Luke Littler hat Beau Greaves nach ihrem historischen Pro-Tour-Titel deutlich den Rücken gestärkt. Der 19-Jährige sieht in der Engländerin nicht nur eine Ausnahmeerscheinung im Darts, sondern auch eine mögliche Kandidatin für die Premier League Darts 2027. Passend dazu lieferte die 22-Jährige bei Players Championship 13 in Hildesheim direkt das nächste sportliche Argument: Sie gewann ihr Auftaktmatch gegen Peter Wright klar mit 6:1 und spielte einen Average von 94,81 Punkten.
Das Lob bekommt damit zusätzliche Aktualität. Greaves hatte erst wenige Tage zuvor bei Players Championship 11 Geschichte geschrieben und als erste Frau ein PDC-Rankingturnier gewonnen. Nun legte sie auf dem Floor gegen einen zweifachen Weltmeister nach — nicht mit einem Rekordaverage, aber mit einem klaren Ergebnis gegen einen Namen, der im Darts weiterhin Gewicht hat.
Littler würdigte ihre Entwicklung gegenüber The Sun deutlich. Über Greaves sagte er: „Sie ist besonders.“ Was sie in den vergangenen Jahren geleistet habe, sei „unglaublich“ gewesen. Beide kennen sich bereits aus früheren Jugendzeiten im englischen Darts.
Littler bringt die Premier League ins Gespräch
Besonders spannend ist sein Blick auf die Premier League Darts. Die Engländerin selbst hatte zuletzt angedeutet, dass sie wohl die Weltmeisterschaft gewinnen oder zumindest das WM-Finale erreichen müsste, um ernsthaft für einen Platz infrage zu kommen. Littler sieht genau darin eine mögliche Tür.
Sollte Greaves bei der kommenden WM tatsächlich das Finale erreichen, sagte der 19-Jährige sinngemäß: Dann müsse man sie im nächsten Jahr in die Premier League aufnehmen. Das ist keine pauschale Forderung, aber ein deutliches Signal. Der derzeit prägendste junge Spieler des Sports sieht bei ihr offenbar genug Qualität und Wirkung, um sie bei einem großen TV-Nachweis in diese Debatte zu schreiben.
Der klare Sieg gegen Wright entscheidet diese Frage nicht, macht sie aber greifbarer. Die 22-Jährige sammelt gerade genau die Ergebnisse, die aus einem Hype langsam eine echte sportliche Forderung machen könnten. Für eine Premier-League-Debatte reicht ein Floor-Titel allein nicht. Aber wer erst ein PDC-Rankingturnier gewinnt und anschließend einen Spieler wie Wright deutlich schlägt, bleibt automatisch im Gespräch.
Neue Generation mit Manby und Dudeney
Littler sprach nicht nur über die 22-Jährige. Er nannte auch Charlie Manby und Tavis Dudeney, die inzwischen ebenfalls auf der PDC-Tour unterwegs sind. Für ihn ist das Teil einer größeren Verschiebung. Viele dieser Spieler kennen sich seit Jahren aus Jugend- und Nachwuchswettbewerben. Jetzt tauchen sie immer häufiger im professionellen Darts auf.
Seine Botschaft ist entsprechend selbstbewusst: Die Jungen seien nicht nur da, um mitzuspielen. Sie seien da, um Titel zu holen, Rekorde anzugreifen und ihr eigenes Darts zu spielen.
Das passt zur aktuellen Entwicklung im PDC-System. Littler selbst hat den Sport in kürzester Zeit verändert. Greaves hat mit ihrem ersten Rankingtitel eine neue Grenze verschoben. Manby und Dudeney stehen für eine weitere Gruppe junger Spieler, die nicht mehr nur als Zukunftsversprechen wahrgenommen werden wollen.
Greaves muss den nächsten Schritt bestätigen
Der Auftritt in Hildesheim passt genau in diese Entwicklung. Die 22-Jährige schlug Peter Wright bei Players Championship 13 mit 6:1 und bestätigte damit zumindest, dass ihr historischer Pro-Tour-Titel nicht sofort als einmaliger Moment abgehakt werden sollte. Wright ist zwar nicht mehr in seiner früheren Dominanz unterwegs, bleibt aber ein zweifacher Weltmeister und ein Gegner mit großer öffentlicher Strahlkraft.
Gerade auf dem Floor zählt weniger die große Bühne als die direkte Leistung über kurze Distanzen. Ein klares 6:1 gegen Wright zeigt deshalb vor allem, dass sie den Fokus nach ihrem historischen Titel nicht verloren hat.
Trotzdem bleibt die Einordnung wichtig. Ein Floor-Titel und ein klarer Sieg gegen Wright reichen allein noch nicht für eine Premier-League-Nominierung. Der nächste Schritt ist die regelmäßige Bestätigung: auf der Pro Tour, bei TV-Turnieren und vor allem bei der Weltmeisterschaft.
Gerade dadurch wirken Littlers Aussagen jetzt stärker als bloßes Lob. Wenn einer der prägendsten jungen Spieler des Sports sie öffentlich als „besonders“ bezeichnet und bei einem WM-Finale direkt in die Premier League schreiben würde, bekommt die Debatte zusätzliches Gewicht. Die neue Darts-Generation bittet nicht mehr um Aufmerksamkeit. Sie spielt längst darum.







