Gerwyn Price nimmt „The Nuke“ in Schutz

Gerwyn Price hat nach seiner Niederlage im Finale des World Matchplay 2026 Größe gezeigt. Der Waliser unterlag Luke Littler in den Winter Gardens von Blackpool mit 9:18, obwohl er selbst einen Average von 104,92 Punkten spielte. Anschließend würdigte „The Iceman“ die außergewöhnliche Leistung des Titelverteidigers, benannte den frühen Wendepunkt der Partie und stellte sich deutlich vor den 19-Jährigen.

„Luke ist einer unter einer Million. Ich habe alles versucht und denke, dass ich in diesem Match ziemlich ordentlich gespielt habe“, sagte er nach dem Finale bei Sky Sports. Trotz seiner eigenen starken Zahlen fand der frühere Weltmeister über weite Strecken keinen Zugriff auf die Partie. Littler antwortete auf nahezu jede Druckphase mit hohen Scores oder einem wichtigen Finish.

Eine Schlüsselszene ereignete sich bereits im vierten Leg. Littler löschte 167 Punkte über Triple 20, Triple 19 und Bullseye und erhöhte damit auf 3:1. Für den 41-Jährigen war dieser Checkout weit mehr als nur ein frühes Highlight. „Die Bull-Finishes, die er getroffen hat, und besonders die 167 zu Beginn waren ein großer Wendepunkt. So früh es im Spiel auch war: Es machte den Unterschied zwischen einem 4:1 und einem 3:2“, erklärte der Waliser.

Littler nahm den Schwung mit und setzte Price anschließend auch auf den Doppelfeldern unter Druck. Der Engländer verwandelte im gesamten Finale 60 Prozent seiner Checkout-Darts und brachte sechs Aufnahmen mit mindestens 100 Restpunkten auf null. Gerwyn Price kam dagegen auf eine Doppelquote von 39,13 Prozent. Einige Möglichkeiten ließ der Iceman ungenutzt, während sein Gegner die entscheidenden Chancen beinahe mühelos verwertete.

„Ich hätte wahrscheinlich noch ein paar Legs mehr holen können, aber sein Finishing war einfach mühelos“, gestand „The Iceman“. Trotz des deutlichen Ergebnisses hielt er die Partie zwischenzeitlich offen und verkürzte einen 7:14-Rückstand noch einmal auf 9:15. Littler ließ sich jedoch nicht mehr stoppen und gewann die folgenden drei Legs zum Titelgewinn.

Deutliche Worte an Littlers Kritiker

Nach dem sportlichen Rückblick richtete Price den Blick auf den Umgang einiger Zuschauer mit Littler. Der Weltranglistenerste war auch während des Turniers vereinzelt mit Buhrufen konfrontiert worden. Price fand dafür nach dem Finale klare Worte. „Wenn jemand diesen Jungen ausbuhen will, stimmt mit ihm etwas nicht. Er ist fantastisch für diesen Sport“, stellte der 41-Jährige klar.

Mit einem Lächeln ergänzte er: „Ich wünschte, er wäre nicht so gut – dann hätte ich wahrscheinlich ein paar Turniere mehr gewonnen. Ich hoffe, dass nicht noch jemand wie er nachkommt, denn er ist einfach unglaublich.“

Für Price endete das World Matchplay trotz der verpassten Phil Taylor Trophy mit einer sportlich wertvollen Woche. Nach 2022 erreichte er zum zweiten Mal das Finale in Blackpool und kehrte erstmals seit seinem Triumph beim World Grand Prix 2023 in ein Major-Endspiel zurück. Durch das Preisgeld von 125.000 Pfund kletterte er auf Rang vier der PDC Order of Merit und löste Jonny Clayton als walisische Nummer eins ab.

Die Enttäuschung über das verlorene Finale konnte das nicht vollständig nehmen. Er kündigte jedoch an, den starken Lauf als Antrieb zu nutzen: „Ich werde zurück ans Practiceboard gehen, mein Bestes geben und hoffentlich noch ein wenig besser werden. Es war eine großartige Woche für mich, die Fans waren fantastisch – aber ich bin natürlich auch ein bisschen enttäuscht.“

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt Price nicht. Der Waliser ist für die Players Championships 25 und 26 gemeldet, die am 28. und 29. Juli in der Halle 39 in Hildesheim ausgetragen werden. Nach der großen Bühne der Winter Gardens folgt damit unmittelbar der Wechsel auf den Floor. Dort kann Price seine starke Matchplay-Form bestätigen und weiteres Preisgeld für die Players Championship Order of Merit sammeln. Anschließend richtet sich sein Blick auf die European Tour und die nächsten Major-Turniere im Herbst.

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