Michael van Gerwen attackiert Premier-League-Darts-Format

Michael van Gerwen hat das aktuelle Format der Premier League Darts deutlich kritisiert. Der Niederländer verpasste die Finals Night in London nach Platz sechs in der Tabelle und sprach anschließend offen über die Belastung durch das 16-wöchige Format mit wöchentlichen Mini-Turnieren.

Van Gerwen war stark in die Saison gestartet, gewann Night One und erreichte an Night Two direkt wieder das Finale. Danach verlor der dreimalige Weltmeister jedoch zunehmend den Anschluss. Ab Night 13 gelang ihm kein einziger Matchsieg mehr.

Van Gerwen: „Das sagt etwas über das Format“

Im Podcast verwies van Gerwen auf Gian van Veen, der erstmals in der Premier League dabei war. Selbst van Veen habe nach einigen Wochen gesagt, man habe irgendwann genug gesehen. Für van Gerwen ist genau das ein Hinweis auf das Grundproblem.

„Das sagt etwas über das Format“, sagte Mighty Mike bei „Darts Draait Door“. Man könne lange darüber sprechen, er glaube aber nicht, dass sich etwas ändern werde. Zwar gebe es immer wieder Gespräche, gehört habe er bislang aber nichts Konkretes.

Der Grund liegt für ihn auf der Hand: „Die Premier League ist ausverkauft, bevor die Spieler überhaupt bekannt sind.“ Damit beschreibt van Gerwen den zentralen Widerspruch der Serie: Sportlich gibt es Kritik am Format, kommerziell funktioniert die Premier League aber so gut, dass Änderungen kaum Druck bekommen.

Auch Vincent van der Voort sieht genau darin das Problem. Der frühere Profi und enge Vertraute van Gerwens sagte, es gebe zwar Befürworter des Formats, er glaube aber, dass mehr Menschen dagegen seien als dafür. Sein Fazit: „Die Spieler sind es ein bisschen leid.“

Van Gerwen nimmt sich selbst in die Pflicht

Trotz seiner Kritik am Format schob Michael van Gerwen das Verpassen der Play-offs nicht allein auf die Struktur der Premier League. Ob man Fünfter oder Sechster werde, mache am Ende keinen Unterschied, erklärte der Niederländer.

Er sei über viele Wochen nicht gut genug gewesen. „Manchmal habe ich mich unter Wert verkauft“, sagte van Gerwen. Dadurch habe er sich unnötig selbst unter Druck gesetzt. „Irgendwann zahlst du den Preis dafür, so einfach ist das.“

Damit blieb van Gerwen bei seiner Analyse selbstkritisch. Das Format sei belastend, seine eigene Leistung habe aber ebenfalls nicht gereicht. Gerade diese Mischung macht die Aussagen interessant: Van Gerwen attackiert nicht nur die Premier League, sondern beschreibt auch, wie schnell sich Form, Druck und Rhythmus in dieser Serie gegenseitig verstärken können.

Rankingturniere bleiben wichtiger

Van Gerwen verwies außerdem auf den engen Darts-Kalender. Die Saison sei „mega-lang“ und intensiv. Man müsse jede Woche liefern, sagte MVG. Sein Fokus liege aber vor allem auf den Rankingturnieren, denn diese seien am Ende die wichtigsten Events.

Das ist ein entscheidender Punkt. Die Premier League ist eine riesige Bühne, zählt aber nicht für die PDC Order of Merit. Für Spitzenspieler entsteht dadurch ein ständiger Spagat: Woche für Woche Show, Reisen und Druck – dazu die Turniere, die langfristig für Rangliste, Setzlisten und Major-Qualifikationen zählen.

Michael van Gerwen beschrieb seine wechselhafte Form mit kleinen Details. Mehrfach habe er sich in diesem Jahr gefragt, wie er ein Turnier schon wieder habe wegwerfen können. Dann mache man es sich einfach unglaublich schwer. Es gehe um Flow und Selbstvertrauen, sagte er. Kleine Unterschiede könnten am Ende große Folgen haben.

Dass van Gerwen am Wochenende nicht bei den Baltic Sea Darts Open in Kiel antritt, passt in dieses Bild. Nach der langen Premier-League-Saison nimmt sich der Niederländer eine Pause – und lässt damit ein weiteres Rankingturnier aus.

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