Josh Rock hat beim World Matchplay 2026 trotz einer durchwachsenen Leistung souverän das Achtelfinale erreicht. Der Nordire setzte sich zum Auftakt mit 10:4 gegen Luke Woodhouse durch und überzeugte vor allem auf den Doppelfeldern. Anschließend machte der 25-Jährige deutlich, dass ihm der Einzug in die nächste Runde nicht genügt: In Blackpool soll sein erster großer Einzeltitel folgen.
„Rocky“ spielte einen Average von 90,42 Punkten und verwandelte zehn seiner 19 Doppelversuche. Woodhouse kam auf 88,83 Punkte im Schnitt, ließ jedoch 20 seiner 24 Chancen auf Doppel ungenutzt. Diese deutliche Differenz in der Chancenverwertung entschied eine Partie, in der beide Spieler deutlich unter ihren Möglichkeiten blieben.
„Wir haben beide nicht auf allen Zylindern gefeuert. Trotzdem bin ich sehr glücklich über den Sieg“, sagte er nach der Begegnung in einem Gespräch mit der PDC. In seinem Spiel habe noch einiges mehr gesteckt, auf der Bühne sei es an diesem Abend aber nicht vollständig zum Vorschein gekommen.
Dass ausgerechnet Woodhouse sein erster Gegner war, hatte er vor dem Turnier durchaus beschäftigt. Der Dartprofi reiste nach seinen ersten Titeln auf der ProTour und der European Tour mit viel Selbstvertrauen nach Blackpool.
„Als die Auslosung kam, dachte ich: Oh je, jetzt geht es los“, räumte er weiter in der Fragerunde ein. Er habe gewusst, dass er gegen den formstarken Woodhouse sein bestes Niveau benötigen würde. Am Ende habe jedoch vor allem gezählt, die Doppel zu treffen und die Partie zu gewinnen.
Auch die ungewohnte Rolle im Eröffnungsspiel des gesamten Turniers könnte eine Rolle gespielt haben. Nach eigener Erinnerung hatte Josh Rock zuvor noch nie das erste Match eines großen PDC-Turniers bestritten. Als Woodhouse im Auftaktleg seine Möglichkeiten ausließ und Rock mit dem ersten Dart die Doppel-20 traf, habe ihm dies unmittelbar Sicherheit gegeben.
Rock macht seinen Titelanspruch deutlich
Im vergangenen Jahr erreichte der 25-Jährige im Winter Gardens das Halbfinale. Dort lieferte er sich mit Luke Littler eine hochklassige Begegnung, musste sich dem späteren Turniersieger aber mit 14:17 geschlagen geben. Die damalige Leistung stärkt sein Vertrauen, diesmal noch weiter kommen zu können. Nur von den Erinnerungen an seinen bislang besten Auftritt beim World Matchplay will er jedoch nicht leben.
„Ich bin nicht wegen der Erinnerungen hier“, stellte er klar. Sein Ziel sei es, die Phil Taylor Trophy erstmals zu gewinnen.
Seinen Anspruch formulierte der Nordire anschließend ausgesprochen selbstbewusst: „Ich will die Phil Taylor Trophy mehr als jeder andere dort hinten.“ Dabei sei ihm gleichgültig, welche Ambitionen Michael van Gerwen, Luke Humphries oder die übrigen Konkurrenten äußerten.
Auch seine enttäuschende Premier-League-Saison habe daran nichts geändert. Rock beendete seine erste Teilnahme zwar am Tabellenende, bewertet die Wochen auf den großen Bühnen rückblickend aber als wertvolle Erfahrung. Die Ergebnisse hätten ihn nicht dauerhaft verunsichert, erklärte der Nordire. Entscheidend sei für ihn, weiterhin Darts spielen und sich bei den großen Turnieren beweisen zu können.
Eine zusätzliche Umstellung bringt seine deutliche Gewichtsabnahme mit sich. Er reduzierte sein Gewicht nach eigenen Angaben von rund 18,5 auf 15 Stone und verlor damit mehr als 20 Kilogramm. Die körperliche Veränderung wirke sich auch auf seinen Stand und das Gefühl beim Wurf aus.
„Ich gewöhne mich noch an die Balance, aber bisher komme ich gut zurecht“, erklärte Rock. Die Anpassung sei gegenwärtig ein wichtiger Faktor in seinem Spiel. Wie stark sie seine Leistungen langfristig beeinflusst, müsse sich jedoch erst noch zeigen.
Im Achtelfinale trifft Josh Rock am Dienstagabend auf Stephen Bunting. „The Bullet“ setzte sich in seiner Auftaktpartie nach einem dramatischen Entscheidungsleg mit 13:12 gegen Niels Zonneveld durch. Die Session beginnt um 20 Uhr deutscher Zeit; der genaue Beginn der Begegnung hängt von der endgültigen Reihenfolge und der Dauer der vorherigen Spiele ab.









