James Wade nach 25 Jahren auf Tour: „Es ist schon traurig“

James Wade gehört seit rund 25 Jahren zur Weltspitze im Dartsport. Der Engländer gewann zahlreiche große Titel, bestritt unzählige Turniere und verbrachte einen erheblichen Teil seines Lebens in Veranstaltungshallen, Hotels und Flugzeugen. Trotz aller Erfolge hat das Leben als professioneller Dartspieler für „The Machine“ jedoch auch eine einsame Seite.

Besonders deutlich wurde dies bei seiner Rückkehr auf die World Series of Darts. Nach längerer Abwesenheit erhielt der mittlerweile 43-Jährige wieder Einladungen für mehrere internationale Turniere. Die Freude über seine Rückkehr auf die großen Bühnen wurde allerdings von einem persönlichen Problem begleitet: Wade reiste ohne vertraute Begleitung zu den Veranstaltungen. „Der einzige negative Punkt ist momentan, dass ich diese World-Series-Turniere allein und ohne Begleitung bestreite. Deshalb ist es ziemlich schwierig und anstrengend“, erklärte er offen.

Der Engländer machte keinen Hehl daraus, dass ihm die gemeinsamen Erlebnisse abseits des Dartboards fehlten. Gerade nach seiner langen Karriere hätte er die besonderen Reisen gerne mit einer ihm nahestehenden Person geteilt. „Es ist ziemlich einsam. Nachdem ich das seit 25 Jahren mache, ist es schon traurig, dass niemand diese Erfahrung mit mir teilt. Trotzdem bin ich glücklich und dankbar, hier zu sein“, sagte der mehrfache Major-Sieger.

Für seine Reise nach Australien hat Wade deshalb bereits andere Pläne. Dort soll ihn sein langjähriger Freund Lee begleiten, den er bereits seit seiner Kindheit kennt. Neben dem sportlichen Teil möchte Wade die Reise diesmal bewusster genießen. Unter anderem stehen Hochseeangeln und gutes Essen auf seinem persönlichen Programm.

Dass Einsamkeit und ständiges Reisen im modernen Profidarts eng miteinander verbunden sind, hatte Wade bereits in einem früheren Interview angesprochen. Dabei kritisierte er nicht grundsätzlich die Entwicklung des Sports. Die gestiegenen Preisgelder und die wachsenden Möglichkeiten seien positiv. Gleichzeitig stelle der immer vollere Kalender die Spieler jedoch vor neue Herausforderungen. „Ich könnte zu 100 Prozent jeden Tag der Woche in einem Hotel verbringen und irgendetwas im Darts machen. Eigentlich braucht man gar kein Haus mehr. Ist das gesund?“, fragte er damals.

Seine Aussagen zeigen eine Seite des Profidarts, die bei vollen Hallen, hohen Preisgeldern und großen Fernsehübertragungen häufig in den Hintergrund gerät. Die Spieler verbringen viele Wochen im Jahr fernab ihrer Familien und ihres gewohnten Umfelds. Zwischen Turnieren, Reisen und Verpflichtungen bleibt oft nur wenig Zeit für ein normales Privatleben.

Sportlich richtet der 43-Jährige den Blick nun auf die beiden World-Series-Turniere in Ozeanien. Zunächst steht am 14. und 15. August das New Zealand Darts Masters in Auckland auf dem Programm. Eine Woche später folgt am 21. und 22. August das Australian Darts Masters in Wollongong, für das „The Machine“ ebenfalls bestätigt wurde.

James Wade möchte die verbleibenden Jahre seiner Karriere offenbar bewusster erleben. Sportlich sieht er sich weiterhin in der Lage, große Titel zu gewinnen. Gleichzeitig scheint ihm zunehmend wichtig zu sein, die besonderen Momente seiner Laufbahn nicht mehr ausschließlich allein zu verbringen.

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