Jurjen van der Velde stellt seine Darts-Karriere neu auf. Der 23-jährige Niederländer hat sich der Managementagentur Invictus angeschlossen, hinter der Paul Stretford und Steve Mottershead stehen. Stretford ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Fußballstar Wayne Rooney bekannt, während Mottershead im Dartsport bereits Phil Taylor begleitete.
Zum neuen Umfeld gehört außerdem Raymond van Barneveld. Gerade dessen Erfahrung macht den Wechsel für den jungen Niederländer besonders wertvoll. Im exklusiven Gespräch mit Oche180 erklärte Van der Velde: „Raymond ist natürlich eine Legende des Sports.“ Gemeinsam mit Mottershead könne der fünfmalige Weltmeister ihm dabei helfen, sich am Board und außerhalb der Turnierhallen weiterzuentwickeln.
„Sie können mir viele Tipps geben und mir helfen, ein besserer Dartspieler zu werden“, sagte der frühere Finalist der PDC-Jugend-Weltmeisterschaft. Perspektivisch könne van Barneveld möglicherweise auch jüngere Spieler aus dem Invictus-Team unterstützen. Konkrete Pläne für eine solche Rolle gibt es bislang allerdings nicht.
Trotz seiner sportlichen Ambitionen bleibt Van der Velde eng mit dem Familienbetrieb verbunden. Der Niederländer arbeitet weiterhin als Landwirt und hilft unter anderem beim Melken und Versorgen der Kühe. Sein Vater verschafft ihm jedoch den nötigen Freiraum für Training und Turnierreisen. Gerade während trockener und heißer Phasen bedeutet die Arbeit auf dem Hof zusätzliche Belastung, weil das Vieh mit weiteren Futtervorräten versorgt werden muss.
Ally-Pally-Debüt erfüllt den größten Traum
Der Schritt zu einem erfahrenen Management folgt auf die bislang prägendste Saison seiner Karriere. Bei den UK Open 2025 erreichte Van der Velde die fünfte Runde. Einige Monate später überstand er bei seinem Grand-Slam-Debüt die Gruppenphase, ehe Luke Humphries den Niederländer im Achtelfinale mit 10:3 stoppte.
Anschließend erfüllte er sich bei der Weltmeisterschaft 2025/26 seinen großen Kindheitstraum. Noch vor dem ersten Dart gegen Danny Noppert wurde Van der Velde von seinen Gefühlen überwältigt und verbarg sein Gesicht hinter einem Handtuch. „In diesem Moment wurde mir klar, dass ich jetzt auf dieser großen Bühne spielen werde“, erinnerte er sich gegenüber Oche180 an den Einmarsch im Alexandra Palace.
Sportlich endete das Debüt mit einer 1:3-Niederlage. Die Bedeutung des Auftritts schmälerte das Ergebnis jedoch nicht. Seit seinem Einstieg in den Dartsport im Alter von zwölf Jahren hatte der Niederländer davon geträumt, eines Tages auf der größten Bühne der Welt zu stehen. „Da flossen also ein paar kleine Tränen bei mir“, berichtete er über den Moment unmittelbar vor der Partie.
Schon beim Grand Slam hatte Van der Velde mit starkem Druck und körperlichen Anzeichen von Angst zu kämpfen. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Damon Heta schlug sein Herz schneller, zeitweise wurde ihm schlecht. Inzwischen betrachtet er solche Situationen als Teil seines Lernprozesses und glaubt, mit zunehmender Bühnenerfahrung besser damit umgehen zu können.
Der Wechsel zu Invictus kommt daher zu einem wichtigen Zeitpunkt. Mit erfahrenen Ansprechpartnern, der Nähe zu van Barneveld und der Unterstützung seiner Familie besitzt Van der Velde nun ein stabiles Umfeld. Der nächste Schritt besteht darin, seine Leistungen auf der ProTour zu festigen und weitere Auftritte auf den großen PDC-Bühnen zu erreichen.










