Jonny Clayton: „Darts ist für mich immer noch ein Hobby“

Jonny Clayton gehört seit Jahren zur Weltspitze, hat große PDC-Titel gewonnen und ist regelmäßig auf den wichtigsten Bühnen des Dartsports vertreten. Trotzdem hat sich der Waliser eine bemerkenswert entspannte Sicht auf seine Karriere bewahrt. Nach seinem 6:3-Erfolg gegen Ben Robb bei den Australian Darts Masters 2026 sprach „The Ferret“ darüber, welche Bedeutung der Sport für ihn noch immer hat – und warum eine Einladung zur World Series für ihn keineswegs selbstverständlich ist.

„Darts ist ein Hobby. Es war immer ein Hobby, aber ich spiele das Spiel wirklich gerne“, erklärte Clayton im Interview nach seinem Auftaktsieg in Wollongong gegenüber der PDC. Eine Aussage, die angesichts seiner Erfolge zunächst ungewöhnlich klingt. Der Waliser hat längst bewiesen, dass er auf höchstem Niveau bestehen kann. Dennoch scheint er sich einen Teil jener Einstellung bewahrt zu haben, mit der seine Karriere einst begonnen hatte.

„The Ferret“ sieht World-Series-Einladung als Auszeichnung

Besonders deutlich wurde das auch, als der 51-Jährige auf seine regelmäßigen Auftritte bei der World Series of Darts angesprochen wurde. Für den früheren Premier-League-Champion sind die Einladungen zu den internationalen Turnieren ein Zeichen dafür, dass seine Leistungen weiterhin wahrgenommen werden.

„Wenn du zur World Series eingeladen wirst, machst du etwas richtig. Dann gehörst du zur Elite“, sagte der Waliser. Gerade in einem dicht besetzten PDC-Kalender ist die Teilnahme an den Einladungsturnieren keineswegs garantiert. Die World Series bringt ausgewählte Topspieler mit regionalen Vertretern zusammen und führt die Profis in verschiedene Teile der Welt.

Jonny Clayton genießt diese Reisen offenbar nicht nur wegen der sportlichen Möglichkeiten. Seine Aussagen vermitteln vielmehr den Eindruck, dass er die besonderen Erfahrungen rund um die Turniere weiterhin zu schätzen weiß. Gleichzeitig verliert der 52-Jährige den sportlichen Ehrgeiz nicht aus den Augen.

Das zeigte sich bereits wenige Tage zuvor in Auckland. Dort gewann der Waliser die New Zealand Darts Masters und reiste anschließend mit reichlich Selbstvertrauen nach Australien. Gegen Ben Robb verlief sein Auftakt in Wollongong zwar nicht völlig problemlos, am Ende setzte er sich jedoch mit 6:3 durch und zog erneut ins Viertelfinale ein.

Damit setzt Clayton seine starke Phase auf der World Series fort. Der Titel in Neuseeland und der erfolgreiche Start in Australien zeigen, dass er auch auf den internationalen Bühnen weiterhin konstant um die entscheidenden Runden mitspielen kann. Gleichzeitig bleibt seine Herangehensweise auffallend bodenständig: Der Spaß am Spiel steht für ihn weiterhin im Mittelpunkt, auch wenn die sportlichen Ansprüche längst auf Weltklasse-Niveau liegen.

Die Kombination aus Gelassenheit und Ehrgeiz gehört seit Jahren zu den auffälligsten Merkmalen des Walisers. Clayton wirkt auf der Bühne selten verbissen, kann in entscheidenden Momenten aber enorm konsequent auftreten. Genau diese Mischung hat ihn zu einem der erfolgreichsten Spieler seiner Generation gemacht.

Seine Sicht auf den Dartsport dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. Während Rankings, Preisgeld und Titel im professionellen Geschäft immer größere Bedeutung besitzen, erinnert Clayton daran, weshalb viele Spieler ursprünglich überhaupt zum Dart griffen: weil sie das Spiel genießen.

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