Ross Smith rechnet mit Grand-Slam-System ab

Ross Smith hat deutliche Kritik am Qualifikationssystem für den Grand Slam of Darts geübt. Der Weltranglisten-16. kann nicht nachvollziehen, weshalb erfolgreiche Tour-Card-Inhaber trotz mehrerer Turniersiege um ihren Startplatz bangen müssen, während Spieler aus verschiedenen Nachwuchs- und Regionalserien automatisch qualifiziert werden.

Obwohl Ross Smith seit Jahren zur erweiterten Weltspitze gehört und regelmäßig auf der ProTour überzeugt, nahm er seit 2020 nur zweimal am Grand Slam of Darts teil. Gegenüber talksport bezeichnete der frühere Europameister die derzeitigen Kriterien als „absolut schockierend“.

Seine Kritik richte sich ausdrücklich nicht gegen die qualifizierten Nachwuchsspieler oder Vertreter der internationalen Touren. Ross Smith stört vielmehr die Gewichtung der unterschiedlichen Qualifikationswege. Einige Teilnehmer erhalten über Finalteilnahmen oder den Gewinn einer regionalen Serie einen festen Startplatz, obwohl sie keine Tour Card besitzen.

Erfolgreiche Profis können dagegen trotz mehrerer Ranglistentitel leer ausgehen. „Ich verstehe einfach nicht, wie man ein, zwei oder drei Ranglistenturniere gewinnen und trotzdem zu Hause sitzen kann“, erklärte der Engländer. Dass Turniersieger ein Major anschließend lediglich im Fernsehen verfolgen müssten, sei für ihn nur schwer nachvollziehbar.

Drei Titel unterstreichen seine Kritik

Die aktuelle Saison verleiht seinen Aussagen zusätzliches Gewicht. Smudger gewann 2026 bereits drei PDC-Ranglistenturniere. Nach seinem Erfolg bei Players Championship 5 holte der 37-Jährige bei den International Darts Open seinen ersten Titel auf der European Tour. Im Juni folgte bei Players Championship 20 der dritte Turniersieg des Jahres.

Hinzu kommen das Finale beim European Darts Grand Prix und der Einzug ins Viertelfinale des World Matchplay. Bereits 2025 hatte der Engländer zwei Players Championships gewonnen und das Finale der Austrian Darts Open erreicht. Trotzdem verpasste er damals den Grand Slam in Wolverhampton.

Für 2026 hat die PDC das Teilnehmerfeld erstmals von 32 auf 48 Spieler erweitert. Bis zu 24 Plätze gehen an die Finalisten der großen TV-Turniere. Weitere Startplätze sind unter anderem für erfolgreiche Spieler der Development Tour, Challenge Tour und Women’s Series sowie für verschiedene internationale Champions vorgesehen.

Das Feld wird anschließend bis auf 40 Teilnehmer mit Siegern der European Tour und Players Championships aufgefüllt. Entscheidend sind zunächst die Anzahl der gewonnenen Turniere und danach die Position in der PDC Order of Merit. Die letzten acht Tickets werden am 6. November beim Tour Card Holder Qualifier vergeben.

Mit seinen drei Ranglistentiteln besitzt Ross Smith derzeit eine starke Ausgangsposition. Eine verpasste Qualifikation für 2026 steht daher keineswegs fest. Seine Kritik zielt vielmehr auf das grundsätzliche System und die Erfahrung aus dem Vorjahr.

Die Erweiterung auf 48 Teilnehmer verbessert die Chancen erfolgreicher Tourspieler, beseitigt den zentralen Kritikpunkt jedoch nicht vollständig. Der Grand Slam soll unterschiedliche Bereiche des Dartsports zusammenführen. Für den Europameister von 2022 darf dieses besondere Konzept aber nicht dazu führen, dass mehrfach erfolgreiche PDC-Turniersieger zu Hause bleiben müssen.

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