Jonny Clayton hat die Swiss Darts Trophy 2026 gewonnen. Er setzte sich am Sonntagabend in der St. Jakobshalle in Basel mit 8:4 gegen Luke Humphries durch und feierte seinen vierten Titel auf der PDC European Tour. Neben 35.000 Pfund Preisgeld sicherte sich der 52-Jährige damit auch die Teilnahme am Grand Slam of Darts im November.
Das Finale entwickelte sich zu einem hochklassigen Duell zweier nahezu gleich starker Spieler. Die Nummer 2 der Welt hatte erst eine Woche zuvor den World Grand Prix gewonnen und erzielte mit 101,75 Punkten sogar den minimal höheren Drei-Dart-Average. Clayton kam auf 101,68 Punkte. Doch während das Scoring praktisch ausgeglichen war, zeigte sich auf den Doppelfeldern ein deutlicher Unterschied.
Clayton nutzt Humphries‘ Fehler und gewinnt vier Legs in Folge
Bereits im ersten Leg setzte der Waliser ein Ausrufezeichen. Mit einem 118er-Checkout übernahm er die Führung und machte deutlich, dass er dem frischgebackenen Grand-Prix-Sieger auf Augenhöhe begegnen würde. Im fünften Durchgang legte er einen starken 11-Darter nach und stellte auf 3:2.
Humphries hielt dagegen und ließ seinen Gegner zunächst nicht davonziehen. Immer wieder fand „Cool Hand Luke“ die passende Antwort, sodass nach acht Legs ein 4:4 auf der Anzeigetafel stand. Doch genau in dieser ausgeglichenen Phase kippte das Finale zugunsten des 52-Jährigen. Zunächst sicherte er sich mit einem 46er-Checkout die erneute Führung. Im anschließenden Leg bot sich die entscheidende Gelegenheit: Humphries verfehlte das Bullseye für ein mögliches 164er-Finish. Er nutzte die Chance, löschte 26 Punkte und erzielte das erste Break der Partie zum 6:4.
Von diesem Rückschlag erholte sich der Engländer nicht mehr. Clayton erhöhte über Doppel 20 auf 7:4 und ließ auch im nächsten Leg nichts mehr anbrennen. Mit einem weiteren 46er-Finish auf Doppel 16 besiegelte er seinen Triumph. Aus dem zwischenzeitlichen 4:4 war durch vier aufeinanderfolgende Leggewinne ein deutliches 8:4 geworden.
Die Zahlen verdeutlichten anschließend, wo der Unterschied lag. Clayton verwandelte acht seiner 13 Doppelversuche und erreichte eine Trefferquote von beeindruckenden 61,54 Prozent. Humphries traf dagegen nur vier seiner 18 Versuche, was einer Doppelquote von 22,22 Prozent entsprach. Auch bei den 180ern hatte der Waliser mit 6:4 knapp die Nase vorn. Nicht das höhere Scoring, sondern die größere Konsequenz beim Checkout hatte dieses Finale entschieden.
„Es war ein großartiges Spiel, an dem ich beteiligt sein durfte“, erklärte Clayton nach seinem Triumph im Interview mit der PDC. Der Waliser räumte dabei ein, dass ihm die ausgelassenen Doppel seines Gegners entscheidende Möglichkeiten eröffnet hatten. Diese Chancen nutzte er konsequent und belohnte sich schließlich mit dem Titel.
Über Cross und van Veen zum vierten European-Tour-Titel
Bereits auf dem Weg ins Finale der Swiss Darts Trophy hatte Clayton mehrere anspruchsvolle Aufgaben bewältigt. Sein Turnier begann am Samstag mit einem souveränen 6:1-Erfolg gegen Maik Kuivenhoven.
Im Achtelfinale wartete mit Rob Cross ein deutlich stärkerer Gegner. Obwohl der ehemalige Weltmeister einen Average von 106,68 Punkten erzielte, behielt der Waliser die Kontrolle über die entscheidenden Momente. Mit 6:4 setzte sich „The Ferret“ durch und erreichte die Runde der letzten acht.
Am Sonntagabend ließ Clayton zunächst einen ungefährdeten 6:2-Sieg gegen Karel Sedlacek folgen. Im Halbfinale wurde er anschließend von Gian van Veen gefordert, der sich zuvor nach einem 0:3-Rückstand noch mit 6:5 gegen Bradley Brooks durchgesetzt hatte. Doch auch gegen den Niederländer fand der 52-Jährige die richtigen Antworten. Besonders spektakulär war ein 161er-Finish über das Bullseye. Mit einem Average von 105,00 Punkten und einem 7:4-Erfolg machte Clayton schließlich den Einzug ins Endspiel perfekt.
Dort wartete ein Gegner, der selbst ein herausragendes Wochenende spielte. Humphries hatte im Achtelfinale gegen Krzysztof Ratajski mit 114,15 Punkten einen Turnierrekord im Average aufgestellt. Auch beim 7:4-Halbfinalsieg gegen Mensur Suljović überzeugte der 31-Jährige mit 111,17 Punkten. Im Finale konnte der Weltranglistenzweite diese Leistungen beim Scoring weitgehend bestätigen, scheiterte jedoch an seiner Chancenverwertung auf die Doppel.
Die Klasse seines Finalgegners wusste auch Clayton zu schätzen. „Was für ein Spieler. Er hat an diesem Wochenende fantastisch gespielt“, lobte der Waliser Humphries im Interview mit der PDC. Trotz des deutlichen Endstands war dem Sieger bewusst, dass ihn der Engländer über weite Strecken der Begegnung gefordert hatte. Für Clayton war der Erfolg bei der Swiss Darts Trophy der erste Ranglistentitel des Jahres 2026 und bereits sein vierter Triumph auf der European Tour. Gleichzeitig sicherte sich der Waliser einen Startplatz beim Grand Slam of Darts, der vom 14. bis 22. November in Wolverhampton ausgetragen wird.
Wie viel ihm dieser Abend bedeutete, zeigte sich unmittelbar nach dem Finale. Schon bei der Siegerehrung hatte Clayton angedeutet, wie dringend er diesen Erfolg gebraucht hatte. Im Interview mit der PDC fand der 52-Jährige anschließend deutlich emotionalere Worte: „Ich bin überglücklich. Es ist immer großartig, auf der European Tour einen Titel zu gewinnen – oder überhaupt irgendeinen Titel. Und das gegen einen Spieler wie ihn zu schaffen, dafür fehlen mir die Worte.“
Schon vom 16. bis 18. Oktober wartet bei der Dutch Darts Championship in Maastricht die nächste Herausforderung auf „The Ferret“. Dort tritt der Waliser als Titelverteidiger an – mit dem Rückenwind seines Triumphs in Basel.



 steht im Viertelfinale der Swiss Darts Trophy 2026.](https://dartsinside.de/wp-content/uploads/2026/10/Luke-Humphries-1-768x489.webp)






