Tom Sykes hat bei den Slovak Darts Open nicht nur sportlich überrascht. Der Engländer, spielte sich bei seinem European-Tour-Debüt in Bratislava bis ins Halbfinale und wurde damit zu einer der Geschichten des Wochenendes. Doch bevor der 33-Jährige am Oche für Aufmerksamkeit sorgte, lag sein sportlicher Traum auf dem Fußballplatz.
Im Weekly Dartscast blickte „The Castleford Tiger“ auf seine frühen Jahre im Fußball zurück. „Ich war Linksaußen, also war ich ziemlich schnell, als ich jünger war“, sagte der 33-Jährige und fügte hinzu: „Ich habe ein Jahr lang an der Leeds United Academy gespielt, ein Jahr lang an der Sheffield Wednesday Academy gespielt.“ Der große Durchbruch blieb aber aus.
Die Begründung, die ihm damals genannt wurde, blieb hängen. „Mir wurde gesagt, ich sei zu klein“, erklärte Tom Sykes. Mit etwas Abstand ordnete er diese Absage trocken ein: Das sei heutzutage fast die Standardausrede für Fußballer.
Familie drängte Sykes Richtung Darts
Der Wechsel zum Darts kam nicht sofort, aber er wurde im Umfeld des Engländers immer deutlicher eingefordert. Der 33-Jährige erzählte, dass ihm Menschen irgendwann geraten hätten, mit dem Fußball nicht weiter Zeit zu verlieren. Mit Mitte 20 werde daraus keine große Karriere mehr, stattdessen solle er sich auf Darts konzentrieren.
Besonders sein Vater spielte dabei eine wichtige Rolle. „Mein Dad hat mir das eigentlich jede Woche gesagt“, berichtete er im Podcast weiter. Samstags habe er regelmäßig angerufen und gefragt, ob Sykes Darts spiele. Wenn die Antwort lautete, dass Fußball anstand, kam sinngemäß die Gegenfrage: Warum machst du das überhaupt noch?
Der entscheidende Punkt war offenbar, dass andere sein Potenzial am Board früher klarer sahen als er selbst. „Du hast diese Fähigkeit im Darts, du musst das weiterverfolgen“, bekam der Tour-Card-Spieler nach eigener Aussage immer wieder zu hören.
Irgendwann kippte der Blick. Sykes gab zu, dass er die Liebe zum Fußball ein Stück weit verlor. Der Fokus verschob sich: mehr Darts, weniger Fußball. „Ich musste wohl anfangen, mich zusammenzureißen und richtig Darts zu spielen“, sagte er. Früher sei er vom Fußball besessen gewesen, heute könne er sich kaum etwas Schlimmeres vorstellen, als wieder die Fußballschuhe anzuziehen und auf den Platz zu laufen.
Dass diese Entscheidung richtig war, zeigte sich in Bratislava besonders deutlich. Der Engländer schlug bei den Slovak Darts Open zunächst Niko Springer, danach Martin Schindler, Cameron Menzies und Jermaine Wattimena. Erst Rob Cross stoppte seinen Lauf im Halbfinale.
Gerade diese Vorgeschichte macht den Auftritt interessant. Sykes ist nicht der glatt durchgeplante Nachwuchsstar, sondern ein Spieler, der über Umwege zum Darts kam. Aus einem Linksaußen, dem einst die Körpergröße zum Problem gemacht wurde, ist ein European-Tour-Halbfinalist geworden. „The Castleford Tiger“ hat in Bratislava nicht nur ein starkes Turnier gespielt – er hat auch gezeigt, dass ein später Richtungswechsel manchmal genau der richtige sein kann.










