Premier League Darts: Barry Hearn öffnet Tür für neue Regeln

Die Debatte um die Zukunft der Premier League Darts wird immer konkreter. Bereits während der Saison 2026 hatten mehrere Topspieler Änderungen am aktuellen Format gefordert. Nun zeigen auch Aussagen von Barry Hearn und PDC-Chef Matt Porter, dass eine Reform innerhalb der PDC längst kein Tabuthema mehr ist.

Seit 2022 besteht die Premier League Darts aus acht Spielern, die an 16 Ligaabenden jeweils ein K.-o.-Turnier austragen. Die besten vier der Tabelle erreichen anschließend die Play-offs. Wirtschaftlich funktioniert das Konzept weiterhin hervorragend. Sportlich wächst jedoch die Kritik an den regelmäßig wiederkehrenden Duellen zwischen denselben Spielern.

Barry Hearn sieht deshalb zumindest die Notwendigkeit, über die Zukunft nachzudenken. Während des World Matchplay erklärte der Matchroom-Vorsitzende gegenüber The Sun, dass das Format jedes Jahr überprüft werde. „Wir beschäftigen uns ständig damit, die Premier League frisch zu halten“, sagte Hearn. Gleichzeitig verwies der 78-Jährige auf die enorme Nachfrage und die weiterhin sehr starken Ticketverkäufe. Entsprechend vorsichtig sei die PDC bei größeren Eingriffen.

„Es gibt dieses alte Sprichwort: Wenn etwas nicht kaputt ist, repariere es nicht“, erklärte Hearn. Trotzdem räumte er ein, dass der Zeitpunkt für Veränderungen näher kommen könnte. Sein Gefühl sei, noch mindestens ein weiteres Jahr mit dem bisherigen Format weiterzumachen und danach neu zu bewerten.

Aspinall fordert Veränderungen in der Premier League Darts

Während Hearn eher zur Vorsicht mahnt, fällt das Urteil von Nathan Aspinall wesentlich deutlicher aus. „The Asp“ fordert für die Premier League Darts bereits 2027 Veränderungen.

„Die Premier League muss sich nächstes Jahr ebenfalls verändern. Das muss sie einfach“, sagte Aspinall gegenüber 247Bet. Für den Engländer ist dabei auch eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes denkbar. „Ich denke, es gibt mittlerweile genügend Spieler und genügend Qualität, um das Feld auf zehn, zwölf oder sogar 16 Spieler zu erweitern“, erklärte Aspinall. Entscheidend sei, einigen Turnieren wieder neuen Schwung zu verleihen: „Lasst uns versuchen, etwas zu verändern und für frischen Wind zu sorgen.“

Aspinall steht mit dieser Meinung nicht allein. Luke Humphries hatte sich bereits für ein größeres Teilnehmerfeld ausgesprochen. Luke Littler ging noch einen Schritt weiter und brachte eine Rückkehr zum früheren System mit zehn Spielern und der sogenannten Judgement Night ins Gespräch.

Damit zieht sich die Debatte inzwischen durch einen großen Teil der Saison. Im Mittelpunkt steht immer wieder dieselbe Frage: Bietet die derzeitige Premier League Darts trotz voller Hallen sportlich noch genügend Abwechslung?

Matt Porter sieht das aktuelle Format nicht als Dauerlösung

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang Aussagen von PDC-Chief-Executive Matt Porter. Bereits vor der Finals Night sprach Porter im Interview mit Oche180 ausführlich über die Zukunft der Premier League.

Das derzeitige System habe die Erwartungen erneut erfüllt und für ausverkaufte Arenen sowie zahlreiche sportliche Geschichten gesorgt. Trotzdem machte Porter deutlich, dass kein Format für immer bestehen müsse.„Wir haben dieses Format jetzt seit vier Jahren“, sagte der PDC-Chef bei Oche180 und ergänzte „Wir würden sicherlich nicht erwarten, es acht Jahre lang zu behalten.“ Mit Blick auf den Lebenszyklus des Systems sei es deshalb wahrscheinlich bereits über seine aufsteigende Phase hinaus.

Noch deutlicher wurde Porter bei der grundsätzlichen Ausrichtung: „Man möchte nicht jedes Jahr in dieselben Arenen kommen und exakt dieselben Spieler sehen, die wiederholen, was zwölf Monate zuvor passiert ist. Das Event muss sich weiterentwickeln.“

Eine konkrete Reform der Premier League Darts ist damit noch nicht beschlossen. Die Richtung der Diskussion ist jedoch kaum zu übersehen. Spieler wie Aspinall, Humphries und Littler wünschen sich Veränderungen, Porter spricht offen über den begrenzten Lebenszyklus des aktuellen Formats und selbst Hearn hält einen zukünftigen Neustart für denkbar.

Für 2027 könnte die PDC zwar noch am bekannten Acht-Spieler-System festhalten. Spätestens danach dürfte die Frage nach einer neuen Ausrichtung der Premier League Darts jedoch wieder ganz oben auf der Agenda stehen.

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