Stephen Bunting ist beim World Matchplay 2026 nur knapp einem frühen Aus entgangen. Der Engländer überlebte gegen Debütant Niels Zonneveld drei Matchdarts und setzte sich nach einem dramatischen Sudden-Death-Leg mit 13:12 durch. Nach dem Kraftakt im Winter Gardens sprach der 41-Jährige ungewöhnlich offen über den weiteren Verlauf seiner Karriere.
Er hatte die Partie zunächst kontrolliert, doch Zonneveld ließ sich nicht abschütteln und kämpfte sich zurück. Beim Stand von 10:9 stand der Niederländer unmittelbar vor dem größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn, konnte jedoch drei Möglichkeiten zum Sieg nicht nutzen. Bunting kehrte an das Oche zurück, löschte 118 Punkte und rettete sich damit in die Verlängerung. Erst im alles entscheidenden 25. Leg machte „The Bullet“ den Einzug ins Achtelfinale perfekt.
„Ich musste wirklich sehr, sehr tief graben, um durchzukommen. […] Man gibt niemals auf, aber hinter der Bühne sitzt man trotzdem mit dem Kopf in den Händen und hofft, dass der Gegner verfehlt“, sagte Bunting nach der Partie laut SunSport in einem Interview. Der Sieg besitzt für ihn auch mit Blick auf die Weltrangliste große Bedeutung. In den kommenden Monaten muss die aktuelle Nummer acht erhebliche Preisgeldbeträge verteidigen. Dazu gehört vor allem das Preisgeld aus seinem Halbfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft 2025.
In der vergangenen Saison erreichte er bei keinem TV-Turnier das Halbfinale. Bleiben weitere tiefe Läufe auf den großen Bühnen aus, könnte er deshalb in der Order of Merit deutlich an Boden verlieren. Während die möglichen Auswirkungen seiner Ergebnisse regelmäßig diskutiert werden, versucht Bunting nach eigener Aussage, die Rangliste während der Turniere weitgehend auszublenden.
„The Bullet“ will zurück in die Premier League
Abseits des Oche ist der frühere Masters-Champion inzwischen ebenfalls stark beschäftigt. Bunting veröffentlichte seine Autobiografie „Bulletproof: From Pub to Palace, My Life in Darts“, baut seinen YouTube-Kanal weiter aus und arbeitet an seiner persönlichen Marke. Sein sportlicher Anspruch soll darunter jedoch nicht leiden.
„Ich weiß, dass ich in den vergangenen Jahren einer der besten Spieler der Welt war. Ich möchte zurück in die Premier League und bei den größten Turnieren der Welt dabei sein. Aber ich mache mir keine Illusionen: Ich muss mich verbessern und werde weiter daran arbeiten“, erklärte der 41-Jährige im weiteren Verlauf des Gespräches.
Gleichzeitig weiß der Engländer, dass seine verbleibende Zeit an der Spitze begrenzt ist. Während Spieler wie Luke Littler noch einen Großteil ihrer Karriere vor sich haben und ihren Turnierplan teilweise reduzieren können, versucht Bunting, sportliche Verpflichtungen, Familie und seine Projekte außerhalb der Bühne miteinander zu verbinden. „Ich nähere mich dem Ende meiner Karriere. Ich habe in diesem Jahr trotzdem unglaublich viel Darts gespielt und fühle mich angesichts dessen noch ziemlich frisch. Ich denke, wir haben den Kalender sehr gut gemanagt“, sagte er.
Von einem unmittelbar bevorstehenden Rücktritt sprach Bunting damit nicht. Vielmehr machte er deutlich, dass er die verbleibenden Jahre seiner Karriere möglichst erfolgreich nutzen möchte. Die Unterstützung seiner Fans und die Präsenz bei den größten Turnieren bleiben dabei zentrale Bestandteile seiner Pläne.
Beim World Matchplay geht es für ihn am Dienstag, 21. Juli, weiter. In der Abendsession ab 20:00 Uhr trifft er im Achtelfinale auf Josh Rock. Da vier Begegnungen nacheinander ausgetragen werden, steht die genaue Anwurfzeit der Partie noch nicht fest. Nach dem überstandenen Drama gegen Zonneveld wartet damit bereits die nächste schwere Aufgabe. Ein weiterer Sieg würde Bunting nicht nur ins Viertelfinale bringen, sondern ihm auch zusätzliches Preisgeld für die Order of Merit sichern.









