Fallon Sherrock: „Mein großes Ziel ist die WM“

Fallon Sherrock hat beim Women’s World Matchplay 2026 ein deutliches sportliches Zeichen gesetzt. Die Siegerin von 2022 erreichte in den Winter Gardens erneut das Finale und unterlag Beau Greaves erst im Entscheidungsleg mit 5:6. Der Titel blieb ihr verwehrt, doch der Lauf in Blackpool bestätigte, dass sich die 31-Jährige spielerisch wieder in die richtige Richtung bewegt.

Bereits in den ersten beiden Partien zeigte die „Queen of the Palace“, dass mit ihr zu rechnen war. Im Viertelfinale ließ sie Deta Hedman beim 5:0 keine Chance, anschließend bezwang sie Lisa Ashton im Halbfinale deutlich mit 5:1. Gegen Greaves entwickelte sich schließlich ein wesentlich engeres Duell, in dem Sherrock bis zum letzten Leg um den Titel kämpfte.

„Ich nehme auf jeden Fall das Positive mit. Ich versuche, mein Spiel zurückzubekommen. Es ist fast da, aber es braucht noch etwas Feinabstimmung“, erklärte Fallon Sherrock nach dem Finale bei Sky Sports. Allein das Erreichen des Endspiels wertete sie als Erfolg: „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich ins Finale komme, hätte ich sofort eingeschlagen.“

Sherrock richtet den Blick auf die WM

Auch im Finale bewahrte die 32-Jährige ihre Ruhe. Mit einem starken Elfdarter und einem 70er-Finish erzwang sie noch das Entscheidungsleg. Von übermäßiger Nervosität wollte sie anschließend nichts wissen: „Ehrlich gesagt waren die Nerven gar nicht so schlimm. In meinem Kopf dachte ich nur: Bleib ruhig, bleib an ihr dran und wenn du eine Chance bekommst, nutze sie.“

Im Decider übernahm Greaves mit einer 180 die Kontrolle und verwandelte schließlich auf der Doppel-10. Sie erkannte die Leistung ihrer Gegnerin ohne Umschweife an: „Sie hat den Sieg verdient. Sie war die bessere Spielerin – das muss man ihr lassen.“

Für die Engländerin soll der Finaleinzug nun zum Ausgangspunkt für die kommenden Monate werden. Ihr wichtigstes Ziel hat sie bereits klar benannt: „Mein großes Ziel ist es, zur WM zu kommen. Wenn ich mein Spiel wieder ordnen und mich qualifizieren kann, weiß man nie – vielleicht gelingt mir dort wieder ein Lauf.“

Spielerisch führt ihr Weg in den kommenden Monaten über zwei Wettbewerbsfelder. Auf der PDC Women’s Series liegt sie aktuell auf Rang drei der Order of Merit und kämpft dort um ihr Ticket für die nächste Weltmeisterschaft. Daneben tritt sie regelmäßig bei der MODUS Super Series an, wo sie gegen ein gemischtes Teilnehmerfeld Rhythmus und Spielpraxis sammeln kann. Gerade diese zusätzlichen Drucksituationen dürften ihr helfen, die in Blackpool gezeigte Stabilität weiter auszubauen. Entscheidend bleibt jedoch die Women’s Series, auf der sie ihre Position im WM-Rennen absichern muss.

Was ein erfolgreicher Auftritt im Alexandra Palace auslösen kann, weiß Sherrock wie kaum eine andere Spielerin. Bei der WM 2019/20 schrieb sie mit ihren Siegen gegen Ted Evetts und Mensur Suljović Geschichte. Der Finaleinzug von Blackpool ist noch keine Rückkehr zu diesen außergewöhnlichen Tagen – aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass die „Queen of the Palace“ wieder näher an ihr bestes Spiel herangerückt ist.

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