Nathan Aspinall fordert mehr Abwechslung im Turnierkalender der PDC. Der Weltranglisten-16. hält die Idee eines Royal-Rumble-Formats zwar für zwar reizvoll, sieht darin aber keine ernsthafte Alternative für ein Ranglistenturnier. Statt eines weiteren Showevents wünscht sich „The Asp“ Veränderungen an den bestehenden Wettbewerben.
Über einen möglichen Royal Rumble im Dartsport war bereits zu Beginn des Jahres diskutiert worden. Luke Littler hatte sich offen für ein Format gezeigt, bei dem die Teilnehmer nacheinander in den Wettbewerb eingreifen. Der 35-Jährige würde nach eigener Aussage ebenfalls gerne daran teilnehmen, zweifelt jedoch an der praktischen Umsetzung. „Ich würde sehr gerne bei so etwas mitspielen, aber ich glaube nicht, dass es wirklich funktionieren würde“, sagte Nathan Aspinall gegenüber 247Bet. Als Ranglistenturnier sei das Konzept ungeeignet. Zunächst müsse es ohne großen sportlichen Einsatz als Exhibition getestet werden.
Genau darin sieht der Engländer jedoch das nächste Problem. Ohne Ranglistenstatus und ein entsprechend hohes Preisgeld dürften sich kaum alle Spitzenspieler dafür gewinnen lassen. Aspinall verwies beispielhaft auf Michael van Gerwen.
„Stell dir vor, du willst Michael van Gerwen dazu bringen, für ein einziges Leg 501 aus den Niederlanden anzureisen“, erklärte der zweimalige Major-Sieger. Sollte der Niederländer direkt verlieren und dafür lediglich rund 500 Pfund erhalten, werde er eine solche Einladung kaum annehmen.
„The Asp“ kritisiert die bestehenden PDC-Formate
Der eigentliche Kern seiner Kritik richtet sich deshalb nicht gegen fehlende Showideen, sondern gegen die zunehmende Ähnlichkeit vieler PDC-Turniere. Besonders die zahlreichen Partien über „Best of 11 Legs“ empfindet er inzwischen als eintönig. „Die Tour wiederholt sich meiner Meinung nach zu sehr. Es ist ständig Best of 11“, sagte der 35-Jährige. Obwohl Darts mittlerweile sein Beruf sei, betrachte er die Entwicklung weiterhin auch aus der Sicht eines Fans.
Als Beispiel nannte er den World Grand Prix. Das Major hebt sich durch den Double-in-/Double-out-Modus bereits deutlich von anderen Turnieren ab. Nach Ansicht des Engländers könnte die PDC dennoch prüfen, ob das Format weiterentwickelt werden kann.
„Ändert man es auf 701? Oder macht man es etwas härter und spielt Double-in, Double-out über eine kurze Distanz mit 301 Punkten?“, fragte Aspinall. Eine konkrete Lösung habe er selbst noch nicht, er sehe aber ausreichend Raum für neue Ansätze.
Seine Kritik berührt einen schwierigen Punkt. Wiedererkennbare Formate geben den großen Turnieren eine eigene Identität. Zu viele Wettbewerbe mit denselben Distanzen und Abläufen können jedoch austauschbar wirken. Sinnvoller als ein kompletter Umbau des Kalenders könnten deshalb einzelne Tests bei Einladungsturnieren oder ausgewählten Events sein. So ließe sich prüfen, ob alternative Distanzen sportlich funktionieren und von den Zuschauern angenommen werden.
Veränderungsbedarf sieht Aspinall auch bei der Premier League. Das derzeitige Teilnehmerfeld mit acht Spielern sei angesichts der gewachsenen Leistungsdichte nicht mehr ausreichend.
„Die Premier League muss sich im nächsten Jahr ebenfalls verändern. Sie muss es“, forderte Aspinall. Dabei gehe es ihm nicht allein darum, selbst wieder einen Startplatz zu erhalten. Der Kader könne seiner Ansicht nach auf zehn, zwölf oder sogar 16 Teilnehmer erweitert werden.
Eine größere Premier League würde mehr Spielern Zugang zu einem der sichtbarsten Wettbewerbe des Jahres verschaffen und für wechselnde Begegnungen sorgen. Gleichzeitig müsste die PDC verhindern, dass längere Spieltage oder ein komplizierter Modus die Serie zusätzlich aufblähen. „Darts boomt. Wir sollten jedes Event so spannend wie möglich gestalten und überall ausverkaufte Hallen haben“, sagte Nathan Aspinall. Einige Turniere benötigten seiner Meinung nach einen neuen Impuls, damit sie sich wieder stärker voneinander unterscheiden.
Ob 301, 701 oder eine erweiterte Premier League die richtige Lösung darstellen, bleibt offen. Aspinalls grundsätzliche Forderung ist dennoch nachvollziehbar: Wenn der Kalender wächst, müssen die einzelnen Wettbewerbe ein klares Profil behalten. Ein Royal Rumble wäre dafür eine unterhaltsame Ergänzung – die tiefer liegende Gleichförmigkeit der PDC-Tour würde ein einzelnes Showevent jedoch nicht lösen.










