Gary Anderson hat beim World Matchplay 2026 eine Vorstellung gezeigt, die selbst in der langen Geschichte des Turniers herausragt. Der Schotte besiegte Ryan Joyce am Sonntagnachmittag mit 10:2 und spielte dabei einen Average von 109,96 Punkten. Es war der achthöchste Schnitt, der jemals auf der Bühne des World Matchplay erzielt wurde.
Der 55-Jährige übernahm im Winter Gardens früh die Kontrolle und ließ Joyce kaum Gelegenheit, in die Partie zu finden. Der Weltmeister von 2015 und 2016 wirkte vom ersten Leg an locker, sicher und vollkommen im Rhythmus. Besonders eindrucksvoll war der Abschluss: Mit Checkouts von 144 und 141 Punkten beendete der World-Matchplay-Champion von 2018 seine stärkste Vorstellung seit langer Zeit. „Es gibt manchmal solche Tage, an denen du mit geschlossenen Augen werfen kannst und alles triffst. […] Heute war einer dieser Tage“, erklärte Anderson im PDC-Interview.
Dass „The Flying Scotsman“ zu einer solchen Leistung fähig ist, steht außer Frage. Wann er dieses Niveau abruft, war zuletzt allerdings schwerer vorherzusagen. Er hatte im bisherigen Saisonverlauf mehrere Turniere ausgelassen und reiste nach eigener Aussage ohne klare Erwartungen zum World Matchplay. „Ich habe dieses Jahr viele Turniere ausgelassen. […] Ehrlich gesagt kam ich hierher, ohne zu wissen, was ich erwarten sollte“, sagte der Schotte.
Eine Prognose für den weiteren Turnierverlauf wollte er trotz seiner herausragenden Zahlen nicht abgeben. Das nächste Match werde eine vollkommen andere Aufgabe, betonte er nach dem klaren Erfolg gegen Joyce.
Clayton freut sich auf das Duell mit seinem früheren Vorbild
Im Achtelfinale trifft der Schotte auf Jonny Clayton. Der Waliser setzte sich in seiner Auftaktpartie mit 10:7 gegen Damon Heta durch. Nach einer zwischenzeitlichen 8:3-Führung musste Clayton noch einmal um den Einzug in die nächste Runde kämpfen, ehe er die Begegnung mit einem 144er-Finish beendete.
Clayton erreichte 2023 das Finale des World Matchplay und stand auch im vergangenen Jahr im Halbfinale. Gegen Anderson erwartet ihn nun eines der prominentesten Duelle der zweiten Runde. Für den Waliser besitzt die Begegnung zudem eine persönliche Bedeutung. „Gary Anderson war mein Darts-Held. […] Ich denke, es wird ein Duell der alten Jungs, aber ich hoffe, dass es ein großartiges Spiel wird“, erklärte Clayton im gleichen Interview.
Der 55-Jährige zeigte sich nach seinem Auftaktsieg begeistert von der Atmosphäre im Empress Ballroom. Für Clayton ist der Winter Gardens der beste Austragungsort im Dartsport. Umso größer ist seine Vorfreude auf das direkte Aufeinandertreffen mit Anderson.
Die Zahlen der ersten Runde machen Anderson zunächst zum Favoriten. Ein Average von fast 110 Punkten und zwei High-Finishes zum Abschluss lassen jedoch auch die Frage offen, ob sich eine derart außergewöhnliche Leistung im nächsten Match wiederholen lässt. Clayton dürfte ihm deutlich mehr Widerstand leisten als Joyce und besitzt selbst genügend Erfahrung, um eine Partie auch nach einem schwächeren Start noch zu drehen.
Das Achtelfinale zwischen Anderson und Clayton gehört damit schon jetzt zu den Höhepunkten der nächsten Runde. Für Anderson bietet sich die Gelegenheit, seine historische Auftaktleistung zu bestätigen. Clayton will dagegen sein früheres Vorbild aus dem Turnier nehmen und erneut weit beim World Matchplay kommen.









