clayton steht in der Premier League sportlich ganz oben, wirkt auf der Bühne stabil und im Rhythmus – und erzählt dann plötzlich mit entwaffnender Offenheit von einem privaten Patzer. Gerade diese Mischung aus Form, Lockerheit und Ehrlichkeit gibt der Geschichte ihren Reiz.
Für den Waliser geht es aber schon heute Abend (23.04.) in Liverpool wieder weiter. Laut offizieller PDC-Vorschau trifft der Tabellenführer bei Night 12 auf Stephen Bunting und verteidigt dabei seine Spitzenposition. Genau das macht die Geschichte noch runder: Er kommt nicht als Spieler nach Liverpool, der sich auf einem netten Interviewmoment ausruhen kann, sondern als Nummer eins des Abends, die den nächsten großen Test vor sich hat.
Der vergessene Hochzeitstag bleibt damit eine charmante Nebenstory zu einem Spieler, der sportlich gerade einen echten Lauf hat. In Liverpool zählt für den 51-jährigen Jonny Clayton nun aber vor allem, ob er den Schwung direkt mitnehmen kann.







