Dirk van Duijvenbode hat nach seinem starken Auftritt beim World Matchplay offen über die enorme Aufmerksamkeit rund um Luke Littler gesprochen. Der Niederländer zeigte sich insbesondere darüber verärgert, dass sich vor dem gemeinsamen Halbfinale nahezu alle Fragen um den Weltranglistenersten drehten. Schließlich habe nicht nur Littler, sondern auch er selbst den Sprung unter die besten vier geschafft.
„Aubergenius“ hatte in den Winter Gardens seine beste Woche bei einem großen TV-Turnier seit langer Zeit erlebt. Auf dem Weg ins Halbfinale bezwang der 34-Jährige nacheinander Chris Dobey, Michael van Gerwen und Gary Anderson. Erst Littler beendete seinen Lauf mit einem deutlichen 17:5-Erfolg.
Vor dem Turnier war mit einer solchen Serie kaum zu rechnen gewesen. Der Niederländer hatte 2026 lediglich ein einziges Match vor laufenden TV-Kameras gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft setzte er sich knapp mit 3:2 gegen Andy Baetens durch. Anschließend blieben die erhofften Erfolge auf den großen Bühnen aus.
Sein Lauf in Blackpool überraschte den Niederländer dennoch nicht vollständig. „Ich hatte nicht mein bestes Jahr, aber ich weiß, dass ich es kann“, erklärte Dirk van Duijvenbode gegenüber De Telegraaf. Bei seinen Gegnern habe es sich schließlich um Spieler gehandelt, die er bereits zuvor besiegt hatte. Deshalb sei das Erreichen des Halbfinals für ihn keineswegs unmöglich gewesen.
Mit seiner gesamten Turnierwoche zeigte sich der 34-Jährige entsprechend zufrieden. Das abschließende Match hinterließ bei ihm jedoch einen bitteren Eindruck. „Ich bin mit der Woche zufrieden, aber nicht mit dem Halbfinale“, fasste er seine Gefühlslage zusammen.
Van Duijvenbode fühlte sich zur Nebenfigur gemacht
Schon vor dem ersten Dart hatte ihn gestört, dass sich die öffentliche Wahrnehmung fast ausschließlich auf Littler konzentrierte. Der Engländer jagte in Blackpool den nächsten großen Titel und wurde bei nahezu jeder Frage in den Mittelpunkt gestellt. „Das hat mich genervt“, gab van Duijvenbode zu. „Soweit ich weiß, stand ich ebenfalls im Halbfinale. Dass ich dort war, war etwas Besonderes.“ Littlers starke Leistungen seien dagegen längst keine Überraschung mehr gewesen. Trotzdem hätten sich die Fragen weiterhin fast nur um den Engländer gedreht.
Auf der Bühne unterstrich Littler anschließend, warum ihm so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Mit einem Average von 110,88 Punkten ließ er van Duijvenbode kaum eine Gelegenheit, in die Partie zu finden. Der Niederländer blieb zudem selbst unter seinem zuvor gezeigten Niveau und konnte das einseitige Halbfinale nicht mehr drehen.
„Es ergibt überhaupt keinen Sinn“, beschrieb er Littlers Scoring. „Du drehst dich um und er wirft schon wieder eine 180.“ Zunächst habe ihn der Verlauf der Partie geärgert, weil er selbst ebenfalls nicht gut gespielt habe. Gegen einen Gegner auf diesem Niveau sei jedoch nur wenig auszurichten gewesen. Für die Nummer 22 der Welt spielte die Höhe der Niederlage im Nachhinein keine entscheidende Rolle mehr. „Ob du 17:15 oder 17:5 verlierst – wen interessiert es? Du hast verloren und kannst nach Hause fahren“, sagte der Niederländer.
Luke Littler krönte seine außergewöhnliche Woche anschließend mit einem 18:9-Finalsieg gegen Gerwyn Price und verteidigte seinen Titel beim World Matchplay. Dirk van Duijvenbode blieb der Einzug in sein erstes großes Halbfinale seit den Players Championship Finals 2024 – und die Erkenntnis, dass er nach einem schwierigen Saisonstart wieder mit den besten Spielern mithalten kann.










