Luke Littler: Mit 95er-Average besteht eine Chance gegen „The Nuke“

Wer Luke Littler in der neuen Netflix-Liveshow „Beat Luke Littler“ bezwingen und 501.000 Pfund gewinnen möchte, benötigt nach Einschätzung von Paul Nicholson beinahe das Niveau eines Profis. Der frühere Sieger der Players Championship Finals sieht für gewöhnliche Pub-Spieler kaum eine realistische Chance gegen die Nummer eins der Welt.

Für die am 30. Oktober live übertragene Show werden 20 Amateurspieler gesucht. Die offenen Qualifikationen finden im September in London und Manchester statt. Bewerben dürfen sich Spieler aus Großbritannien, die bislang nicht auf professionellem Niveau angetreten sind. Netflix wirbt damit, „The Nuke“ in einem Leg über 501 Punkte herauszufordern. Wie der genaue Ablauf der Duelle aussehen wird und ob ein Handicap vorgesehen ist, wurde bislang jedoch nicht abschließend bestätigt.

Nicholson hält ein kurzes Format für die einzige Möglichkeit, Luke Littler ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Über mehrere Legs würde sich dessen spielerische Qualität nahezu zwangsläufig durchsetzen. In einem einzelnen Leg könnten ein starker Start, ein hohes Finish oder wenige verpasste Doppel dagegen genügen, um eine Überraschung möglich zu machen.

Wie hoch die Anforderungen sind, verdeutlichte Nicholson im Gespräch mit Sporting Life anhand vom Auftritt des 19-Jährigen beim World Matchplay. Der Engländer absolvierte auf dem Weg zum Titel 107 Legs. Lediglich acht davon dauerten länger als 15 Darts. Kein einziges Leg benötigte 20 oder mehr Darts.

Ein Herausforderer müsse deshalb im richtigen Moment ein Leg mit zwölf oder höchstens 15 Darts beenden. Bei eigenem Anwurf könnte ein 15-Darter ausreichen. Wer ihn den Anwurf abnehmen möchte, dürfte häufig nur drei oder vier Aufnahmen erhalten. Eine kurze Schwächephase des Weltmeisters sei zwar möglich, komme über ein gesamtes Match aber nur äußerst selten vor. Nicholson formulierte seine Warnung entsprechend deutlich: „Wer nicht regelmäßig einen 90er-Average spielt, braucht eigentlich gar nicht erst anzutreten.“ Um tatsächlich eine realistische Möglichkeit auf das Preisgeld zu besitzen, müsse ein Kandidat an seinem besten Tag noch stärker spielen: „Auf seinem besten Tag braucht ein Amateur einen 95er-Average.“

Dennoch könnten sich bei den Qualifikationen Spieler durchsetzen, die trotz ihrer hohen Qualität nie den Schritt auf die professionelle Tour gewagt haben. Genau darin liegt für Nicholson der Reiz des Formats. Ein einziges herausragendes Leg könnte schließlich genügen, um Littler zu bezwingen und das Preisgeld von 501.000 Pfund zu gewinnen.

Littler selbst begegnet der Herausforderung gewohnt selbstbewusst. In der offiziellen Netflix-Ankündigung erklärte „The Nuke“: „Jeder glaubt, er könne mich schlagen. Jetzt bekommen sie die Chance, es zu beweisen.“

Ob einer der 20 Finalisten tatsächlich für die Sensation sorgen kann, hängt auch vom endgültigen Spielmodus ab. Je kürzer das Duell ausfällt, desto größer ist die Chance auf einen Ausrutscher des Weltranglistenersten. Nicholsons Einschätzung macht jedoch deutlich: Selbst in einem einzigen Leg braucht es nahezu professionelles Niveau, um Littler ernsthaft unter Druck zu setzen. Für gewöhnliche Pub-Spieler dürfte bereits die Qualifikation zur Netflix-Show der realistischere Hauptgewinn sein.

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