Night 13 der Premier League Darts 2026 hatte in Aberdeen einiges zu bieten: Pfiffe gegen Luke Littler, einen starken Gian van Veen, einen kämpfenden Gerwyn Price, eine kleine Mikro-Panne auf der Bühne und am Ende ein hochklassiges Finale zwischen Littler und Luke Humphries. Im P&J Live ging es dabei nicht nur um den Tagessieg, sondern auch um wichtige Punkte im Rennen um die Play-offs.
Am Ende setzte sich Littler durch. Der 19-Jährige gewann das Finale gegen Humphries mit 6:5, drehte dabei einen 3:5-Rückstand und übernahm durch den Tagessieg auch die Tabellenführung. Jonny Clayton blieb nach seinem Viertelfinal-Aus ohne Punkte, Humphries sammelte trotz Finalniederlage wichtige Zähler im Kampf um die Top 4.
Premier League Darts 2026: Ergebnisse von Night 13 in Aberdeen
| Runde | Partie | Ergebnis |
|---|---|---|
| Viertelfinale | Josh Rock – Luke Littler | 3:6 |
| Viertelfinale | Stephen Bunting – Gerwyn Price | 5:6 |
| Viertelfinale | Jonny Clayton – Gian van Veen | 2:6 |
| Viertelfinale | Luke Humphries – Michael van Gerwen | 6:3 |
| Halbfinale | Luke Littler – Gerwyn Price | 6:1 |
| Halbfinale | Gian van Veen – Luke Humphries | 3:6 |
| Finale | Luke Littler – Luke Humphries | 6:5 |
Littler übernimmt die Tabellenführung
Auch in der Tabelle spitzte sich die Lage weiter zu. Jonny Clayton ging mit 32 Punkten als Spitzenreiter in den Abend, blieb durch das 2:6 gegen Gian van Veen aber ohne weitere Punkte. Littler nutzte die Chance, gewann den Abend und steht nach Night 13 bei 34 Punkten. Damit zieht der Engländer an Clayton vorbei.
Gerwyn Price verbesserte sich durch seinen Halbfinaleinzug auf 21 Punkte. Michael van Gerwen blieb nach der Niederlage gegen Humphries bei 18 Punkten stehen. Van Veen verkürzte durch seinen starken Abend auf 16 Punkte, Humphries steht nach dem Finaleinzug ebenfalls bei 16 Punkten. Der Kampf um die Play-off-Plätze bleibt damit vor Night 14 weiter offen.
Littler trotzt Pfiffen und zieht ins Finale ein
Littler eröffnete den Abend mit einem 6:3 gegen Josh Rock. Schon beim Walk-on war die Stimmung auffällig: Neben Jubel waren auch deutliche Pfiffe zu hören. Sportlich gab der Engländer aber die passende Antwort. Bis zum 3:3 blieb die Partie offen, danach gewann Littler drei Legs in Serie.
Die Zahlen passten zum Niveau des Auftakts. Littler spielte 105,86 Punkte im Schnitt, Josh Rock kam ebenfalls stark auf 101,25 Average. Beide warfen je drei 180er. Rock traf sogar alle drei Darts auf Doppel, musste sich aber trotzdem geschlagen geben.
Vor dem Halbfinale gegen Price sorgte zunächst ein defektes Mikrofon von Caller Huw Ware kurz für Verwirrung, ehe ein kabelgebundenes Ersatzmikrofon zum Einsatz kam. Die Stimmung rund um Littler blieb danach weiter eher verhalten und angespannt. Bei seiner Ankündigung waren erneut Pfiffe und Buhrufe zu hören, später kamen auch während einzelner Würfe vereinzelte negative Reaktionen aus dem Publikum.
Während Price vor Spielbeginn auf der Bühne sichtbar den Kontakt zur Halle suchte und den Daumen in Richtung Publikum zeigte, gehörte das Match sportlich schnell Littler. Auch im Publikum gab es ein bekanntes Gesicht: Unter anderem war Fallon Sherrock zu sehen, als der 19-Jährige den besseren Start erwischte und früh mit 3:1 führte. Danach ließ er Price kaum noch zurückkommen. Littler gewann 6:1, spielte 98,34 Average, warf vier 180er und traf 6 seiner 13 Darts auf Doppel.
Price dreht Bunting, van Veen schlägt Clayton
Price hatte sich zuvor mit einem 6:5 gegen Stephen Bunting ins Halbfinale gekämpft. Das Match war weniger laut als der Auftakt, hatte aber seine eigene Dramaturgie. Price brachte früh Emotion ins Spiel, haderte später sichtbar und drehte die Partie trotzdem noch. Bunting führte zwischenzeitlich 4:2 und hatte mit 97,02 Average, fünf 180ern und einem 124er-Finish starke Zahlen. Price kam zwar nur auf 95,98 Average, traf aber 6 seiner 15 Darts auf Doppel. Bunting ließ mit 5/20 zu viel liegen — und genau das wurde im Decider teuer.
Das deutlichste Viertelfinal-Zeichen setzte van Veen. Der Niederländer schlug Tabellenführer Clayton mit 6:2, spielte 104,32 Average, warf drei 180er und glänzte mit einem 152er-Finish. Clayton blieb bei 95,14 Punkten im Schnitt und traf nur 2 seiner 7 Darts auf Doppel. Die zuletzt thematisierte Nierenstein-Behandlung war auf der Bühne kaum ein sichtbares Thema.
Kleines Detail am Rande: Beim deutlichen Zwischenstand nahm sich Gian van Veen kurz Zeit, um seine Brille zu putzen. Der klare Blick passte zum Auftritt gegen Clayton.
Humphries schlägt van Gerwen und stoppt van Veen
Humphries komplettierte das Halbfinalfeld mit einem 6:3 gegen Michael van Gerwen. Nach dem 3:3 gewann der Engländer die letzten drei Legs und setzte sich mit dem besseren Scoring durch. Humphries spielte 99,18 Average, warf drei 180er und kam auf 17 Aufnahmen von 100+. Van Gerwen traf zwar 3 seiner 6 Darts auf Doppel und hatte mit 122 das höchste Finish der Partie, blieb mit 91,02 Average aber zu selten im Druck.
Ein unglücklicher Moment für Humphries war ein möglicher 180er, bei dem der dritte Dart kurz am Board andockte, aber nicht stecken blieb. Der Bouncer war ärgerlich, änderte am Verlauf des Abends aber wenig.
Im Halbfinale legte Humphries nach und besiegte van Veen mit 6:3. Die Zahlen waren auf beiden Seiten stark: Van Veen spielte 102,67 Average, warf fünf 180er und traf 3 seiner 4 Doppel. Humphries lag mit 101,80 Average nur knapp darunter, setzte aber nach dem 3:3 den entscheidenden Lauf. Das Ausrufezeichen war ein 160er-Finish, mit dem der Engländer das Match in seine Richtung zog.
Van Veen spielt erst seit rund zwei Wochen mit neuen Darts, wirkte in Aberdeen aber alles andere als in einer Findungsphase. Nach dem starken Sieg gegen Clayton lieferte er erneut gute Zahlen, doch Humphries hatte in der entscheidenden Phase die besseren Antworten.
Littler dreht Finale gegen Humphries
Das Finale begann schon vor dem ersten Dart mit einem klaren Stimmungsbild: Humphries wurde in Aberdeen gefeiert, Littler bekam bei seiner Ankündigung dagegen erneut vor allem Buhrufe und einzelne Pfiffe ab. Sportlich entwickelte sich danach aber ein starkes Endspiel.
Im dritten Leg kam für Littler noch ein Bouncer dazu — ein kurzer Ärger-Moment in einem ohnehin aufgeheizten Finale. Aus dem Konzept brachte ihn das zunächst aber nicht: Nach drei Legs führte der 19-Jährige mit 2:1. Humphries blieb jedoch dran, glich aus und übernahm nach dem 3:3 die Kontrolle. Beim Stand von 5:3 war der Weltranglistenzweite nur noch ein Leg vom Tagessieg entfernt.
Doch Littler kam noch einmal zurück. Der Engländer verkürzte auf 4:5, erzwang den Decider und gewann das Finale schließlich mit 6:5. Dabei lagen beide Spieler statistisch fast gleichauf: Littler spielte 103,42 Average, Humphries kam auf 103,10 Punkte im Schnitt. Humphries warf zwar vier 180er und checkte 5 seiner 9 Darts auf Doppel, Littler setzte sich aber mit dem besseren Ende durch.
Mit dem Tagessieg übernimmt Littler die Tabellenführung vor Clayton. Humphries verpasste zwar den großen Sprung auf Augenhöhe mit van Gerwen, nahm aus Aberdeen aber dennoch drei wichtige Punkte mit.
Mit dem Ergebnis von Aberdeen richtet sich der Blick bereits auf Night 14. Die Premier League Darts 2026 geht am kommenden Donnerstag in Leeds weiter. Dort steigt der Druck im Rennen um die Play-offs weiter, denn nach Aberdeen bleiben nur noch drei reguläre Nächte bis zur Finals Night.







