Michael van Gerwen ist nach dem World Matchplay auf Rang sieben der PDC Order of Merit zurückgefallen. Nur noch 3.500 Pfund trennen den Niederländer von Josh Rock. Gleichzeitig wartet „Mighty Mike“ seit den Players Championship Finals 2022 auf einen weiteren Ranking-Majortitel. Vor der zweiten Saisonhälfte wächst damit der sportliche Druck.
In Blackpool endete Michael van Gerwens Hoffnung auf seinen vierten World-Matchplay-Triumph bereits in der zweiten Runde. In einem umkämpften niederländischen Duell unterlag der 36-Jährige Dirk van Duijvenbode mit 12:14.
Der 37-Jährige haderte anschließend vor allem mit seinen eigenen Fehlern. „Ich bin ziemlich gereizt. Man verliert dieses Match eigentlich nur durch die eigene Unfähigkeit“, erklärte er im Interview mit Viaplay. Der dreimalige Weltmeister hatte mehrere Möglichkeiten verpasst, die Begegnung zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Die Niederlage hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Weltrangliste. Er fiel vom vierten auf den siebten Platz zurück und steht derzeit bei 643.000 Pfund. Direkt dahinter folgt Rock mit 639.500 Pfund. Auch Stephen Bunting, Danny Noppert und Gary Anderson haben den Niederländer inzwischen in Sichtweite.
MvG muss verlorenes Preisgeld ersetzen
Zusätzlichen Druck erzeugt das Preisgeld, das in den kommenden Monaten aus der zweijährigen PDC Order of Merit gestrichen wird. Ohne neu erspielte Einnahmen würde van Gerwen nach dem Wegfall seiner bisherigen Ergebnisse derzeit nur noch auf Rang 19 geführt.
Bei dieser provisorischen Rangliste handelt es sich nicht um eine Vorhersage seiner tatsächlichen Position nach der Weltmeisterschaft. Sie zeigt vielmehr, wie viel Preisgeld van Gerwen bei den verbleibenden Ranglistenturnieren ersetzen muss. Jeder weitere Erfolg kann die Rechnung noch deutlich verändern.
Besonders bei den großen Ranking-Majors wartet der frühere Weltranglistenerste schon lange auf einen neuen Titel. Zuletzt gewann er 2022 die Players Championship Finals. Seine späteren Erfolge bei der World Series zeigen zwar, dass er weiterhin große Turniere für sich entscheiden kann. Das dort erspielte Preisgeld zählt jedoch nicht für die PDC Order of Merit.
Dass van Gerwens grundsätzliches Leistungsvermögen weiterhin für Titel reicht, bewies er im Mai bei Players Championship 15. Im Halbfinale besiegte er Martin Schindler mit 7:0 und spielte dabei einen Average von 122,34 Punkten – den bis dahin höchsten Wert der laufenden ProTour-Saison. Anschließend gewann er das Finale mit 8:5 gegen van Duijvenbode und feierte seinen ersten Ranking-Titel seit mehr als einem Jahr.
Das Problem ist damit nicht sein mögliches Spitzenniveau, sondern die fehlende Konstanz. Van Gerwen kann seine Gegner weiterhin mit Averages deutlich jenseits der 110 Punkte überrollen. Solche Auftritte gelangen ihm zuletzt jedoch nicht häufig genug – insbesondere nicht in den entscheidenden Phasen der großen Ranglistenturniere.
Bei den Players Championships 25 und 26 in Hildesheim hat van Gerwen nun unmittelbar die Gelegenheit, neues Preisgeld einzuspielen und den Abstand zu seinen Verfolgern wieder zu vergrößern. Der Niederländer gehört bei beiden PDC-Turnieren zum Teilnehmerfeld.
Einzelne Glanzleistungen reichen im enger gewordenen Kampf an der Weltspitze allerdings nicht mehr aus. Entscheidend wird sein, ob „Mighty Mike“ sein vorhandenes Spitzenniveau wieder regelmäßig auf den Floor und die großen TV-Bühnen bringt. Gelingt ihm das, kann er seinen Ranglistenabsturz schnell stoppen. Bleibt die Konstanz aus, könnten ihn schon in den kommenden Monaten weitere Konkurrenten überholen.










