Gerwyn Price könnte im kommenden Jahr freiwillig auf die Premier League Darts verzichten. Selbst im Falle einer Einladung ist eine Teilnahme des Walisers keineswegs sicher. Der Grund liegt abseits des Sports: Seine Tochter erwartet Ende Januar ihr erstes Kind. Damit wird „The Iceman“ erstmals Großvater.
Über seine Pläne sprach der ehemalige Weltmeister nach dem 17:10-Erfolg gegen Gian van Veen im Halbfinale des World Matchplay 2026. Eine endgültige Entscheidung hat der 41-Jährige noch nicht getroffen. Vieles werde davon abhängen, wie die zweite Hälfte der Saison verläuft und wie sich die Situation innerhalb seiner Familie entwickelt.
Die Premier League gehört zu den prestigeträchtigsten und zugleich zeitintensivsten Wettbewerben im PDC-Kalender. Über mehrere Monate hinweg treten die ausgewählten Spieler Woche für Woche an unterschiedlichen Austragungsorten an. Für Price könnte dieser Zeitraum 2027 jedoch mit einer wichtigen Veränderung im persönlichen Umfeld zusammenfallen. „Meine Tochter ist schwanger und der Geburtstermin ist Ende Januar. Ich habe andere Prioritäten und zu Hause einiges zu tun“, erklärte er bei Sky Sports.
Deshalb könne eine freiwillige Pause von der Premier League durchaus infrage kommen, sollte er für die kommende Ausgabe eingeladen werden. Entscheiden möchte der Waliser darüber allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Price hatte bereits zuvor deutlich gemacht, dass seine Position in der Weltrangliste für ihn nicht mehr die gleiche Bedeutung besitzt wie noch in früheren Jahren. Zwar sei eine Platzierung unter den besten Vier angenehm, wichtiger sei ihm inzwischen aber, Freude am Dartsport zu haben. Auch die Position als bestplatzierter Waliser bedeute ihm nach eigener Aussage mehr als der reine Rang innerhalb der Weltspitze.
Wie anspruchsvoll die Turnierserie ist, erlebte Gerwyn Price auch 2026. Die Ligaphase führte die acht Teilnehmer über 16 Spielabende durch Großbritannien und Europa, bevor die vier besten Spieler zur abschließenden Finals Night antraten. Price qualifizierte sich erneut für die Play-offs. Sein bislang bestes Ergebnis in der Premier League erzielte er 2023, als er nach einer starken Saison erst im Finale gestoppt wurde.
Von einem allgemeinen Rückzug aus dem Dartsport kann dennoch keine Rede sein. Price betonte nach dem Halbfinale, dass er derzeit wieder viel Freude am Spiel habe und noch weiteres Potenzial in sich sehe. Seine Überlegungen betreffen ausschließlich die zeitintensive Premier League und nicht seine Teilnahme an den regulären Ranglistenturnieren der PDC.
Vor dem World-Matchplay-Finale wartet Luke Littler
Sportlich befindet sich Gerwyn Price derzeit wieder auf dem Weg nach oben. Durch den Halbfinalsieg über Gian van Veen erreichte der Weltmeister von 2021 zum zweiten Mal das Endspiel des World Matchplay. Bereits 2022 stand er im Finale in den Winter Gardens, musste sich damals jedoch Michael van Gerwen geschlagen geben.
Am Sonntag erhält „The Iceman“ gegen Luke Littler eine weitere Gelegenheit, erstmals die Phil Taylor Trophy zu gewinnen. Er geht zwar als Außenseiter in das Duell, hatte nach seinem Halbfinale aber betont, dass er auch gegen den favorisierten Engländer bestehen könne.
Die mögliche Premier-League-Pause dürfte während des Endspiels zunächst keine Rolle spielen. Die Aussagen zeigen allerdings, dass der 41-Jährige seine sportliche Laufbahn inzwischen stärker mit seinem Privatleben in Einklang bringen möchte. Ob er 2027 tatsächlich auf die lukrative Turnierserie verzichtet, will er vom weiteren Saisonverlauf und der familiären Situation abhängig machen.









