Cameron Menzies: Urlaub ohne Darts wird zum Wendepunkt

Cameron Menzies hat nach einem schwierigen ersten Halbjahr zurück in die Erfolgsspur gefunden. Erst gewann der Schotte das Players Championship 23, anschließend sorgte er beim World Matchplay gegen Luke Humphries für eine der größten Überraschungen des Turniers. Als entscheidenden Wendepunkt bezeichnet der 37-Jährige einen Urlaub, in dem er seine Darts bewusst zu Hause ließ.

Wie deutlich der Aufschwung ausfiel, zeigt der Blick auf seine vorherigen Ergebnisse: Bei den ersten 22 Players Championships des Jahres hatte Menzies kein einziges Viertelfinale erreicht. Auch auf der großen Bühne war er bis zum World Matchplay ohne Sieg geblieben. Vor allem mental habe ihm diese Phase zugesetzt. „Ich war mental einfach nicht in einer guten Verfassung. Ich habe es immer wieder versucht, aber ich habe einfach nicht gut gespielt“, erklärte der 37-Jährige laut einem Bericht von Oche180. Bei seinen vorherigen sieben ProTour-Teilnahmen habe er lediglich zwei Spiele gewonnen.

„Cammy“ lässt die Darts zu Hause

Die entscheidende Veränderung folgte während einer Auszeit. Anders als sonst nahm Menzies seine Darts nicht mit in den Urlaub und schaltete vollständig vom Sport ab. „Ich bin in den Urlaub gefahren und habe die Darts zu Hause gelassen. Das war das Beste für mich“, sagte der Schotte. Normalerweise versuche er ständig, hundert Prozent zu geben. Dieses Mal habe er jedoch nicht nur eine Pause vom Darts, sondern „eine Pause vom Leben“ eingelegt.

Die Wirkung zeigte sich unmittelbar. Beim Players Championship 23 bezwang er im Finale Cristo Reyes mit 8:5 und sicherte sich seinen ersten ProTour-Titel des Jahres. Für den Schotten war es zugleich der zweite Players-Championship-Erfolg seiner Karriere.

Wenig später sorgte Cameron Menzies auch beim World Matchplay für Aufsehen. In der ersten Runde setzte er sich mit 10:7 gegen den Weltranglistenzweiten Luke Humphries durch. Dabei spielte er einen Average von 97,83 Punkten und beendete das Match mit einem 170er-Checkout.

Sein Lauf in Blackpool endete anschließend auf bittere Weise. Im Zweitrundenmatch gegen Ross Smith wurde „Cammy“ beim Stand von 2:1 schwindelig und verlor aufgrund erhöhten Blutdrucks kurzzeitig das Bewusstsein. Nach einer medizinischen Untersuchung konnte er in seine Unterkunft zurückkehren, das Match wurde jedoch abgebrochen.

Künftig will Menzies häufiger kurze Pausen einplanen. Dafür müsse er nicht jedes Mal ein oder zwei Wochen verreisen. Schon einige Tage Abstand könnten helfen, die mentale Belastung der eng getakteten Tour besser zu bewältigen. „Darts ist sehr intensiv und harte Arbeit – besonders dann, wenn es nicht läuft“, sagte er. „Manchmal ist es das Beste, einfach einen Schritt zurückzutreten.“

Sportlich kommt die Wende für Menzies zum richtigen Zeitpunkt. Zehn Players Championships stehen in dieser Saison noch aus. Dort kann der Schotte seine Position in der Jahreswertung weiter festigen und sich eine gute Ausgangslage für die Players Championship Finals erspielen. Der Titel bei PC23 und der Erfolg gegen Humphries haben gezeigt, welches Niveau er erreichen kann. Sobald er gesundheitlich wieder vollständig fit ist, gilt es für ihn nun, diesen Aufschwung in die zweite Saisonhälfte mitzunehmen.

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