Alex Spellman steht bei den US Darts Masters 2026 wieder auf der großen Bühne. Der 37-jährige US-Amerikaner trifft im Madison Square Garden auf Stephen Bunting und bekommt damit erneut die Chance, sich mit einem Topspieler der PDC zu messen. Für „The Jackal“ geht es in New York aber um mehr als nur sein eigenes Ergebnis.
Im Gespräch mit Darts World sprach der 37-Jährige offen darüber, dass nordamerikanische Dartspieler aus seiner Sicht noch immer zu wenig Anerkennung bekommen. Der Blick auf Spieler aus den USA und Kanada sei oft verzerrt, weil viele Fans sie vor allem dann sehen, wenn sie direkt gegen die absolute Weltspitze antreten.
„Die Leute vergleichen uns mit den Premier-League-Spielern und sagen: ‚Ihr seid furchtbar, ihr könnt nicht mithalten.‘ Aber ihr schickt eure allerbesten Spieler zu uns, da überrascht es kaum, wenn wir verlieren“, sagte er. Sein Zusatz ist dabei der eigentliche Kern seiner Botschaft: „Wir verlieren aber nicht immer.“
Spellman sieht Nordamerika unterschätzt
„The Jackal“ will nicht behaupten, dass nordamerikanische Spieler bereits auf demselben Niveau wie die besten Profis aus Europa stehen. Sein Punkt ist ein anderer: Wer die Szene nur an einzelnen TV-Matches gegen Spieler wie Stephen Bunting, Luke Humphries oder Rob Cross misst, bekommt kein vollständiges Bild.
Der US-Darts-Masters-Teilnehmer verweist darauf, dass es in Nordamerika deutlich mehr Qualität gebe, als viele Zuschauer wahrnehmen. Nicht jeder starke Spieler sei regelmäßig auf der CDC-Tour zu sehen, nicht jeder habe die finanziellen oder zeitlichen Möglichkeiten, ständig weite Reisen auf sich zu nehmen. Trotzdem wachse die Basis.
„Wir haben uns gegen die besten Spieler der Welt durchaus gut geschlagen“, betonte der 37-Jährige. Aus seiner Sicht müsste die Szene mehr Gelegenheiten bekommen, sich auf großer Bühne zu zeigen. Denn genau dort entstehe Sicherheit. Wer nur einmal im Jahr gegen einen Favoriten antrete, könne kaum dieselbe Bühnenroutine entwickeln wie ein Spieler, der Woche für Woche im PDC-System gefordert werde.
Deshalb wertet Alex Spellman auch die Einladung zum Media Day als Fortschritt. Er und Adam Sevada wurden vor den US Darts Masters stärker eingebunden und konnten ihre Sicht auf die Entwicklung in Nordamerika schildern. Für ihn ist das ein Zeichen, dass die Organisatoren den Wert dieser Spieler besser erkennen. „Je mehr Chancen du bekommst, desto wohler fühlst du dich“, sagte er.
Diese Aussage passt zum größeren Bild der US Darts Masters. Das Turnier bringt die PDC-Stars nach New York, soll aber zugleich den Dartsport in Nordamerika sichtbarer machen. Genau an dieser Schnittstelle steht Spellman. Gegen Bunting ist er Außenseiter, aber solche Partien sind zugleich die Bühne, auf der er sein Argument untermauern kann.
Noch größer wird der Druck durch die North American Championship, die ebenfalls in New York ausgetragen wird. Dort geht es nicht nur um regionale Anerkennung, sondern auch um wichtige internationale Startplätze. Für Spellman ist klar, dass sich dadurch die Ausgangslage verändert. „Das erhöht den Druck definitiv“, gab er offen zu.
Damit geht der in Boone geborene Spieler, mit zwei Aufgaben in das Wochenende. Bei den US Darts Masters will er zeigen, dass nordamerikanische Spieler gegen die PDC-Elite mehr verdienen als ein müdes Schulterzucken. Bei der North American Championship muss er gegen die eigene Konkurrenz liefern, wenn er sich selbst für die nächsten großen Bühnen empfehlen will.
Gerade deshalb ist seine Forderung nach mehr Anerkennung interessant. Spellman verlangt keine Sonderbehandlung und keine künstliche Aufwertung der Szene. Er fordert nur, dass nordamerikanische Dartspieler nicht nach einem einzigen Match gegen absolute Topgegner abgestempelt werden. New York wird nun zeigen, ob er diese Botschaft auch am Board untermauern kann.










