Martin Schindler hat bei der European Championship 2026 einen hart umkämpften Auftaktsieg gefeiert. Der 30-jährige Deutsche setzte sich am Freitagabend in der Dortmunder Westfalenhalle mit 6:5 gegen Wessel Nijman durch und erreichte damit das Achtelfinale. Gegen die Nummer zwei der Setzliste musste „The Wall“ über die volle Distanz von elf Legs gehen. Eine starke Doppelquote von 55 Prozent erwies sich schließlich als entscheidender Vorteil.
Die Ausgangslage war alles andere als einfach. Nijman hatte die European-Tour-Saison auf Platz zwei der maßgeblichen Rangliste abgeschlossen, während sein deutscher Kontrahent erst auf den letzten Drücker sein EM-Ticket gesichert hatte. Dennoch entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell, das erst im Entscheidungsleg seinen Sieger fand.
Beim Stand von 5:5 war die Begegnung auf einen einzigen Durchgang zusammengeschrumpft. Der Deutsche behielt die Nerven, gewann das elfte Leg und machte den Achtelfinaleinzug perfekt. Für den hochgesetzten Niederländer bedeutete die knappe Niederlage dagegen das frühe Ausscheiden aus der European Championship.
Auch die Matchstatistiken verdeutlichen, wie umkämpft die Begegnung war. Schindler erreichte einen Drei-Dart-Average von 93,34 Punkten, sein Gegner kam auf 89,53. Bei den 180ern hatte Nijman mit 4:1 die Nase vorn, doch bei den Aufnahmen mit mindestens 140 Punkten lag der Deutsche mit 8:4 deutlich vorne. Auch im Bereich von 100 bis 139 Punkten zeigte sich „The Wall“ mit 15:11 Aufnahmen überlegen.
Den entscheidenden Unterschied machten die Doppelfelder. Während Nijman lediglich fünf seiner 20 Versuche verwandelte und damit auf eine Quote von 25 Prozent kam, nutzte der Brandenburger sechs seiner elf Möglichkeiten. Mit 55 Prozent zeigte der Deutsche genau jene Konsequenz beim Checkout, die ihm in den vergangenen Wochen mehrfach gefehlt hatte. Das höchste Finish der Partie gelang Nijman mit 127 Punkten, während Schindler einen 121er-Checkout verbuchte.
Schindler belohnt sich nach schwieriger Qualifikation
Der Achtelfinaleinzug ist auch vor dem Hintergrund der vergangenen Wochen bemerkenswert. Noch kurz vor der European Championship musste der Brandenburger um seine Teilnahme kämpfen. Erst mit einem 6:4-Erfolg gegen Karel Sedláček bei der Dutch Darts Championship sicherte er sich einen der letzten Qualifikationsplätze.
Dabei hatte Schindler zuletzt immer wieder Schwierigkeiten auf den Doppelfeldern offenbart. Beim 4:6 gegen Damon Heta in Maastricht spielte er zwar einen Average von 104,09 Punkten, verwandelte aber nur vier seiner 14 Doppelversuche. Gegen Nijman präsentierte sich der Deutsche in dieser Hinsicht deutlich verbessert.
Auch das letzte direkte Duell der beiden Profis hatte bereits einen dramatischen Verlauf genommen. Bei den Czech Darts Open im September verlor Schindler trotz eines spektakulären 170er-Finishes mit 5:6. Diesmal endete das Aufeinandertreffen über elf Legs mit dem besseren Ausgang für den Deutschen.
Nach dem vorherigen Ausscheiden von Niko Springer gegen Jonny Clayton bleibt „The Wall“ der letzte deutsche Vertreter bei der European Championship 2026. Am Samstagabend wartet im Achtelfinale bereits die nächste Herausforderung. Dort wartet Jermaine Wattimena, der sich zum Auftakt mit 6:3 gegen Ryan Joyce durchgesetzt hatte.
Der Erfolg gegen die Nummer zwei der Setzliste ist für den Deutschen ein wichtiger sportlicher Schritt nach schwierigen Wochen. Mit einer deutlich verbesserten Doppelquote und dem Sieg im Entscheidungsleg hat er sich die Chance auf einen weiteren Auftritt vor heimischem Publikum verdient.









