Gerwyn Price könnte im Mai dieses Jahres vor einer ungewöhnlichen Terminfrage stehen. Der Waliser ist für die UK Open Pool Championship gemeldet – und genau dieses Pool-Billard-Turnier läuft in derselben Woche wie die mögliche Finals Night der Premier League Darts.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Es geht nicht um die Darts-UK-Open der PDC, sondern um ein Turnier im Pool-Billard. Die UK Open Pool Championship findet vom 26. bis 31. Mai 2026 im Brentwood Centre statt und gehört zur World Nineball Tour. Das Event wird in einem großen 256er-Feld ausgetragen, darunter zahlreiche Profis der World Nineball Tour.
Der mögliche Konflikt entsteht, weil die Finals Night der Premier League Darts am 28. Mai im Londoner O2 angesetzt ist. Sollte Price die Top vier der Premier League erreichen, würde aus dem ungewöhnlichen Nebenprojekt also plötzlich eine echte Terminfrage werden.
Price ist noch auf Finals-Night-Kurs
Sportlich ist das Szenario nicht aus der Luft gegriffen. Price steht vor Night 13 mit 19 Punkten auf Rang drei der Premier League und liegt damit aktuell auf Kurs Richtung Finals Night. Sicher ist die Qualifikation aber noch nicht. Gian van Veen folgt auf Platz fünf mit 14 Punkten, Luke Humphries steht bei 13 Zählern.
Der Waliser hat also ein Polster, muss seine Position in den verbleibenden vier Ligawochen aber noch verteidigen. Gerade in der Premier League kann sich die Lage schnell verschieben: Pro Abend gibt es fünf Punkte für den Tagessieg, drei für den Finaleinzug und zwei für das Erreichen des Halbfinals.
Damit hängt die Terminfrage direkt an Prices Premier-League-Endspurt. Erst wenn er die Top vier hält und damit die Finals Night erreicht, würde sich die Überschneidung mit der UK Open Pool Championship tatsächlich zuspitzen.
PDC ordnet möglichen Konflikt ein
Price selbst hat sich zu der möglichen Termin-Kollision bislang nicht öffentlich geäußert. Die PDC hat die Lage aber bereits eingeordnet. Demnach sei man nicht sicher, ob Price im Fall einer Qualifikation für die Premier-League-Play-offs tatsächlich beim Pool antreten würde. Zugleich geht der Verband davon aus, dass der Waliser bei einer echten Kollision dem Darts den Vorrang geben würde. „Wir sind uns nicht sicher, ob Gerwyn spielen würde, wenn er sich für die Premier-League-Play-offs qualifiziert. Aber wir glauben, dass er sich im Fall einer Überschneidung für Darts entscheiden würde“, so die PDC in einem Statement.
Damit ist die Richtung klar: Solange die Termine nur theoretisch nebeneinanderstehen, bleibt die Lage offen. Sollte sich Price aber tatsächlich für die Finals Night am 28. Mai in London qualifizieren, wäre die sportliche Priorität aus Sicht der PDC eindeutig.
Für Price ist der Ausflug zum Pool-Billard dennoch keine völlig zufällige Geschichte. Der frühere Rugby-Profi und Darts-Weltmeister hat bereits Berührungspunkte mit Cue-Sport gehabt und sucht offenbar auch abseits der Oche sportliche Herausforderungen.
Erst Aberdeen, dann die Rechnung im Mai
Bevor die Terminfrage wirklich relevant wird, wartet für Price aber zunächst die Premier League. In Aberdeen trifft er bei Night 13 auf Stephen Bunting. Nach mehreren Viertelfinal-Niederlagen in Folge braucht der Waliser wieder Punkte, um seinen Platz unter den Top vier weiter abzusichern.
Der Pool-Start bleibt damit zunächst ein ungewöhnlicher Nebenschauplatz mit offenem Ausgang. Für Gerwyn Price zählt sportlich aber zuerst die Premier League. Hält er seinen Play-off-Platz, könnte aus der Meldung im Mai tatsächlich eine Entscheidung werden. Verpasst er die Finals Night, löst sich der mögliche Konflikt von selbst.







