Michael van Gerwen geht mit Selbstvertrauen in den World Cup of Darts 2026. Der dreimalige Weltmeister tritt in Frankfurt gemeinsam mit Gian van Veen an – und sieht das niederländische Darts-Team offenbar deutlich besser aufgestellt als die Fußball-Nationalmannschaft.
Gefragt nach den Chancen des Darts-Teams im Vergleich zu Oranje, fiel van Gerwens Antwort laut Oche180 deutlich aus: „Wir haben eine viel größere Chance.“ Auf Nachfrage legte er noch einmal nach: „Zu 100 Prozent.“ Für van Gerwen ist Oranje am Oche also klar aussichtsreicher als die Auswahl auf dem Rasen.
Das ist mehr als ein lockerer Spruch. Michael van Gerwen und van Veen bilden beim World Cup eines der spannendsten Teams des Turniers – aber auch eines, das sofort liefern muss. Die Niederlande sind als Nummer zwei gesetzt und steigen direkt im Achtelfinale ein. Damit umgehen sie die Gruppenphase, haben in Frankfurt aber keine Anlaufzeit.
Van Gerwen und van Veen als neues Oranje-Gespann
Für die Niederlande ist der World Cup 2026 besonders interessant, weil van Gerwen erstmals mit Gian van Veen in diesem Format zusammenspielt. Van Gerwen machte laut Oche180 selbst deutlich, dass es für beide eine neue Situation ist: „Ich habe noch nie mit Gian zusammengespielt.“
Genau darin liegt der Reiz, aber auch eine offene Frage. Auf dem Papier bringt die niederländische Kombination enorme Qualität mit. Van Gerwen bleibt einer der größten Namen des Sports, van Veen hat sich längst in der Weltspitze festgesetzt. Gemeinsam wirkt das wie ein niederländisches Traumteam. Doch der World Cup of Darts ist kein normales Einzelturnier. Es geht um Abstimmung, Rhythmus und die Frage, wie zwei starke Einzelspieler im Doppel funktionieren.
Van Veen steht dabei nicht nur für Qualität auf dem Papier, sondern auch für den Generationswechsel im niederländischen Darts. Neben van Gerwen bekommt die Niederlande einen Spieler, der nicht nur ergänzen, sondern selbst prägen kann.
Gerade für van Gerwen ist das spannend. Früher war die niederländische World-Cup-Logik klar: MVG war der Fixpunkt, der Partner ergänzte ihn. Mit van Veen steht nun ein Spieler an seiner Seite, der selbst längst kein Juniorpartner mehr ist. Die Niederlande reisen nicht nur mit Erfahrung an, sondern auch mit einem neuen Kräfteverhältnis.
Niederlande gehören zum Favoritenkreis
Die Setzung zeigt, wie hoch die Niederlande vor dem Turnier eingeschätzt werden. Nur England liegt vor ihnen. Für van Gerwen und van Veen bedeutet das: Sie kommen direkt mit Anspruch nach Frankfurt.
Dieser Anspruch passt zu van Gerwens Aussage. Ein niederländisches Team mit ihm und van Veen reist nicht als Außenseiter zum World Cup of Darts. Die Niederlande haben das Turnier bereits mehrfach gewonnen, warten aber seit 2018 auf den nächsten Titel. Ein Triumph 2026 wäre deshalb nicht nur ein Erfolg für diese Paarung, sondern auch eine Rückkehr der Niederlande an die Spitze des Nationenformats.
Ganz ohne Fragezeichen ist die Ausgangslage trotzdem nicht. Van Gerwen kam bei den Nordic Darts Masters zwar mit 6:2 gegen Oskar Lukasiak weiter, spielte dabei aber keinen überragenden Average. Auch insgesamt war seine Saison außerhalb der World Series nicht durchgehend überzeugend. Bei Oche180 machte er jedoch deutlich, dass für ihn inzwischen vor allem der Sieg zählt – nicht die Art und Weise.
Im Doppel zählt mehr als der Name
Die sportlich wichtigere Frage liegt aber im Doppelmodus. Wird aus Michael van Gerwen und van Veen sofort ein funktionierendes Team? Oder braucht das Gespann Zeit, die es im Achtelfinale nicht bekommt?
Die Niederlande bringen individuelle Klasse, Erfahrung und Rankinggewicht mit. Doch im World Cup entscheidet oft nicht nur die Einzelqualität. Entscheidend ist, wer den Partner sauber stellt, wer unter Druck die Doppel trifft und wie schnell ein Team seinen gemeinsamen Rhythmus findet.
Van Gerwens Selbstvertrauen ist nachvollziehbar. Mit van Veen an seiner Seite gehören die Niederlande zum engeren Favoritenkreis. Doch genau darin liegt auch die Messlatte: Oranje am Oche muss nicht nur besser klingen als die Fußball-Nationalmannschaft. Es muss in Frankfurt auch wie ein Titelkandidat spielen.







