Stephen Bunting gewinnt Premier-League-Abend in Sheffield mit Gala-Finale

Stephen Bunting hat den letzten regulären Abend der Premier League Darts in Sheffield gewonnen. Der Engländer setzte sich im Finale mit 6:3 gegen Luke Humphries durch und beendete die Ligaphase mit seinem stärksten Auftritt des Abends.

Bunting hatte bereits im Viertelfinale Jonny Clayton mit 6:3 geschlagen und anschließend auch Gerwyn Price im Halbfinale mit 6:3 bezwungen. Im Endspiel gegen Humphries legte „The Bullet“ dann noch einmal zu. Mit einem Average von 106,37 Punkten, sieben 180ern und einer Doppelquote von 50 Prozent spielte Bunting ein starkes Finale und ließ Humphries trotz dessen 102,23 Punkten im Schnitt keine entscheidende Wende mehr.

Für Bunting änderte der Tagessieg nichts mehr an der verpassten Final Night. Trotzdem war es ein deutlicher Abschluss einer Premier-League-Saison, in der er mehrfach nah dran war und in Sheffield noch einmal zeigte, welches Niveau in seinem Spiel steckt.

Bunting bleibt nach Unterbrechung stabil

Bereits im Halbfinale gegen Price hatte Bunting einen der prägenden Momente des Abends. In der Partie kam es zu einer längeren Unterbrechung wegen eines Vorfalls im Publikum. Bunting drehte sich nach einem Wurf in Richtung Zuschauerbereich um, kurz darauf zeigte auch Price auf einen Fan. PDC-Offizielle begaben sich in den Bereich. In der Sport1-Übertragung wurde eingeordnet, dass der Zuschauer seinen Platz verließ. Anschließend wurde die Partie fortgesetzt.

Sportlich ließ sich Bunting davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Im Gegenteil: Er spielte die Partie kontrolliert zu Ende, gewann 6:3 und setzte mit einem 161er-Finish das Highlight des Halbfinals. Am Ende standen 98,98 Punkte im Average, drei 180er und 40 Prozent auf die Doppel. Price blieb bei 93,43 Punkten im Schnitt und verpasste damit die Chance, vor der Final Night noch einmal ein eigenes Zeichen zu setzen.

Auffällig war bei Bunting auch der Rhythmus. Der Engländer wirkte entschlossener und fand phasenweise schneller in seinen Wurfrhythmus als in vielen vorherigen Auftritten. Gerade nach der Unterbrechung blieb er stabil, hielt sein Niveau hoch und machte den späteren Finalsieg damit umso folgerichtiger.

Humphries demontiert Littler im Halbfinale

Vor dem Finale hatte Humphries selbst ein starkes Signal gesetzt. Gegen Tabellenführer Luke Littler gewann der Weltranglistenzweite im Halbfinale deutlich mit 6:1. Littler holte zwar das erste Leg, wirkte danach aber nicht mit der letzten Spannung im Spiel. Sein Final-Night-Ticket war längst sicher, während Humphries den Abend noch einmal als echten Test vor London nutzte.

Der Unterschied zeigte sich schnell. Humphries übernahm nach dem 0:1 komplett die Kontrolle und gewann sechs Legs in Folge. Mit 100,82 Punkten im Average, vier 180ern und sechs Treffern bei 16 Darts auf Doppel spielte er den Tabellenführer überraschend klar aus dem Turnier. Littler blieb bei 95,97 Punkten im Schnitt, kam nach dem Auftaktleg aber nicht mehr entscheidend zurück.

Auch die Viertelfinals lieferten bereits Spannung. Price überzeugte beim 6:2 gegen Gian van Veen mit 105,97 Punkten im Schnitt, Humphries schlug Michael van Gerwen in einem hochklassigen Decider mit 6:5. Littler musste gegen Josh Rock ebenfalls über elf Legs, während Bunting seinen Abend mit dem 6:3 gegen Clayton eröffnete.

Final Night steht im Zeichen der Top vier

Für die Final Night im Londoner O2 bleibt die große Ausgangslage klar: Littler, Clayton, Humphries und Price spielen um den Premier-League-Titel. Die genaue Setzung und damit die Halbfinals sollten nach dem letzten Abend über die offizielle PDC-Tabelle bestätigt werden.

Sheffield war damit mehr als nur ein Auslaufen der Ligaphase. Stephen Bunting gewann ohne Play-off-Perspektive, aber mit einem echten Ausrufezeichen. Humphries zeigte gegen Littler, dass er vor London gefährlich bleibt. Und Price verpasste nach seinem starken Viertelfinale die Chance, den Abend selbst zu prägen.

Die Premier League reist damit mit einer klaren Botschaft nach London: Littler bleibt der Maßstab, aber Sheffield hat gezeigt, dass er nicht unangreifbar ist.

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