Ross Smith hätte seinen ersten Auftritt bei einem regulären Einladungsturnier der World Series of Darts beinahe verpasst. Der Engländer wusste zunächst nichts von seiner Einladung für die beiden Turniere in Neuseeland und Australien. Erst ein überraschender Anruf der Professional Darts Corporation sorgte dafür, dass der Weltranglisten-16. von seiner Nominierung erfuhr.
Grund für das Missverständnis war offenbar eine übersehene E-Mail nach einem Wechsel im Management des Engländers. „Mein Manager hatte die E-Mail tatsächlich nicht gesehen. Deshalb wusste ich nicht, dass ich ausgewählt worden war“, erklärte er im Gespräch mit dem New Zealand Herald.
Die PDC wartete zunächst vergeblich auf eine Rückmeldung und griff schließlich selbst zum Telefon. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Smith zu Hause und ahnte noch nichts von seiner bevorstehenden Reise. „Ich stand in meiner Küche, als mich die PDC anrief und um eine Antwort bat. Das war ein kleiner Schock und eine Entscheidung, über die man nicht zweimal nachdenken muss“, berichtete der 37-Jährige.
Die Einladung erforderte dennoch einige kurzfristige Änderungen. Der frühere European Champion hatte für August bereits einen Familienurlaub in Griechenland gebucht. Nachdem Smiths Teilnahme an den beiden World-Series-Turnieren feststand, wurde die Reise vorverlegt. Dadurch konnte der Engländer sowohl seinen Urlaub antreten als auch seinen lang ersehnten Auftritt in Auckland wahrnehmen.
Besonderer Bezug zu Neuseeland
Für Ross Smith besitzt die Reise nach Neuseeland auch eine persönliche Bedeutung. Sein Vater hatte das Land in jungen Jahren besucht und später häufig von seinen Erlebnissen erzählt. Auckland gehörte deshalb schon länger zu den Reisezielen, die sich der Engländer selbst einmal ansehen wollte.
Auf einen Bungee-Sprung vom bekannten Sky Tower wird „Smudger“ allerdings voraussichtlich verzichten. „Ich bin kein Freund von Höhen. Ich habe panische Angst davor“, gestand der 37-Jährige. Andere Profis hatten den Sprung während früherer World-Series-Reisen gewagt. Ganz ausschließen wollte Smith ein Umdenken dennoch nicht: „Vielleicht könnte man mich noch überreden. Es kommt darauf an, ob ihr mich alle wie ein kleines Baby weinen sehen wollt.“
Sportlich hat sich Ross Smith seine Einladung mit einer starken Saison verdient. Im bisherigen Jahresverlauf gewann er zwei Players-Championship-Turniere und holte bei den International Darts Open seinen ersten Titel auf der European Tour. Hinzu kamen unter anderem das Finale beim European Darts Grand Prix sowie das Viertelfinale beim World Matchplay.
In Auckland könnte es außerdem zu einem besonderen Wiedersehen kommen. Während der Corona-Pandemie trat der Engländer regelmäßig online gegen neuseeländische Spieler wie Haupai Puha und Ben Robb an. „Es war schon ziemlich seltsam, damals live gegen diese Jungs auf der anderen Seite der Welt zu spielen“, erinnerte er sich. Nun kann er ihnen erstmals bei einem regulären World-Series-Turnier persönlich begegnen.
Die New Zealand Darts Masters werden am 14. und 15. August in Auckland ausgetragen. Eine Woche später reist das Teilnehmerfeld zu den Australian Darts Masters nach Wollongong weiter. Dort steht das Turnier am 21. und 22. August auf dem Programm.










