Michael Smith hat in seiner Karriere gegen Weltmeister, Topstars und einige der schnellsten Scorer im professionellen Darts gespielt. Als unangenehmsten Gegner nennt der Engländer dennoch keinen der üblichen Verdächtigen. Für den Weltmeister von 2023 war Mensur Suljovic der Spieler, gegen den er am ungernsten ans Oche trat.
In einem von seinem Ausrüster Shot Darts veröffentlichten Schnellfrage-Interview wurde Smith nach dem härtesten Gegner seiner Laufbahn gefragt. Seine Antwort fiel ohne langes Zögern: „Mensur Suljovic. Selbst das Publikum stellte sich gegen ihn, weil er wegen seiner langsamen Spielweise so oft ausgebuht wurde.“
Dabei richtet sich seine Kritik ausdrücklich nicht gegen den Menschen Suljovic. Abseits der Bühne versteht sich der „Bully Boy“ nach eigener Aussage gut mit dem Österreicher. Sobald beide jedoch in einem Match aufeinandertreffen, ändert sich die Wahrnehmung. „Er weiß genau, was er tut. Er macht das mit Absicht. Aber ich mag Mensur als Menschen – als Spieler kann ich ihn nicht ausstehen“, erklärte Smith.
Die Bilanz unterstreicht, weshalb der ungewöhnliche Rhythmus für ihn mehr als nur ein persönliches Ärgernis war. Insgesamt standen sich beide Profis bislang 23-mal gegenüber. Suljovic entschied 13 dieser Duelle für sich. Besonders deutlich verlief ihr Aufeinandertreffen bei den Players Championship Finals 2015. Damals setzte sich der Österreicher in der zweiten Runde mit 10:3 durch und zog ins Viertelfinale ein.
Michael Smiths Aussagen sind deshalb weniger als Zweifel an Suljovics sportlichen Fähigkeiten zu verstehen. Vielmehr beschreibt der Engländer, wie schwierig es für einen Spieler mit seinem natürlichen und vergleichsweise flüssigen Wurfrhythmus sein kann, sich auf lange Pausen und einen methodischen Gegner einzustellen.
Schlafen statt Rahmenprogramm
Im selben Interview gewährte Smith einen Einblick in seinen Alltag während mehrtägiger Turniere. Während andere Spieler ihre freie Zeit mit Training, Ausflügen oder gemeinsamen Aktivitäten verbringen, setzt der frühere Weltmeister konsequent auf Erholung. „Schlafen. Besonders wenn ich viel reise und unterwegs bin, nutze ich die Zeit buchstäblich, um im Bett zu bleiben“, sagte der 35-Jährige.
Seinen Tagesablauf richtet er vollständig auf den jeweiligen Spielbeginn aus. Rund fünf Stunden vor seinem Match stehe er auf, dusche und mache sich anschließend auf den Weg zum Veranstaltungsort. Bei längeren Aufenthalten verlasse er sein Zimmer nur selten. „Wenn ich drei Tage in einem Hotel bin, verbringe ich zweieinhalb davon im Bett – definitiv waagerecht und schlafend“, beschrieb Smith seine bevorzugte Turniervorbereitung.
Auch bei der Frage nach dem besten Leg der Darts-Geschichte besitzt der Engländer eine klare Meinung. Für ihn bleibt das WM-Finale 2023 gegen Michael van Gerwen unerreicht. Van Gerwen warf in dem inzwischen berühmten Leg zunächst acht perfekte Darts, verfehlte anschließend jedoch die Doppel-12. Smith antwortete nach ebenfalls acht perfekten Pfeilen mit dem 141er-Finish und vollendete den Neundarter.
Das perfekte Leg von Luke Littler gegen Josh Rock beim World Matchplay 2025 hält er ebenfalls für außergewöhnlich. Den entscheidenden Unterschied sieht der „Bully Boy“ jedoch im direkten Druck des WM-Finales. „Dass Michael die Doppel-12 verfehlt und ich dann die Nerven behalte und ihm zeige, wie es geht, wird niemals übertroffen“, erklärte er.
Damit vereinte das kurze Interview drei sehr unterschiedliche Seiten des ehemaligen Weltmeisters: seine offene Abneigung gegen einen bestimmten Spielstil, seinen unspektakulären Turnieralltag und den Stolz auf jenen Moment, der längst zu den bekanntesten Szenen der Darts-Geschichte gehört.










