Michael van Gerwen: Scharfe Kritik wegen ProTour-Pause

Michael van Gerwen hatte gerade wieder ein sportliches Zeichen gesetzt. Doch statt den Schwung aus seinem Titel bei Players Championship 15 direkt auf der ProTour mitzunehmen, ließ der Niederländer den nächsten Block mit Players Championship 17 und 18 in Leicester aus. Genau diese Entscheidung sorgt nun für Kritik.

Im Darts Draait Door Podcast sagte Vincent van der Voort, Michael van Gerwen sei derzeit „überhaupt nicht in der Position“, Ranglistenturniere einfach auszulassen. Der frühere UK-Open-Finalist ist eng mit van Gerwen verbunden, sprach aber ungewöhnlich klar über die Lage seines Landsmanns.

ProTour-Pause trotz Aufwärtssignal

Der Zeitpunkt der Pause macht die Diskussion besonders interessant. Van Gerwen hatte bei Players Championship 15 seinen ersten Floor-Titel seit Oktober 2024 gewonnen und damit ein wichtiges Signal gesendet. Nach Monaten ohne große Konstanz wirkte dieser Erfolg wie ein möglicher Neustart.

Genau deshalb konnte van der Voort die anschließende Pause nur bedingt nachvollziehen. Er habe gehofft, dass van Gerwen erkenne, dass er sich gerade wieder auf einem besseren Weg befinde. Stattdessen habe er die nächsten Turniere erneut ausgelassen.

Ganz ohne Verständnis blieb van der Voort allerdings nicht. Er verwies auch auf die Belastung der vergangenen Wochen. Van Gerwen sei über längere Zeit unterwegs gewesen, von ProTour-Turnieren über die European Tour bis zur Premier League. Acht verschiedene Hotels in 13 Tagen seien keine ideale Vorbereitung, die Energie sei danach sichtbar aufgebraucht gewesen.

Trotzdem bleibt die sportliche Frage bestehen: Kann sich van Gerwen solche Pausen aktuell leisten?

Ranglistendruck wird für van Gerwen realer

Van der Voort sieht genau dort das Problem. Van Gerwen wird nach der kommenden Weltmeisterschaft vor allem an dem gemessen, was er in den zurückliegenden zwei Jahren an Preisgeld gesammelt hat. Bleiben große Resultate aus, kann die Order-of-Merit-Situation schnell unangenehmer werden.

Die Players Championship Order of Merit ist nicht die große PDC Order of Merit. Trotzdem zeigt sie, wie viel Preisgeld über regelmäßige Floor-Auftritte gesammelt werden kann – und genau dort entsteht für van Gerwen der Druck. In der aktuellen Players Championship Order of Merit liegt Wessel Nijman mit 108.500 Pfund an der Spitze. Van Gerwen steht dort mit 34.500 Pfund deutlich dahinter.

Van der Voort brachte Nijman genau deshalb als Beispiel ins Spiel. Während Michael van Gerwen einzelne Turniere auslässt, sammelt Nijman Titel, Preisgeld und Positionen. Für van Gerwen ist das kein Grund zur Panik, aber ein Hinweis darauf, dass frühere Sicherheit nicht unbegrenzt trägt.

Sportlich ist van Gerwen weiterhin in einer Position, aus der er jederzeit zurückschlagen kann. Auch van der Voort machte deutlich, dass er seinem Landsmann eine schnelle Rückkehr zutraut, wenn dieser den Fokus voll setzt. Doch seine Botschaft war klar: Die Konkurrenz ist konstanter geworden, die Ranglistenlage enger, und die ProTour lässt sich nicht dauerhaft nebenbei behandeln.

Der Titel bei Players Championship 15 war ein wichtiges Zeichen. Van der Voorts Kritik macht aber klar: Für van Gerwen reicht ein einzelner Befreiungsschlag nicht mehr. Wenn er seine Ranglistenposition langfristig absichern will, muss aus dem Aufwärtssignal wieder Regelmäßigkeit werden.

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