Luke Littler steht vor einer für ihn ungewöhnlichen Aufgabe. Während der 19-Jährige 2026 auf der großen Bühne bislang nahezu alles gewonnen hat, läuft es auf dem Floor deutlich schwieriger. Nach dem Players Championship 27 ist die Qualifikation für die Finals in Minehead für den Weltranglistenersten längst keine Selbstverständlichkeit mehr.
Bei seinem ersten Floor-Auftritt der Saison erreichte Littler am Dienstag in Leicester zwar das Viertelfinale, musste sich dort aber Jermaine Wattimena mit 5:6 geschlagen geben. Der Niederländer entschied das letzte Leg mit einem 115er-Finish für sich. Für den Einzug unter die besten Acht kassierte der Weltmeister 4.000 Pfund – sein erstes Preisgeld in der diesjährigen Players Championship Order of Merit.
Damit steht er aktuell auf Rang 141. Platz 64, der am Saisonende zur Teilnahme an den Finals berechtigt, hält derzeit Mario Vandenbogaerde mit 26.250 Pfund. Dem Engländer fehlen somit 22.250 Pfund auf die aktuelle Qualifikationsgrenze.
Players Championship 28 wird für Littler richtungsweisend
Bereits heute geht es für den Weltmeister weiter. Players Championship 28 beginnt am Mittwoch um 14:00 Uhr deutscher Zeit in der Mattioli Arena in Leicester. Damit bekommt er nur einen Tag nach dem Viertelfinal-Aus die nächste Gelegenheit, wichtiges Preisgeld für Minehead zu sammeln.
Ein Turniersieg auf dem Floor bringt 15.000 Pfund, der Finalist erhält 10.000 Pfund. Selbst ein Sieg bei PC28 würde den 19-Jährigen mit dann 19.000 Pfund nach aktuellem Stand also noch nicht in die Top 64 bringen. Hinzu kommt, dass die Qualifikationsgrenze in den verbleibenden Turnieren weiter steigen dürfte.
Genau darin liegt das Problem. Nach PC27 stehen noch sieben Players Championship Events im Kalender. The Nuke hatte jedoch angekündigt, in diesem Jahr nur die in Großbritannien ausgetragenen Floor-Turniere spielen zu wollen. Hält er an diesem Plan fest, bleiben inklusive des heutigen Tages lediglich drei Möglichkeiten: PC28 sowie PC33 und PC34 am 4. und 5. November in Leicester.
Damit unterscheidet sich die Situation deutlich von seinen Auftritten bei den großen TV-Turnieren. Der Engländer gewann 2026 bereits die Weltmeisterschaft, das Masters, die UK Open, die Premier League, den World Cup of Darts und das World Matchplay. Auf dem Floor zählt für die Qualifikation nach Minehead allerdings ausschließlich das innerhalb der Serie erspielte Preisgeld.
Die besten 64 Spieler der Players Championship Order of Merit qualifizieren sich für das Saisonfinale, das vom 27. bis 29. November in Minehead ausgetragen wird.
Das Viertelfinale bei PC27 war deshalb zwar ein wichtiger erster Schritt, hat die Ausgangslage aber noch nicht entscheidend verändert. Für The Nuke geht es heute nicht nur um einen möglichen Tagessieg. Jede zusätzliche Runde bringt Preisgeld, das am Ende über die Teilnahme an den Finals entscheiden kann.
Ein früher Ausstieg bei Players Championship 28 würde den Druck für die beiden November-Turniere erheblich erhöhen. Gleichzeitig zeigt die Rechnung, dass selbst ein Turniersieg noch keine Garantie für einen Platz unter den besten 64 wäre.
Noch kann der zweifache Weltmeister die Situation aus eigener Kraft drehen. Dafür braucht er jedoch mindestens einen sehr tiefen Lauf und muss gleichzeitig im Blick behalten, wie sich die Grenze rund um Rang 64 entwickelt.
Dass ausgerechnet der erfolgreichste Spieler der bisherigen PDC-Saison um die Teilnahme an den Players Championship Finals kämpfen muss, gehört zu den ungewöhnlichsten Geschichten des Jahres. Heute ab 14:00 Uhr deutscher Zeit folgt in Leicester bereits das nächste Kapitel.









