European Championship 2026: Schindler weiter, van Gerwen raus – Letzte Achtelfinalisten stehen fest

Martin Schindler hält die deutschen Hoffnungen bei der European Championship 2026 am Leben, Michael van Gerwen muss dagegen überraschend die Heimreise antreten. Am zweiten Turniertag in Dortmund setzte sich „The Wall“ nach einem dramatischen Elf-Leg-Krimi gegen Wessel Nijman mit 6:5 durch. Kevin Doets sorgte mit seinem 6:3 gegen van Gerwen für den nächsten Paukenschlag. Auch Luke Littler und Josh Rock überzeugten mit Averages über 100 Punkten. Damit stehen nach acht Freitagspartien sämtliche Achtelfinalisten fest.

Schindler erwischte gegen den an Position zwei gesetzten Nijman zunächst einen hervorragenden Start. Der Deutsche gewann die ersten drei Legs, musste anschließend jedoch mitansehen, wie sein Gegner zum 3:3 ausglich. Danach legte der Brandenburger wiederholt vor, doch der Niederländer kämpfte sich bis zum 5:5 zurück. Erst das Entscheidungsleg brachte die Entscheidung zugunsten des Deutschen.

Den entscheidenden Unterschied machten die Doppelfelder. Schindler verwandelte sechs seiner elf Versuche und erreichte damit eine Trefferquote von 55 Prozent. Nijman benötigte dagegen 20 Versuche für seine fünf Leggewinne und kam lediglich auf 25 Prozent. Mit 93,34 Punkten im Drei-Dart-Average lag der Deutsche ebenfalls vorne, obwohl sein Gegner vier 180er gegenüber nur einer des Siegers erzielte. Während Nijman beim Scoring mit seinen Maxima Akzente setzte, nutzte Schindler seine Chancen auf die Doppelfelder deutlich konsequenter. Nach dem Ausscheiden von Niko Springer bleibt er der letzte deutsche Vertreter bei der European Championship.

Auch Michael van Gerwen musste seine Titelhoffnungen bereits zum Auftakt begraben. Kevin Doets ging gegen den dreimaligen Weltmeister schnell mit 3:0 in Führung und baute seinen Vorsprung später auf 5:1 aus. Zwar verkürzte van Gerwen noch auf 3:5, doch die Aufholjagd kam zu spät. Doets machte den 6:3-Erfolg perfekt.

Der Sieger spielte einen Average von 97,14 Punkten, van Gerwen erreichte 95,70. Ausschlaggebend war auch hier die Doppelquote: Doets nutzte sechs seiner elf Möglichkeiten, während sein Landsmann lediglich drei von elf Versuchen verwandelte. Dazu gelangen Doets zwei Checkouts mit mindestens 100 Punkten, darunter ein 132er-Finish.

Littler und Rock überzeugen – die weiteren Ergebnisse des Abends

Luke Littler lieferte die statistisch stärkste Leistung des zweiten Spieltags der European Championship 2026 ab. Der Weltranglistenerste gewann gegen Willie O’Connor mit 6:3 und erreichte einen Drei-Dart-Average von 105,05 Punkten. Sechs 180er unterstrichen seine Scoringstärke. Nach einer schnellen 3:0-Führung zog der Engländer auf 5:1 davon. O’Connor verkürzte noch auf 3:5, ehe Littler die Begegnung beendete. Der Ire verabschiedete sich trotz eines Averages von 97,28 Punkten aus Dortmund.

Ebenfalls überzeugend präsentierte sich Josh Rock. Der Nordire verlor gegen Chris Dobey zunächst das Auftaktleg, gewann anschließend jedoch sechs Durchgänge in Folge. Beim 6:1-Erfolg spielte er einen Average von 100,74 Punkten und glänzte mit einem 154er-Finish. Dobey traf lediglich einen seiner zwölf Doppelversuche und konnte den Gegner dadurch kaum unter Druck setzen.

Für Niko Springer endete die European Championship dagegen nach einer 3:6-Niederlage gegen Jonny Clayton. Der Waliser erspielte sich eine frühe 3:0-Führung und ließ den Deutschen anschließend nicht mehr entscheidend herankommen. Clayton erreichte einen Average von 98,47 Punkten und warf vier 180er. Springer kam auf 94,69 Punkte im Schnitt, blieb jedoch ohne Maximum.

Nathan Aspinall musste gegen Cristo Reyes zwischenzeitlich ebenfalls kämpfen. Der Spanier führte nach fünf Legs mit 3:2, doch „The Asp“ gewann anschließend vier Durchgänge in Folge und setzte sich mit 6:3 durch. Bemerkenswert: Reyes erzielte mit 95,20 Punkten sogar den höheren Average, konnte daraus aber keinen Sieg machen.

Krzysztof Ratajski hatte zuvor einen souveränen Auftakt gegen Dave Chisnall hingelegt. Der Pole zog zunächst auf 3:0 davon und gewann schließlich mit 6:2. Seine Doppelquote von 40 Prozent lag deutlich über den 18 Prozent seines Gegners, der zwar drei 180er erzielte, seine Möglichkeiten auf die Doppelfelder jedoch zu selten nutzte. Den Freitagabend hatte Jermaine Wattimena mit einem 6:3-Erfolg gegen Ryan Joyce eröffnet. Der Niederländer führte bereits mit 5:0, ehe Joyce drei Legs hintereinander gewann und noch einmal Hoffnung schöpfte. Wattimena ließ sich den Vorsprung allerdings nicht mehr nehmen und sicherte sich den Achtelfinaleinzug.

Damit stehen alle Achtelfinalpaarungen der European Championship 2026 fest. Die am Freitag qualifizierten Spieler bestreiten ihre Achtelfinals am Samstagabend. Dabei trifft Martin Schindler auf Jermaine Wattimena, Jonny Clayton bekommt es mit Josh Rock zu tun. Krzysztof Ratajski spielt gegen Kevin Doets, während Nathan Aspinall auf Luke Littler trifft.

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