Rob Cross kämpft sich zurück – und überrollt Noppert in Blackpool

Vor wenigen Monaten drohte Rob Cross das World Matchplay erstmals seit Beginn seiner Profikarriere zu verpassen. Nun ist der Champion von 2019 zurück in den Winter Gardens – und hat seine mühsam erkämpfte Teilnahme mit einem deutlichen 10:3-Erfolg gegen Danny Noppert bestätigt.

Er übernahm früh die Kontrolle über die Begegnung. Während Noppert nicht in seinen Rhythmus fand und mehrere Chancen liegen ließ, setzte sich „Voltage“ bis zur ersten Pause bereits auf 5:0 ab. Der Niederländer konnte den Rückstand anschließend nicht mehr entscheidend verkürzen.

Cross beendete die Partie mit einem Average von 97,41 Punkten und verwandelte 52,6 Prozent seiner Versuche auf den Doppelfeldern. Mit einem 128er-Finish sorgte er zudem für den spielerischen Höhepunkt des Matches. Nach nur 13 Legs stand der klare Einzug ins Achtelfinale fest.

Der Sieg bedeutete für den 35-Jährigen mehr als einen gelungenen Auftakt. Noch vor wenigen Monaten hatte der frühere Weltmeister deutlich außerhalb der Qualifikationsplätze gelegen. Nach der Partie sprach er in der Medienrunde, an der auch die PDC teilnahm, über die Arbeit hinter seiner Rückkehr nach Blackpool. „Ich habe mir den Hintern aufgerissen, um hierherzukommen. Ich glaube, dass ich es verdient habe, hier zu sein.“ und fügte hinzu: „Es zu verpassen, wäre herzzerreißend gewesen.“

Der Engländer erklärte, dass ihn erst ein Gespräch mit seinem Manager Rab Bain auf die bedrohliche Situation aufmerksam gemacht habe. Weil er sich in den vergangenen Jahren nie ernsthaft mit dem Qualifikationsrennen beschäftigen musste, habe er die Rangliste zunächst kaum beachtet. Bei einem genaueren Blick habe er sich jedoch weit außerhalb der entscheidenden Plätze wiedergefunden.

Cross kämpft sich zurück nach Blackpool

Die Aussicht, die Winter Gardens erstmals als Profi zu verpassen, wurde für ihn zum Weckruf. In den folgenden zweieinhalb bis drei Monaten habe er sich wieder konsequent auf sein Spiel und die Qualifikation konzentriert. Das erste Ziel sei ausschließlich gewesen, seinen Platz beim World Matchplay zurückzugewinnen.

Den entscheidenden Schritt machte Cross Mitte Juni beim Players Championship 22 in Wigan. Nach seinem ersten Titelgewinn des Jahres beschrieb er gegenüber der PDC, wie weit er zwischenzeitlich hinter den Qualifikationsplätzen zurückgelegen hatte. Er sagte dazu bei der PDC: „Vor drei Monaten lag ich im Matchplay-Rennen wohl 15.000 Pfund zurück. Dann habe ich mir selbst einen Tritt gegeben.“

Rob Cross gewann an diesem Tag sieben Begegnungen und setzte sich im Finale mit 8:5 gegen Maik Kuivenhoven durch. Mit einem Turnieraverage von 98,91 Punkten verschaffte er sich praktisch die entscheidende Sicherheit im Rennen um Blackpool. Der Engländer betonte damals zudem, wie viel ihm das World Matchplay bedeutet und dass er sich bei voller Leistungsfähigkeit weiterhin für gefährlich genug hält, um die besten Spieler der Welt zu schlagen.

Gegen Noppert bestätigte Cross nun die steigende Formkurve. Er musste nicht über die gesamte Begegnung sein höchstes Scoring abrufen, nutzte seine Chancen aber konsequent und ließ den gesetzten Niederländer nach der frühen Führung nicht mehr zurück ins Match kommen.

Im Achtelfinale wartet mit Gerwyn Price allerdings eine deutlich schwierigere Aufgabe. Der Waliser lag gegen Martin Schindler bereits mit 0:4 und 2:6 zurück, kämpfte sich jedoch in die Begegnung und gewann nach Verlängerung mit 11:9.

Nach seinem Kampf um die Teilnahme ist Cross damit wieder dort angekommen, wo er unbedingt hinwollte. Das 10:3 gegen Noppert war nicht nur ein souveräner Auftaktsieg, sondern auch die erste große Belohnung für seine Aufholjagd der vergangenen Monate.

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