Tom Sykes: Der „Castleford Tiger“ ist mehr als ein Eintagsflieger

Tom Sykes war bei den Slovak Darts Open nicht der größte Name im Feld. Nach dem Wochenende in Bratislava ist er aber einer der Spieler, die man deutlich ernster auf dem Zettel haben muss. „The Castleford Tiger“  nutzte seinen ersten Auftritt auf der European Tour nicht nur für einen Achtungserfolg, sondern für einen kompletten Lauf bis ins Halbfinale.

Der erste Hinweis kam bereits am Freitagabend. Gegen Niko Springer gewann Sykes mit 6:2, spielte einen Average von 103,64 Punkten und traf 60 Prozent seiner Doppel. Es war nicht nur das Ergebnis, das auffiel. Sykes wirkte am Oche ruhig, konzentriert und erstaunlich abgeklärt für einen Spieler, der auf dieser Bühne noch nicht viel Erfahrung gesammelt hatte.

Springer spielte selbst ordentlich, kam aber kaum in die Partie, weil der 33-Jährige die entscheidenden Momente eiskalt für sich nutzte. Besonders sein 148er-Finish blieb hängen. Es war einer dieser Auftritte, bei denen man schnell merkt: Das ist nicht einfach nur ein Qualifier, der mal einen guten Abend erwischt hat.

Sykes spielt sich bis ins Halbfinale

Am Samstag legte Sykes nach. Gegen Martin Schindler ging es deutlich enger zu, doch auch diesen deutschen Gegner nahm der Engländer aus dem Turnier. Das 6:5 gegen Schindler war ein anderer Test als der klare Auftaktsieg gegen Springer. Diesmal ging es nicht um freie Bahn, sondern um Nerven, Timing und die Fähigkeit, ein enges Match bis zum Ende mitzunehmen.

Spätestens am Finaltag war klar, dass Tom Sykes’ Lauf kein einzelner Ausreißer war. Im Achtelfinale schlug er Cameron Menzies mit 6:4, anschließend ließ er Jermaine Wattimena beim 6:2 im Viertelfinale kaum zur Entfaltung kommen. Erst Rob Cross stoppte den Debütanten im Halbfinale mit 7:2. Für Sykes änderte diese Niederlage aber wenig an der Gesamtbewertung seines Wochenendes.

Natürlich sollte man aus einem starken European-Tour-Turnier keinen neuen Topstar konstruieren. Genau das macht die Geschichte aber interessant. Der 33-Jährige spielte nicht wie jemand, der nur von einem kurzen Überraschungsmoment lebt. Er brachte Scoring, Finishes, Körpersprache und Ruhe zusammen – und bestätigte über mehrere Runden, dass der erste Eindruck gegen Springer mehr war als ein heißer Start. „Ich weiß, dass ich das Spiel habe, um jeden zu schlagen.“, sagte er ganz selbstbewusst im Gespräch mit der PDC und fügte hinzu: „Das hat sich gut angefühlt.“

Für viele bleibt deshalb vor allem eine Beobachtung hängen: Tom Sykes ist nach Bratislava kein Zufallsname mehr. „The Castleford Tiger“ hat sich nicht nur vorgestellt, sondern einen Grund geliefert, bei seinen nächsten Auftritten genauer hinzuschauen.

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