Ricky Evans nach ProTour-Frust schonungslos: „Ich habe absoluten Mist gespielt“

Ricky Evans ist normalerweise einer der Spieler, die selbst schwierige Darts-Momente mit Tempo und Humor überdecken können. Nach seiner jüngsten ProTour-Woche war davon wenig zu spüren. Der Engländer meldete sich auf Social Media ungewöhnlich offen zu Wort – und fand für seine eigene Leistung drastische Worte.

Evans erlebte bei Players Championship 17 und 18 in Leicester zwei bittere Tage. Gegen Stephen Bunting und Ross Smith war jeweils schon in der ersten Runde Schluss. Besonders die Art der Niederlagen setzte dem 35-Jährigen offenbar zu. Beide Partien beendete Ricky Evans mit einem Average im Bereich von 77 Punkten – weit entfernt von dem Niveau, das er selbst von sich erwartet.

In seinem Beitrag schrieb Evans, er sei froh, dass die Woche vorbei sei. Er habe den Dart nicht richtig greifen oder werfen können. Seine beiden Players-Championship-Auftritte fasste er mit einem besonders harten Satz zusammen: Er habe „absolute dog poo“ gespielt – frei übersetzt also absoluten Mist.

Evans hadert mit Rhythmus und eigenem Anspruch

Das Problem waren für Evans offenbar nicht nur die Ergebnisse. Gegen Spieler wie Bunting und Smith kann man verlieren. Entscheidend war die Art, wie die Niederlagen zustande kamen. Evans wirkte weit weg von seinem normalen Rhythmus und machte selbst deutlich, dass es sich für ihn nicht nach einem gewöhnlichen schwachen Tag anfühlte.

Auch die anschließenden European-Tour-Qualifier brachten aus seiner Sicht noch keine echte Wende. Es sei zwar etwas besser gewesen, schrieb Evans sinngemäß, aber weiterhin nicht annähernd auf dem Niveau, das er von sich als Weltklassespieler erwarte.

Gerade diese Offenheit macht den Beitrag bemerkenswert. Evans versteckte sich nicht hinter der Auslosung, obwohl die Gegner anspruchsvoll waren. Stattdessen legte er den Fokus klar auf die eigene Leistung. Für einen Spieler, der auf der Bühne oft als Entertainer wahrgenommen wird, war das ein ungewöhnlich nüchterner und selbstkritischer Moment.

Evans nimmt sich ein paar Tage Abstand

Nach der schwierigen Woche kündigte Evans an, die Darts nun für ein paar Tage wegzulegen. Keine Superleague, kein County, stattdessen Abstand und Zeit mit seiner Partnerin. Dass ausgerechnet Evans diesen Schritt betont, fällt auf. Der Engländer ist seit Jahren einer der Spieler, die im PDC-Zirkus fast immer präsent sind.

Zuletzt war bereits seine bemerkenswerte Serie von 520 aufeinanderfolgenden Floor-Turnieren gerissen. Evans hatte Players Championship 16 wegen einer Exhibition in Belgien verpasst. Nun klingt seine Botschaft weniger nach Ausrede als nach einem bewussten kurzen Schnitt.

Bei Ricky Evans ist die Bühne oft laut, schnell und unterhaltsam. Diesmal war die Botschaft leiser, aber deutlicher: Der Rhythmus stimmt nicht, der Kopf braucht Abstand, und der eigene Anspruch ist weit höher als das, was in Leicester auf dem Board gelandet ist.

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