Für Niko Springer ist die European Championship 2026 nach der ersten Runde beendet. Der 26-jährige Deutsche unterlag Jonny Clayton am Freitagabend in Dortmund mit 3:6. Der Waliser überzeugte mit einem Drei-Dart-Average von 98,47 Punkten und zog damit ins Achtelfinale ein. Der deutsche EM-Starter erreichte selbst ordentliche 94,69 Punkte im Schnitt, konnte die frühe Führung seines Gegners jedoch nicht mehr aufholen.
Clayton erwischte den deutlich besseren Start und gewann die ersten drei Legs. Erst im vierten Durchgang gelang dem Deutschen der erste Leggewinn zum 1:3. Doch statt den Rückstand weiter zu verkürzen, musste der 26-Jährige unmittelbar das 1:4 hinnehmen. Der walisische Routinier kontrollierte die Begegnung und ließ seinen Gegner trotz dessen zwischenzeitlicher Gegenwehr nicht entscheidend herankommen.
Beim Stand von 4:2 keimte für den Deutschen noch einmal Hoffnung auf, doch „The Ferret“ erhöhte auf 5:2. Der Mainzer verkürzte anschließend auf 3:5 und hielt die Partie damit zunächst offen. Eine vollständige Aufholjagd blieb allerdings aus. Im neunten Leg machte Clayton den 6:3-Erfolg perfekt und beendete damit die Hoffnungen auf den Einzug in die zweite Runde.
Beim Scoring waren die Unterschiede im Erstrundenduell der European Championship geringer, als das Ergebnis zunächst vermuten lässt. Clayton gelangen vier 180er, während Springer ohne Maximum blieb. Dafür verbuchte der Deutsche zehn Aufnahmen mit mindestens 140 Punkten, sein Gegner kam auf neun. Bei den Aufnahmen zwischen 100 und 139 Punkten lag der Waliser mit 11:7 vorne. Das höchste Checkout des Spiels gelang wiederum dem Deutschen mit 81 Punkten. Das höchste Finish des Weltranglistenfünften betrug 54 Punkte.
Schon vor seinem Auftakt bei der European Championship hatte Springer beim Einwerfen für eine kuriose Szene gesorgt: Ihm gelang ein sogenannter Robin Hood, bei dem ein Dart im Flight oder Schaft eines bereits steckenden Pfeils landet. Für den späteren Spielverlauf hatte dieser seltene Treffer allerdings keine Bedeutung.
Clayton über Nervosität, Selbstvertrauen und das deutsche Publikum
Bereits vor der Begegnung hatte der 52-jährige Waliser im Gespräch mit der PDC erklärt, wie er mit der Anspannung vor einem wichtigen Bühnenauftritt umgeht. „Im Grunde musst du dich einfach zusammenreißen. Triff das Triple, triff das Doppel, dann wird alles gut“, erklärte der erfahrene Profi mit Blick auf die Nervosität beim Walk-on. Auch mit seiner aktuellen Verfassung zeigte sich „The Ferret“ vor der Partie zufrieden. „Das Selbstvertrauen ist hoch, mein Spiel ist gut – was will man mehr?“, sagte Clayton gegenüber der PDC.
Besonderen Respekt hatte der Waliser vor der Kombination aus Niko Springer und dem deutschen Publikum. Der Deutsche sei bereits für sich genommen ein schwieriger Gegner, die Unterstützung der heimischen Zuschauer stelle eine zusätzliche Herausforderung dar. Der Routinier machte allerdings deutlich, dass er mit dieser Situation gerechnet hatte.
Auf der Bühne setzte sich der erfahrene Profi schließlich durch. Mit seinem höheren Average, vier 180ern und einer frühen 3:0-Führung legte er die Grundlage für den Erfolg. Springer hielt über weite Strecken ordentlich dagegen, konnte den Rückstand aber zu keinem Zeitpunkt auf weniger als zwei Legs verkürzen.
Für Clayton geht es am Samstagabend im Achtelfinale der European Championship gegen den Sieger der Begegnung zwischen Josh Rock und Chris Dobey weiter. Springer hingegen muss sich nach seiner 3:6-Niederlage bereits nach dem ersten Auftritt aus Dortmund verabschieden.










