Charlie Manby: Bei Tour-Card-Verlust geht es zurück auf den Bau

Charlie Manby hat seinen Beruf als Maurer aufgegeben, um sich vollständig auf seine Karriere bei der PDC zu konzentrieren. Sollte der große Durchbruch auf der Tour ausbleiben, besitzt der 21-jährige Engländer aus Huddersfield, der unter dem Spitznamen „Champagne“ antritt, allerdings einen bodenständigen Plan B.

Zu Beginn des Jahres erspielte sich Charlie Manby bei der Q-School erstmals eine PDC Tour Card. Der volle Turnierkalender machte es anschließend unmöglich, seine Arbeit auf der Baustelle und die Anforderungen des professionellen Dartsports miteinander zu verbinden.

Der Tour-Card-Neuling entschied sich deshalb, seinen Job bei GBV Builders vorerst aufzugeben. Dort hatte er unmittelbar nach der Schule eine zweijährige Ausbildung absolviert und anschließend in Vollzeit gearbeitet. „Ich bin direkt nach der Schule, also mit 16, dorthin und habe eine zweijährige Lehre gemacht. Die habe ich bestanden und danach Vollzeit bei GBV Builders gearbeitet“, berichtete Charlie Manby im Podcast „Tops and Tales“.

Mit dem Gewinn der Tour Card verschoben sich seine Prioritäten. „Ich habe das genau so gemacht, bis ich meine Tour Card bekommen habe, und dann aufgehört, weil die Tour inzwischen so voll ist“, erklärte „Champagne“. Es sei schwierig gewesen, „sowohl die Kelle als auch die Darts am Laufen zu halten“.

Die Entscheidung für das Leben als Dartprofi fiel ihm dennoch nicht vollständig leicht. Charlie Manby arbeitete gerne auf dem Bau und erinnert sich besonders positiv an seine früheren Kollegen. Gleichzeitig war das Maurerhandwerk für ihn von Beginn an eine wichtige Absicherung.

Nach dem Ende seiner Schulzeit war noch nicht absehbar, ob ihm der Sprung auf den PDC-Circuit gelingen würde. Erst mit 18 Jahren nahm der Engländer erstmals an der Q-School teil. „Ich wollte immer etwas in der Hinterhand haben, falls ich zum Beispiel in zwei Jahren meine Tour Card verliere. So habe ich immer Arbeit, auf die ich zurückgreifen kann“, sagte der 21-Jährige.

Statt anschließend einen neuen Job suchen zu müssen, könnte er zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückkehren.

Players Championship wird für Charlie Manby zum nächsten Prüfstein

Vorerst spricht einiges dafür, dass die Kelle noch eine Weile liegen bleibt. Charlie Manby sorgte bereits bei seinem Debüt bei der PDC-Weltmeisterschaft für Aufsehen und erreichte im Alexandra Palace direkt die vierte Runde. Erst dort endete sein Lauf mit einer 1:4-Niederlage gegen den späteren Finalisten Gian van Veen.

Wenige Tage später sicherte sich der Tour-Card-Neuling bei der Q-School die Tour Card. Auf dem Weg zum entscheidenden Tagessieg bezwang er unter anderem die erfahrenen PDC-Spieler Steve Beaton und Mervyn King. Beim anschließenden UK Open erreichte er erneut die vierte Runde.

Auch auf der Players Championship hat Charlie Manby inzwischen gezeigt, dass er gegen etablierte Tour-Card-Holder bestehen kann. In seiner ersten vollständigen ProTour-Saison erreichte er bereits drei Viertelfinals. Bei Players Championship 8 bezwang er auf dem Weg dorthin unter anderem den zweimaligen Weltmeister Gary Anderson.

Nach den ersten 26 Turnieren belegt Charlie Manby mit 32.750 Pfund Preisgeld den 46. Platz der Players Championship Order of Merit. Die besten 64 Spieler dieser Rangliste qualifizieren sich für die Players Championship Finals, die vom 27. bis 29. November in Minehead ausgetragen werden.

Seine Ausgangsposition ist damit ordentlich, gesichert ist die Teilnahme allerdings noch nicht. Acht Turniere stehen in der regulären Serie aus. Die nächsten Gelegenheiten zum Ausbau seines Vorsprungs erhält Charlie Manby bereits am 25. und 26. August bei Players Championship 27 und 28 in Leicester.

Auch für die langfristige Zukunft auf der Tour sind die kommenden Auftritte wichtig. Der Engländer steht derzeit auf Rang 83 der PDC Order of Merit. Da er seine Tour Card erst zu Beginn des Jahres gewonnen hat, kann er weiter Preisgeld sammeln, ohne hohe Beträge aus der vorherigen Saison verteidigen zu müssen.

Sein nächstes großes Ziel bleibt der Sprung unter die besten 64 der Welt. „Ich habe immer etwas, worauf ich zurückfallen kann. Die Motivation hat sich vom Maurerhandwerk auf die Darts verlagert“, erklärte „Champagne“. Beide Berufe seien auf ihre eigene Art harte Arbeit.

Auf der Baustelle besitzt Charlie Manby weiterhin einen sicheren Plan B. Zunächst soll der Weg jedoch über die Players Championship nach Minehead und Schritt für Schritt weiter nach oben in der Weltrangliste führen.

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