Martin Schindler quält sich zur Darts-EM 2026 – Wessel Nijman wartet

Von Platz eins der Setzliste 2024 auf Rang 31 im Jahr 2026: Martin Schindler hat sich nur mit Mühe für die Darts-EM in Dortmund qualifiziert. Am Freitagabend, 23. Oktober, trifft Deutschlands Nummer eins auf Wessel Nijman – ausgerechnet den zweitplatzierten Spieler der diesjährigen European Tour Order of Merit. Für „The Wall“ wird das Auftaktspiel in der Westfalenhalle zur nächsten Bewährungsprobe.

Noch 2025 hatte er die European Championship als Nummer zwei der Setzliste begonnen. In dieser Saison musste der 30-Jährige dagegen bis zum letzten European-Tour-Turnier um sein EM-Ticket kämpfen. Zahlreiche frühe Niederlagen hatten seine Ausgangsposition erheblich verschlechtert.

Die Entscheidung fiel bei der Dutch Darts Championship in Maastricht. Mit einem 6:4 gegen Karel Sedláček erreichte Schindler das Achtelfinale und sicherte sich Platz 31 der abschließenden Rangliste – und damit das Ticket für die European Championship. Dabei gelang ihm ein 164er-Checkout – das höchste Finish des gesamten Turniers. Auch 120 Punkte checkte der Deutsche während der Partie. Nach dem verwandelten Matchdart war ihm die Erleichterung deutlich anzusehen.

„The Wall“ über schwierige Monate

Wie sehr ihn die vergangenen Turniere beschäftigt hatten, machte Schindler auch mit seinen eigenen Worten deutlich. Laut PDC erklärte er vor der Darts-EM: „Ich befinde mich momentan nicht in meiner besten Phase, ich muss um jeden Sieg kämpfen.“ Dass seine Schwierigkeiten nicht ausschließlich mit dem Scoring zusammenhängen, zeigte sich im anschließenden Achtelfinale von Maastricht. Gegen Damon Heta spielte der Deutsche einen Drei-Dart-Average von 104,09 Punkten und warf sechs 180er, verlor aber dennoch mit 4:6. Besonders auf den Doppelfeldern ließ Schindler zu viele Möglichkeiten liegen: Nur vier seiner 14 Versuche waren erfolgreich, was einer Checkoutquote von 28,57 Prozent entspricht.

Nach dem Erfolg gegen Sedláček hatte Schindler bereits über den Druck gesprochen, unter dem er auf dem Weg zur European Championship gestanden hatte. Laut PDC erklärte er: „Ich habe meiner Angst direkt ins Auge geblickt und diesen Kampf gewonnen. Darüber bin ich wirklich sehr froh.“

Mit Wessel Nijman wartet nun bei der European Championship einer der konstantesten Spieler der European-Tour-Saison auf ihn. Der 26-jährige Niederländer gewann 2026 zwei Turniere dieser Serie, darunter die European Darts Trophy in Göttingen und die Slovak Darts Open in Bratislava. Insgesamt sammelte er 124.000 Pfund Preisgeld und beendete die European Tour Order of Merit auf Rang zwei. Schindler brachte es dagegen nur auf Platz 31.

Der Unterschied macht die Ausgangslage deutlich: Während Nijman über die Saison regelmäßig um Titel spielte, musste Deutschlands Nummer eins bis zum letzten Turnier um seine Teilnahme an der Europameisterschaft kämpfen. Allerdings zeigte sein Auftritt gegen Heta, dass er auch unter schwierigen Umständen hohe Averages erzielen kann. Entscheidend wird sein, diese Leistung mit einer besseren Doppelquote zu verbinden.

Die acht verbleibenden Erstrundenpartien der Darts-EM beginnen am Freitag um 19 Uhr deutscher Zeit. Eine feste Anwurfzeit für Schindler gegen Nijman gibt es nicht. Gespielt wird bei der European Championship im Modus „Best of 11 Legs“, sechs gewonnene Legs reichen zum Sieg.

Gegen Nijman bietet sich dem Brandenburger nun die Gelegenheit, die schwierigen vergangenen Monate zumindest für einen Abend hinter sich zu lassen. Ein Erfolg gegen die Nummer zwei der Setzliste wäre nicht nur der Einzug ins Achtelfinale, sondern auch sein bislang wichtigster Sieg bei der diesjährigen Darts-EM. Dort würde er am Samstagabend auf den Sieger der Begegnung Ryan Joyce gegen Jermaine Wattimena treffen.

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