Luke Humphries ist Sieger des World Grand Prix 2026. Der Engländer setzte sich am Abend (04.10.) in einem hochklassigen und zeitweise dramatischen Finale mit 6:4 gegen Gerwyn Price durch. Dabei sah zunächst alles nach einem Erfolg von „The Iceman“ aus: Der ehemalige Weltmeister gewann die ersten drei Sätze, ehe der 31-Jährige das Match vollständig drehte und ausgerechnet in der entscheidenden Phase seine besten Darts des Abends spielte.
Price startet furios – „Cool Hand Luke“ dreht das Finale
Gerwyn Price erwischte den deutlich besseren Start im Finale des Grand Prix und dominierte den ersten Satz mit einem außergewöhnlichen Average von 132,62 Punkten und verwandelte alle drei Versuche auf die Doppel. Die Nummer 2 der Welt blieb ohne Leggewinn und geriet früh unter Druck.
Auch die nächsten beiden Sätze gingen an Price. Mit 95,10 Punkten im zweiten und 101,86 Punkten im dritten Durchgang baute der frühere Weltmeister seine Führung auf 3:0 aus. Der 31-Jährige stand damit bereits früh mit dem Rücken zur Wand.
Doch der Engländer kämpfte sich zurück. Er gewann die Sätze vier, fünf, sechs und sieben nacheinander und machte aus einem 0:3-Rückstand eine 4:3-Führung. Besonders im siebten Satz setzte „Cool Hand Luke“ mit einem 101,95er Average ein deutliches Zeichen. Price reagierte noch einmal. Mit einem glatten 3:0 im achten Satz stellte er auf 4:4 und machte das Grand-Prix-Finale erneut völlig offen.
Dann spielte der Engländer seine stärksten Darts.
Im neunten Satz steigerte er sich auf einen Average von 106,98 Punkten und gewann den Durchgang mit 3:2. Im entscheidenden zehnten Satz legte er sogar noch einmal zu: 107,36 Punkte im Average, eine Doppelquote von 75 Prozent (3/4) und ein klares 3:0 besiegelten den 6:4-Erfolg beim World Grand Prix 2026.
Nach dem Match beschrieb Luke Humphries im PDC-Interview selbst, wie viel dieser Erfolg von ihm verlangt hatte: „Vielleicht war er der bessere Spieler, aber ich habe unglaublich hart dafür gearbeitet. Ich habe viel Kampfgeist und Entschlossenheit gezeigt. Ich glaube, solche Siege sind noch süßer als die, bei denen man problemlos gewinnt.“
Price mit höherem Average – Humphries auf den Doppeln stärker
Wie eng das Finale des World Grand Prix tatsächlich war, zeigt die Gesamtstatistik. Price spielte trotz der Niederlage mit 95,37 Punkten den höheren 3-Dart-Average. Humphries kam auf 93,16 Punkte. Bei den 180ern lagen beide Spieler mit jeweils zehn Maximums exakt gleichauf. Humphries verbuchte 27 Aufnahmen mit mindestens 140 Punkten, Price kam auf 25. Bei den 100+-Aufnahmen lag Price dagegen mit 51:40 vorne.
Die entscheidenden Unterschiede lagen weniger im Scoring als in den wichtigen Momenten auf die Doppel. Genau dort verschaffte sich Humphries im Grand Prix den kleinen, aber entscheidenden Vorteil. Humphries verwandelte 21 seiner 42 Versuche und erreichte damit 50 Prozent. Price brachte 20 von 45 Versuchen ins Ziel und kam auf 44,44 Prozent.
Auch das höchste Finish des Abends ging an „The Iceman“. Der Waliser checkte 130 Punkte, während das beste Checkout des Engländers bei 109 lag. Bei den hohen Checkouts insgesamt hatte die Nummer 2 der Welt dennoch knapp die Nase vorn: Vier Finishes über 100 Punkte standen drei von Price gegenüber. Am Ende lagen zwischen beiden Spielern gerade einmal ein Leg. Humphries gewann 21 Legs, Price 20. Viel enger hätte das Finale beim Grand Prix in Leicester kaum verlaufen können.
Gerade deshalb passte die Einschätzung des Siegers zu den Zahlen. Humphries betonte anschließend, dass große Titel angesichts der enormen Leistungsdichte im heutigen Dartsport immer schwieriger zu gewinnen seien. „Ich versuche einfach, so viele Major-Titel wie möglich zu gewinnen. Wie ich schon in vielen Interviews gesagt habe, habe ich das Gefühl, dass ich einen verdient habe. Und vielleicht habe ich ihn mir heute Abend im Finale verdient.“
Zum Abschluss richtete der 31-Jährige den Blick auf seine Familie: „Ich freue mich darauf, die Trophäe mit nach Hause zu meinem Sohn zu nehmen. Endlich kann er wieder sehen, wie sein Vater einen Pokal gewinnt und ihn mit nach Hause bringt.“
Nach einem nahezu verlorenen Finale und einer außergewöhnlichen Aufholjagd durfte Humphries schließlich den Pokal in Leicester in die Höhe stemmen. Aus einem 0:3 wurde ein 6:4 – und aus einem schwierigen Abend einer der bemerkenswertesten Titelgewinne seiner Karriere.










