180, 180, 141: Luke Woodhouse eröffnete die Darts-EM 2026 am Donnerstagabend in Dortmund mit einem 9-Darter. Gegen Dirk van Duijvenbode gelang dem Engländer das perfekte Leg zum 3:1, den neunten Dart versenkte er auf Doppel 12. Am Ende gewann er mit 6:3. Es war erst der fünfte 9-Darter in der Geschichte der European Championship und der erste seit 2020. Der Sieger spielte einen Drei-Dart-Average von 99,11 Punkten, warf drei 180er und traf sechs seiner 14 Doppelversuche (43 Prozent).
Für ihn stand nach dem perfekten Leg bei der Darts-EM vor allem der Sieg im Mittelpunkt: „Ich wollte nicht zu denen gehören, die einen 9-Darter werfen und das Spiel verlieren. Deshalb war der Sieg das Wichtigste“, sagte Woodhouse im PDC-Siegerinterview. Mit Blick auf seine Form ergänzte er: „Ich würde sagen, dass ich im Darts wahrscheinlich die besten zwölf Monate meines Lebens hinter mir habe.“ Weitere Aussagen zum historischen Leg gibt es in unserem Einzelbericht.
Huybrechts glänzt, gesetzte Spieler scheitern zum Auftakt
Für die zweite große Geschichte der Darts-EM sorgte Kim Huybrechts. Der Belgier hatte die direkte Qualifikation für die European Championship verpasst, nachdem er bei der Flanders Darts Trophy entscheidende Matchdarts ausgelassen hatte. Erst die krankheitsbedingte Absage von Luke Humphries brachte ihn als bestplatzierten Nichtqualifizierten der European Tour Order of Merit ins Feld. Bei seinem ersten EM-Auftritt seit 2021 besiegte der Nachrücker Ryan Searle überraschend klar mit 6:1. Mit 103,81 Punkten erzielte er den höchsten Average des Abends, warf sechs 180er und verwandelte sechs von neun Doppelversuchen (67 Prozent). Sein Gegner erreichte selbst starke 98,59 Punkte im Schnitt.
Nach dem letzten Spiel mutmaßten die TV-Kommentatoren, der Belgier habe am Morgen wohl noch in seiner Heimat gesessen, ohne mit einem Einsatz bei der Darts-EM zu rechnen. Wenige Stunden später hatte er einen der stärksten Auftritte des Abends hingelegt. Im Achtelfinale der European Championship trifft er nun auf Stephen Bunting.
Dass ein höherer Average bei der European Championship keinen Sieg garantiert, zeigte auch dessen Partie gegen Danny Noppert. Bunting gewann mit 6:5 und erzielte mit einem 160er-Finish das höchste Checkout des ersten Turniertages, obwohl er mit 89,81 Punkten im Schnitt hinter Noppert (90,92) lag. Ähnlich erging es James Wade: Trotz eines Averages von 96,48 Punkten verlor er gegen Damon Heta mit 5:6.
Auch Cameron Menzies sorgte bei der Darts-EM für eine Überraschung. Der Schotte bezwang den an Position vier gesetzten Niels Zonneveld mit 6:3 und kam auf 93,75 Punkte im Average. Gerwyn Price startete mit einem 6:2 gegen Rob Cross in die European Championship und spielte 99,26 Punkte im Schnitt. Titelverteidiger Gian van Veen setzte sich mit 6:4 gegen Andrew Gilding durch. Sein Average betrug 95,21 Punkte, die Doppelquote lag bei 50 Prozent (6/12).
Das letzte Spiel am Donnerstag bei der European Championship gewann Ross Smith mit 6:4 gegen Karel Sedláček. Die Nummer eins der Setzliste spielte einen Average von 92,42 Punkten, traf jedoch nur sechs von 24 Doppelversuchen (25 Prozent). Beide Kontrahenten warfen jeweils vier 180er.
Smith warnte nach seinem Auftaktsieg bei der Darts-EM vor vorschnellen Favoritenrollen: „Die Setzpositionen spielen bei diesem Turnier keine Rolle. Wirklich nicht.“ Seinem Gegner zollte er Respekt: „Jeder Spieler mit einer Tour Card wird dir sagen, dass Karel Sedláček ein fantastischer Spieler ist und wirklich schwer zu schlagen ist“. Am spielfreien Freitag will der Europameister von 2022 Kaffee trinken und spazieren gehen – vielleicht probiert er auch die vom Moderator empfohlene Dortmunder Currywurst.
Damit stehen die ersten vier Achtelfinalduelle der Darts-EM fest: Ross Smith gegen Damon Heta, Gian van Veen gegen Luke Woodhouse, Cameron Menzies gegen Gerwyn Price sowie Stephen Bunting gegen Kim Huybrechts. Die vier Begegnungen beginnen am Samstag ab 13 Uhr. Ihre Sieger erreichen das Viertelfinale der European Championship.
Am Freitag ab 19 Uhr wird die erste Runde der European Championship mit acht weiteren Partien abgeschlossen. Martin Schindler tritt gegen Wessel Nijman an, Niko Springer bekommt es mit Jonny Clayton zu tun. Außerdem trifft Luke Littler auf William O’Connor. Nach einem Auftakt voller Überraschungen hoffen die deutschen Fans, dass Schindler und Springer bei der Darts-EM vor heimischem Publikum für die nächsten Erfolgsgeschichten sorgen.










 steht im Viertelfinale der Swiss Darts Trophy 2026.](https://dartsinside.de/wp-content/uploads/2026/10/Luke-Humphries-1-768x489.webp)