Van Gerwen gewinnt Players Championship 15 – Schindler trotz Weltklasse-Average chancenlos

Michael van Gerwen hat bei Players Championship 15 in Leicester ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Der Niederländer gewann das 15. Players-Championship-Turnier des Jahres am Dienstag (12.05.) und setzte sich im Finale mit 8:5 gegen Dirk van Duijvenbode durch. Aus deutscher Sicht prägte vor allem Martin Schindler den Turniertag: Die deutsche Nummer eins erreichte das Halbfinale, musste dort aber trotz starker eigener Zahlen eine Machtdemonstration hinnehmen.

Das Halbfinale wurde zum außergewöhnlichsten Match des Tages. Van Gerwen gewann gegen „The Wall“ mit 7:0 und spielte dabei einen Average von 122,34 Punkten. Der 29-Jährige kam selbst auf 108,78 Punkte im Schnitt, erhielt gegen den entfesselten Niederländer aber kaum Zugriff auf das Spiel. Dass ein Average in dieser Größenordnung nicht einmal zu einem Leg reichte, zeigte, wie brutal stark der spätere Turniersieger in dieser Phase agierte.

Schindler schlägt Nijman und erreicht das Halbfinale

Für Schindler bleibt der Auftritt in Leicester dennoch ein positives Signal. Der deutsche World-Cup-Starter spielte sich bis unter die letzten Vier und bezwang dabei unter anderem Wessel Nijman. Der Niederländer zählt in dieser Saison zu den auffälligsten Spielern auf der Pro Tour und war auch bei Players Championship 15 wieder ein gefährlicher Gegner.

Schindler entschied das Achtelfinale gegen Nijman mit 6:5 für sich und legte anschließend im Viertelfinale gegen Ritchie Edhouse nach. Gegen den Engländer gewann „The Wall“ klar mit 6:2 und zog damit ins Halbfinale ein. Erst dort wurde sein Lauf gestoppt. Allerdings nicht durch einen eigenen Einbruch, sondern durch eines der stärksten Floor-Matches der bisherigen Saison.

Auch in der Players Championship Order of Merit zahlte sich der Tag für beide aus: Der 29-Jährige kletterte nach seinem Halbfinale auf Rang 50 und liegt damit innerhalb der Qualifikationsplätze für Minehead. Van Gerwen machte durch den Titel einen großen Sprung bis auf Platz zehn.

Van Gerwen entscheidet niederländisches Finale für sich

Im Endspiel wartete mit Dirk van Duijvenbode ein niederländischer Gegner. Der dreifache Weltmeister erwischte den besseren Start und ging früh in Führung, doch van Duijvenbode kämpfte sich zurück und stellte zwischenzeitlich auf 5:5. In der entscheidenden Phase zog der 37-Jährige das Tempo jedoch wieder an und sicherte sich die letzten drei Legs zum 8:5-Erfolg.

Van Gerwen wertete den Titel anschließend auch als Zeichen an seine Konkurrenz. „Schreibt mich nicht ab“, sagte der Niederländer laut Sky Sports nach seinem Erfolg. Der Sieg bedeute ihm viel, vor allem nach längerer Zeit ohne Pro-Tour-Titel. Besonders die Schlussphase seines Turniertages habe ihm gezeigt, dass sein Niveau wieder in die richtige Richtung gehe.

Für van Gerwen war der Titel auch sportlich ein wichtiges Signal. Der frühere Weltranglistenerste hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Schwankungen gezeigt, erinnerte in Leicester aber phasenweise an seine besten Tage. Besonders der Auftritt gegen Schindler dürfte hängen bleiben: nicht nur wegen des klaren Ergebnisses, sondern wegen der Seltenheit, mit der ein Spieler einen Gegner mit 108er-Average derart deutlich bezwingt.

Springer und Weber mit positiven Ansätzen

Neben der deutschen Nummer eins gab es weitere positive Ansätze. Niko Springer und Leon Weber erreichten jeweils ihr Boardfinale und sammelten damit weitere wichtige Erfahrung auf dem Floor. Ricardo Pietreczko, Gabriel Clemens und Max Hopp mussten dagegen früh die Segel streichen.

Bereits am Mittwoch (13.05.) geht es in Leicester weiter. Dann steht mit Players Championship 16 das nächste Pro-Tour-Turnier auf dem Programm — und für die deutschen Spieler direkt die nächste Chance, den Auftritt von PC15 zu bestätigen oder zu korrigieren.

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