Michael van Gerwen: Harte Selbstkritik nach Blackpool-Aus

Michael van Gerwen hat nach seinem Achtelfinal-Aus beim World Matchplay 2026 schonungslos mit sich selbst abgerechnet. Der Niederländer unterlag Dirk van Duijvenbode nach Verlängerung mit 12:14 und sah die entscheidenden Gründe nicht beim Gegner oder in seinen plötzlich aufgetretenen Schulterproblemen. Die Verantwortung suchte er vor allem bei sich selbst.

Unmittelbar nach der Partie wirkte Van Gerwen im Gespräch mit Viaplay sichtlich gereizt. Aus seiner Sicht hatte er ein Match aus der Hand gegeben, das trotz des schwierigen Verlaufs noch zu gewinnen war. In den entscheidenden Momenten habe er die eigenen Möglichkeiten nicht genutzt.

Van Duijvenbode setzte sich nach einem ausgeglichenen Beginn ab und führte zwischenzeitlich mit 8:4. „Mighty Mike“ kämpfte sich jedoch zurück, sorgte mit einem Finish über dreimal Bullseye für einen der spektakulärsten Momente des Abends und erzwang beim Stand von 10:10 die Verlängerung.

Dort blieb die Begegnung weiter offen. Beim Stand von 12:12 eröffnete Van Duijvenbode das folgende Leg mit sechs perfekten Darts und holte sich in elf Darts das Break. Anschließend verwandelte er seinen siebten Matchdart auf der Doppel-8 zum 14:12. Für den dreimaligen Matchplay-Sieger blieb vor allem das Gefühl, die Wende selbst verpasst zu haben.

Besonders ein vergebenes 89er-Finish beschäftigte ihn. Diese Chance müsse er nutzen, erklärte der frühere Weltranglistenerste. Er habe gewusst, dass er die Partie noch drehen könne, seine Qualität aber gerade dann nicht gezeigt, als es darauf ankam.

Van Gerwen spricht über plötzlich auftretende Schulterschmerzen

Schon kurz vor dem Spiel hatte der Niederländer körperliche Probleme bemerkt. „Direkt vor dem Match hatte ich Schmerzen in der Schulter“, berichtete er bei Viaplay. Woher die Beschwerden kamen, konnte er nicht erklären. Während der Begegnung bekam er seinen Wurfarm nach eigener Aussage nicht richtig locker.

Gerade die ersten Darts seien wichtig, um ein gutes Gefühl aufzubauen und Sicherheit zu gewinnen. Weil ihm das diesmal nicht gelang, wuchs auch der Ärger über die eigene Leistung. Die Schulter erschwerte seinen Start, als alleinige Erklärung für das Ausscheiden wollte er sie jedoch nicht gelten lassen.

Auch die Leistung seines Landsmanns erkannte Van Gerwen an. Van Duijvenbode sei gefährlich, müsse aber dauerhaft unter Druck gesetzt werden. Genau diesen Druck habe er nicht konsequent genug aufgebaut. Dass er sich dennoch bis in die Verlängerung zurückkämpfte, verstärkte seine Enttäuschung eher noch.

Wie hart der 37-Jährige mit sich selbst ins Gericht ging, zeigte ein weiterer Satz: „Wenn ich gegen Dirk verliere, gebe ich mir immer selbst die Schuld.“ Er habe sich nicht klar überspielt gefühlt. Wäre sein Gegner deutlich besser gewesen, hätte er die Niederlage leichter akzeptieren können. Stattdessen blieb bei ihm der Eindruck, ein mögliches Viertelfinale durch eigene Fehler vergeben zu haben.

Für Van Duijvenbode geht das World Matchplay gegen Gary Anderson weiter. Van Gerwen muss Blackpool dagegen mit einer bitteren Erkenntnis verlassen: Die Schulter bereitete ihm Probleme, doch die Verantwortung für das Aus suchte er weiterhin vor allem bei sich selbst.

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